Auch 2025 sind in Berlin und Brandenburg mehr Menschen zu- als fortgezogen. Die Wanderungsgewinne fielen jedoch erneut deutlich geringer aus. Während Berlins Bevölkerung weiter moderat wuchs, sank die Einwohnerzahl Brandenburgs erstmals seit 2013. Regional verlief die Entwicklung sehr unterschiedlich.
Nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg verzeichneten beide Länder auch 2025 positive Wanderungssalden. Berlin gewann durch Zu- und Fortzüge knapp 19.700 Personen hinzu. Das waren 27 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit sank der Wanderungsgewinn im dritten Jahr in Folge.
Brandenburg verzeichnete einen Wanderungsgewinn von rund 16.600 Personen. Dieser lag 26,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dazu trugen sowohl weniger Zuzüge als auch mehr Fortzüge bei.
Zuzüge aus dem Ausland prägen Berlins Wanderungsbilanz
Berlins positiver Wanderungssaldo geht vor allem auf Zuzüge aus dem Ausland zurück. Zugleich zeigt die Betrachtung nach Staatsangehörigkeit: Bei ausländischen Staatsangehörigen ergab sich ein deutlicher Wanderungsgewinn, während Berlin bei deutschen Staatsangehörigen einen Wanderungsverlust verzeichnete.
Gegenüber dem übrigen Bundesgebiet verlor Berlin per Saldo Einwohnerinnen und Einwohner. Der mit Abstand größte Wanderungsverlust entstand gegenüber Brandenburg: Unter dem Strich zogen rund 12.500 Menschen mehr von Berlin nach Brandenburg als in die entgegengesetzte Richtung.
Auf Bezirksebene verzeichneten vor allem äußere Bezirke hohe Wanderungsgewinne. Die höchsten Werte wiesen Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg auf.
Brandenburg verzeichnet Wanderungsgewinne gegenüber Berlin
Brandenburg verzeichnete auch 2025 deutliche Wanderungsgewinne gegenüber Berlin. Besonders hoch war der Zuzugsüberschuss bei Kindern sowie bei den 30- bis unter 50-Jährigen. Bei den 18- bis unter 30-Jährigen verlor Brandenburg dagegen Einwohnerinnen und Einwohner an die Hauptstadt.
Der Wanderungsgewinn fiel im Weiteren Metropolenraum erneut geringfügig höher aus als im Berliner Umland. Dies zeigt, dass sich die Zuzüge nicht ausschließlich auf die berlinnahen Regionen konzentrieren.
Unterschiedliche Bevölkerungsentwicklung
Trotz positiver Wanderungssalden entwickelte sich die Bevölkerungszahl in beiden Ländern unterschiedlich. Ende 2025 lebten rund 3,7 Millionen Menschen in Berlin. Das waren 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Wanderungsgewinn glich den Sterbeüberschuss aus.
In Brandenburg sank die Bevölkerungszahl dagegen erstmals seit 2013. Ende 2025 lebten rund 2,55 Millionen Menschen im Land, 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Wanderungsgewinn reichte nicht aus, um die natürliche Bevölkerungsabnahme auszugleichen.
Auch innerhalb Brandenburgs verlief die Entwicklung gegensätzlich. Das Berliner Umland wuchs leicht, während die Bevölkerung im Weiteren Metropolenraum zurückging. Zuwächse verzeichneten unter anderem Barnim, Dahme-Spreewald und Potsdam. Deutliche Rückgänge gab es insbesondere in Teilen der Lausitz und der Uckermark.
Unterschiedliche Herausforderungen für die Wohnungsmärkte
Die abgeschwächte Wanderungsdynamik bedeutet nicht automatisch eine Entspannung der Wohnungsmärkte. Für deren Bewertung reichen Wanderungs- und Bevölkerungsdaten allein nicht aus. Entscheidend sind außerdem die Entwicklung der Haushalte, das verfügbare Wohnungsangebot, Leerstände und die regionale Verteilung der Nachfrage.
Berlin wächst weiterhin moderat. Zugleich weisen die Wanderungsbewegungen darauf hin, dass die Wohnraumnachfrage insbesondere in den äußeren Bezirken und Teilen des Berliner Umlands hoch bleibt.
Für Brandenburg ergibt sich ein differenziertes Bild. In den berlinnahen Regionen und in Potsdam sprechen die Daten weiterhin für einen Bedarf an zusätzlichen und bedarfsgerechten Wohnungsangeboten. Im Weiteren Metropolenraum stehen dagegen vielerorts die Anpassung der Bestände an eine sinkende und älter werdende Bevölkerung, der altersgerechte Umbau und der Umgang mit Leerständen im Vordergrund.
Die Ergebnisse unterstreichen die enge Verflechtung der Wohnungsmärkte in Berlin und Brandenburg. Die Herausforderungen reichen von zusätzlichem Wohnraum in wachsenden Regionen bis zur langfristigen Stabilisierung und Anpassung der Bestände in Regionen mit Bevölkerungsrückgang.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Wanderungsstatistik 2025 und Bevölkerungsfortschreibung 2025 für Berlin und Brandenburg.
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