Haushaltsstrom ist in Brandenburg zum 01.01.2026 im Mittel nahezu unverändert geblieben – die Entwicklung fiel dabei regional aber sehr unterschiedlich aus. In Berlin ging es mit dem Strompreis nach unten
Der Strompreis hat sich in Brandenburg im Mittel zu 2025 kaum geändert, während er in Berlin wieder leicht zurückging
Der durchschnittliche Strompreis (Mischpreis aus Grund- und Arbeitspreis für einen Verbrauch von 2.500 Kilowattstunden im Jahr) lag im Land Brandenburg für das BBU-Modellhaus zum 1. Januar 2026 bei 39,41 Cent je Kilowattstunde (kWh) und damit um 0,3 Prozent⁽¹⁾ʼ⁽²⁾ höher als am 1. Januar 2025. Anders als im Vorjahr handelt es sich damit nicht mehr um eine einheitliche Entwicklung in Brandenburg – die Mischpreise für Strom gingen in der Mehrheit der betrachteten Orte zurück, stiegen in einer Reihe von Gemeinden aber auch deutlich an.
Etwa 27,5 Prozent dieses Preises entfallen dabei auf die Netzentgelte, die im Vergleich zum Vorjahr im Mittel um 16,3 Prozent günstiger wurden und zum Stichtag durchschnittlich bei 10,85 Cent je kWh lagen (zum 01.01.2025 waren es 12,97 Cent je kWh beziehungsweise 33,0 Prozent des Mischpreises). Bei den Netzentgelten dominieren zum 01.01.2026 damit klar die Preisreduktionen, die stellenweise sehr kräftig ausfallen – etwa in Fürstenwalde/Spree (-37,1 %), in Bad Belzig und zahlreichen weiteren Gemeinden mit demselben Tarif (jeweils -24,9 %) sowie in Schwedt/Oder (-20,7 %).
Bei genauerer Betrachtung der Strompreisentwicklung der einzelnen Orte und Kommunen fällt auf, dass sich zwei gegenläufige Bewegungen gegenüberstehen. Auf der einen Seite gab es mäßige bis deutliche Preisreduktionen in einer Dimension von 3 bis 20 Prozent, am stärksten in Frankfurt (Oder) mit -20,0 Prozent, gefolgt von Bad Liebenwerda, Calau, Elsterwerda, Großräschen, Herzberg (Elster), Lauchhammer, Lübben (Spreewald), Schwarzheide und Vetschau/Spreewald mit jeweils -14,2 Prozent sowie Schwedt/Oder mit -13,5 Prozent. Auf der anderen Seite verteuerte sich Strom in einer größeren Gruppe von Gemeinden um jeweils 9,1 Prozent auf 42,80 Cent je kWh. Dass der Landesdurchschnitt insgesamt praktisch unverändert blieb, ist auf diese großfloächigere Preiserhöhung zurückzuführen. Weitere Anstiege gab es in Prenzlau (+5,4 %) und in Bernau bei Berlin (+2,3 %).
In Brandenburg galt für das BBU-Modellhaus zum 1. Januar 2026 der höchste Mischpreis für einen Vertragstarif mit günstigem Strom mit 42,80 Cent je kWh in Bad Belzig, Bad Freienwalde (Oder), Beelitz, Beeskow und einer Reihe weiterer Gemeinden mit demselben Tarif, dicht gefolgt von Prenzlau mit 42,66 Cent je kWh. Preislich deutlich unterhalb des brandenburgischen Durchschnitts war zum 1. Januar 2026 dagegen der Strompreis in Eisenhüttenstadt mit 30,94 Cent je kWh sowie in Lübbenau/Spreewald und Luckau mit jeweils 33,52 Cent je kWh und in Guben mit 34,00 Cent je kWh.
Der Unterschied zwischen dem teuersten und günstigsten Strompreis zum Stichtag im Land Brandenburg liegt damit bei 11,86 Cent je kWh – eine Differenz von 38,3 Prozent! Die Preisspanne hat sich damit im Vergleich zum Vorjahresstichtag, an dem die Differenz noch bei 23,7 Prozent lag, deutlich ausgeweitet.
In Berlin kostete die Kilowattstunde Strom für das BBU-Modellhaus zum 1. Januar 2026 38,01 Cent und lag damit um 6,0 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Mieterinnen und Mieter zahlten im Berliner BBU-Modellhaus im Vergleich zu Potsdam bei einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh 2,10 Cent mehr je kWh – eine Differenz von rund 5,8 Prozent.
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⁽¹⁾ Wie oben bereits erwähnt basieren die Berechnungen seit 2025 auf dem neuen aktualisierten BBU-Modellhaus. Da bereits im Vorjahr 2025 die neuen Annahmen für das Modellhaus verwendet wurden, basieren ab dieser Veröffentlichung aus dem Jahr 2026 die relativen und absoluten Mischpreisunterschiede auch wieder auf den im Vorjahr veröffentlichten Mischpreisen der jeweiligen Sparte sowie Stadt beziehungsweise Gemeinde.
⁽²⁾ Der mittlere Vorjahresmischpreis wurde insoweit angepasst, dass er sich auf dieselben Städte und Gemeinden bezieht, wie der aktuelle mittlere Mischpreis vom 01.01.2026. Zusätzlich wurden – insofern in der Tabelle des Artikels ausgewiesen – nachträglich umgesetzte Korrekturen einzelner Preise für das Jahr 2025 durch die Versorger berücksichtigt.
Weitere Artikel zu den Ergebnissen des BBU Preisspiegels 2026 finden Sie hier:
Zusammenfassung des BBU- Preisspiegels 2026
Preisentwicklung für das BBU-Modellhaus
Fernwärme
Erdgas
Heizöl
Wasserversorgung und Wasserentsorgung
Müllentsorgung
Grundsteuer B
Teilnahmestatistik der Ver- und Entsorger in Brandenburg
Angaben zum Modellhaus
Rückblick: Zusammenfassung des BBU- Preisspiegels 2025
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