Die umfassende Modernisierung eines unsanierten DDR-Plattenbaus im südlichen Stadtgebiet von Finsterwalde ist beispielhaft für gelungene Stadtentwicklung in Brandenburg. Mit dem Projekt „Zukunftsfitte Platte“ hat die Wohnungsgesellschaft der Stadt Finsterwalde (WGF) einen Bestandsbau an heutige Wohnbedürfnisse angepasst. Für das Projekt wurde die WGF am 17. Juli von BBU-Vorständin Maren Kern und Brandenburgs Infrastruktur-Minister Robert Crumbach mit dem Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ ausgezeichnet. Gefeiert wird damit auch die 150. Vergabe des Qualitätssiegels und damit der Kooperation des BBU mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg.
BBU‑Vorständin Maren Kern gratulierte: „Mit der ‚Zukunftsfitten Platte‘ zeigt die Wohnungsgesellschaft der Stadt Finsterwalde eindrucksvoll, wie sich Bestandsgebäude zukunftsfähig weiterentwickeln lassen: mit modernen, barrierearmen Grundrissen, modernem Wohnkomfort und einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter. Das Projekt steht exemplarisch für die Verbindung von sozial orientiertem Wohnen und einer zeitgemäßen, attraktiven Ausstattung – und ist damit ein überaus passender Preisträger für die 150. Ausgabe unseres Qualitätssiegels Gewohnt gut!“
Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach betonte: „Die Sanierung des Plattenbaus in Finsterwalde zeigt beispielhaft, wie durch eine ganzheitliche Modernisierung von Bestandsbauten ein echter Mehrwert für Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Stadtentwicklung geschaffen werden kann – funktional, sozial und städtebaulich attraktiv. Gerade in Regionen, die vom demografischen Wandel betroffen sind, sind solche Investitionen entscheidend, um Leerstand zu vermeiden, Wohnqualität zu sichern und Quartiere zukunftsfest zu machen. Ein tolles Jubiläumsprojekt!“
Die WGF‑Geschäftsführerin Elke Koinzer sagte: „Die Auszeichnung ist für uns eine großartige Anerkennung unserer Arbeit und ein schönes Geburtstagsgeschenk zum 35. Jubiläum der WGF! Mit der ‚Zukunftsfitten Platte‘ wollten wir einen unserer typischen DDR-Plattenbauten grundlegend modernisieren und an heutige Anforderungen anpassen. Unser Ziel war es, attraktiven und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig das Quartier nachhaltig aufzuwerten. Dass uns dies gelungen ist, bestätigt auch die sehr positive Resonanz unserer Mieterinnen und Mieter.“
Zum Projekt: „Zukunftsfitte Platte“ in der Mecklenburger Straße 1, Finsterwalde
Das Projekt befindet sich in Finsterwalde in einer zentrumsnahen Wohnlage im südlichen Stadtgebiet. Das Gebäude (Plattenbau des Typs LPC 3.5) ist Teil eines typischen DDR-Wohnquartiers, dessen Umfeld bereits in den 2000er-Jahren umfassend modernisiert wurde. Die Lage zeichnet sich durch eine gute Anbindung mit Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und großzügigen Grünflächen aus. Mit der Sanierung des Hauses konnte auch das letzte unsanierte Gebäude in das modernisierte Quartiersbild integriert werden. Baubeginn war im September 2021, die Fertigstellung erfolgte im September 2023.
Die Region Niederlausitz ist vom demografischen Wandel herausgefordert, sodass auch besondere Anforderungen an die nachhaltige Entwicklung des Wohnungsbestandes bestehen. Darauf hat die WGF mit diesem Projekt reagiert: Nach der Modernisierung umfasst das Gebäude weiterhin 30 Wohneinheiten, die jedoch vollständig neu strukturiert und an heutige Wohnbedürfnisse angepasst wurden. Durch optimierte Grundrisse entstanden größere Wohnungen mit einer modernen Ausstattung. Damit kann das kommunale Wohnungsunternehmen ein barrierearmes und zeitgemäßes Wohnungsangebot mit hoher Wohnqualität bieten, das auf gute Resonanz stößt: Die Wohnungen waren schon bei Fertigstellung sehr gefragt und das Gebäude ist nach Abschluss der Maßnahmen vollständig vermietet. Auch auf die Bezahlbarkeit hat das städtische Wohnungsunternehmen großen Wert gelegt: Die Mieten liegen bei 7,94 Euro nettokalt pro Quadratmeter, und die Betriebskosten bei 2,80 Euro (warme Betriebskosten).
Bauliche Merkmale: Komfortables und altersgerechtes Wohnen
Im Zuge der umfassenden Sanierung wurde das Gebäude vollständig entkernt und baulich neu organisiert. Dabei wurden die Treppenhäuser vollständig zurückgebaut und durch einen seitlichen Anbau mit neuem Treppenhaus und Aufzug ersetzt. So konnte ein barrierearmer Zugang zu allen Wohnungen geschaffen werden. Ein zentrales Gestaltungselement bildet der neu errichtete Laubengang, der den stufenlosen Zugang zu allen Wohnungen über einen Aufzug auf jeder Etage ermöglicht. Diese Lösung bietet (nicht nur) Menschen mit Gehhilfen eine Alltagserleichterung.
Die Grundrisse der 30 Wohnungen wurden grundlegend überarbeitet: Ehemalige Zwei-Raum-Wohnungen wurden vergrößert und funktional optimiert. Drei-Raum-Wohnungen wurden zu modernen Zwei-Raum-Wohnungen umgestaltet. Auch die Wohnqualität wurde verbessert: Tageslichtbäder mit ebenerdigen Duschen ersetzen die früher innenliegenden Bäder. Deutlich vergrößerte Balkone schaffen zusätzliche Aufenthaltsqualität. Barrierearme Ausstattungsmerkmale ermöglichen ein komfortables Wohnen auch im Alter. Auch der Energiebedarf konnte optimiert werden: Der Plattenbau vom Typ LPC 3,5 wurde mit einer zusätzlichen Steinwolldämmung (Stärke 120 mm) versehen, so dass die Dämmung nun eine Stärke von 180 mm aufweist. Zusätzlich wurde die Kellerdecke mit 100 mm gedämmt sowie auch das Dach (140mm). Zudem wurden dreifach-verglaste Fenster eingebaut.
Laubengang und Fassadengestaltung als Identifikations-Elemente
Der Laubengang ist in Finsterwalde einzigartig und verleiht dem Objekt nicht nur funktional, sondern auch architektonisch einen besonderen Charakter. In Kombination mit der farbenfrohen Fassadengestaltung wurde ein Mehrwert für zeitgemäßes und selbstbestimmtes Wohnen geschaffen. Das Gebäude fügt sich nun harmonisch in das bereits modernisierte Wohnumfeld ein. Damit konnte das Quartiersimage deutlich verbessert und die Attraktivität des Wohnstandortes nachhaltig gestärkt werden.
Rund 4,7 Millionen Euro investiert
Die Investitionssumme belief sich auf 4,7 Millionen Euro, davon wurden 2,6 Millionen Euro aus Krediten finanziert und 2,1 Millionen Euro an Eigenmitteln aufgewendet. Förderungen wurden für das Projekt nicht in Anspruch genommen.
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