Fernwärmepreise in Brandenburg zum Stichtag 01.01.2026: Insgesamt leichter Preisrückgang, dabei Stagnation, wenn HAST beim Versorger
Fernwärmepreise in Brandenburg zum Stichtag 01.01.2026: Insgesamt leichter Preisrückgang, dabei Stagnation, wenn HAST beim Versorger
Der durchschnittliche Fernwärmepreis lag im Land Brandenburg für das BBU-Modellhaus zum 1. Januar 2026 bei 171,88 Euro je Megawattstunde (MWh), wenn die Hausanschlussstation (HAST) im Eigentum des Wohnungsunternehmens liegt. Damit sind die Preise für Fernwärme im Durchschnitt im Vergleich zum Vorjahresstichtag am 01.01.2025 um 4,0 Prozent oder um rund 7 Euro je MWh zurückgegangen – wenn man die Vorjahresmischpreise derselben Kommunen als Referenz nimmt⁽¹⁾. Der hierin enthaltene CO2-Preis lag im Mittel bei 13,57 Euro je MWh (+10,9 % zum Vorjahresstichtag).
Nahezu unverändert blieb dagegen der mittlere Mischpreis für das BBU-Modellhaus für den Fall, dass sich die Hausanschlussstation im Eigentum des Versorgers befindet. Dieselben Städte und Gemeinden als Datenbasis genommen, lag der durchschnittliche Fernwärmepreis zum Stichtag bei 179,28 Euro je MWh und damit nur 0,08 Euro je MWh unter dem Vorjahreswert von 179,36 Euro je MWh⁽¹⁾. Der anteilige CO2-Preis liegt in dieser Kategorie im Durchschnitt bei 11,95 Euro je MWh (+25,5 % zum Vorjahresstichtag).
Betrachtet man die stichtagsbezogenen Fernwärmepreise im Einzelnen, sind für das Jahr 2026 immer noch sehr große regionale Unterschiede auszumachen. So wurde für Guben⁽²⁾ zum Jahresbeginn mit 249,90 Euro je MWh der höchste Fernwärmepreis ermittelt (+6,5 % im Vergleich zum 01.01.2025). Ähnlich hohe Mischpreise lagen dem BBU für Fürstenwalde/ Spree⁽²⁾ (235,30 Euro je MWh), Eberswalde⁽²⁾ (220,84 Euro je MWh), Seelow⁽²⁾ (215,71 Euro je MWh) und Pritzwalk⁽³⁾ (214,57 Euro je MWh, +3,8 % im Vergleich zum 01.01.2025) vor. Erheblich günstiger war Fernwärme am 01.01.2026 dagegen in Eisenhüttenstadt⁽²⁾, wo der Mischpreis mit 101,07 Euro je MWh um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresstichtag anstieg. Aber auch in Angermünde⁽²⁾, wo der Mischpreis bei 115,50 Euro je MWh lag, war Fernwärme günstig zu bekommen – hier allerdings bei einem Anstieg um 20,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresstichtag. Ähnliches gilt für Spremberg⁽²⁾ mit 120,83 Euro je MWh (+5,4 %) sowie für Schwedt/Oder⁽²⁾ mit 131,48 Euro je MWh (-2,5 %).
Bei einem Blick auf die Fernwärmepreise lässt sich feststellen, dass die Entwicklung in diesem Bereich – zumindest bezogen auf die Stichtage des BBU-Preisspiegels – weiterhin ein eher heterogenes Bild liefert, wobei diesmal Preisrückgänge etwas überwiegen. Von einzelnen Ausreißern abgesehen, war das relative Veränderungsintervall der Preise erneut verhältnismäßig schmal ausgeprägt.
Wie im Vorjahr 2025 findet man auch bei den extremsten Preisänderungen keine dreistelligen Prozentwerte: genauer erstrecken sich die größten Mischpreisänderungen zum Vorjahr von -17,3 Prozent in Luckenwalde⁽²⁾ bis +74,3 Prozent in Templin⁽³⁾. Lässt man Templin als einzelnen Ausreißer außen vor, ist bei den Fernwärmepreisentwicklungen ein in beide Richtungen verhältnismäßig ausgewogenes Gesamtintervall von -17,3 Prozent in Luckenwalde⁽²⁾ bis +20,0 Prozent
in Angermünde⁽²⁾ zu erkennen.
Für das BBU-Modellhaus im Land Brandenburg müsste das Wohnungsunternehmen als Eigentümer der Hausanschlussstation beim teuersten Anbieter 148,83 Euro je MWh mehr für Fernwärme bezahlen als beim günstigsten Anbieter – eine Differenz von rund 147 Prozent. Ist der Versorger Eigentümer der Hausanschlussstation, ist die Preisspanne ebenfalls hoch, aber deutlich ausgeglichener: hier liegt die Differenz bei 74,61 Euro je MWh, beziehungsweise 53 Prozent.
In Berlin kostete die Megawattstunde (MWh) Fernwärme zum 1. Januar 2026 für das BBU-Modellhaus 171,16 Euro, was einem leichten Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht⁽¹⁾. Hierbei ist aber anzumerken, dass es sich um die Preisentwicklung eines großen Versorgers in der Bundeshauptstadt handelt, der aber nicht unbedingt die allgemeine Gesamtentwicklung in der Hauptstadt aufzeigen muss. Für das BBU-Modellhaus müsste das Wohnungsunternehmen in Berlin 39,45 Euro je MWh mehr für Fernwärme bezahlen als in Potsdam – eine Differenz von 30,0 Prozent.
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⁽¹⁾ Wie oben bereits erwähnt basieren die Berechnungen seit 2025 auf dem neuen aktualisierten BBU-Modellhaus. Da bereits im Vorjahr 2025 die neuen Annahmen für das Modellhaus verwendet wurden, basieren ab dieser Veröffentlichung aus dem Jahr 2026 die relativen und absoluten Mischpreisunterschiede auch wieder auf den im Vorjahr veröffentlichten Mischpreisen der jeweiligen Sparte sowie Stadt beziehungsweise Gemeinde.
⁽²⁾ Der mittlere Vorjahresmischpreis wurde insoweit angepasst, dass er sich auf dieselben Städte und Gemeinden bezieht, wie der aktuelle mittlere Mischpreis vom 01.01.2026. Zusätzlich wurden – insofern in der Tabelle des Artikels ausgewiesen – nachträglich umgesetzte Korrekturen einzelner Preise für das Jahr 2025 durch die Versorger berücksichtigt.
⁽³⁾ Die Hausanschlussstation befindet sich im Eigentum des Wohnungsunternehmens.
⁽⁴⁾ Die Hausanschlussstation befindet sich im Eigentum des Versorgers.
Weitere Artikel zu den Ergebnissen des BBU Preisspiegels 2026 finden Sie hier:
Zusammenfassung des BBU- Preisspiegels 2026
Preisentwicklung für das BBU-Modellhaus
Erdgas
Haushaltsstrom
Heizöl
Wasserversorgung und Wasserentsorgung
Müllentsorgung
Grundsteuer B
Teilnahmestatistik der Ver- und Entsorger in Brandenburg
Angaben zum Modellhaus
Rückblick: Zusammenfassung des BBU- Preisspiegels 2025
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