Studie: Jeder zweite Mieter kennt seinen Nachbarn nicht

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Deutschlands Mieter sind kontaktscheu. Statt einer Plauderei im Treppenhaus oder gemeinsamen Partys im Hof ziehen sich die Bundesbürger lieber in ihre eigenen vier Wände zurück. Nur etwa ein Drittel (35 Prozent) wünscht sich einen engeren Kontakt zu den Nachbarn. Und jeder Zweite kennt den Bewohner nebenan nicht einmal. Trotzdem ist die große Mehrheit insgesamt zufrieden mit den Mitbewohnern. Das ergab eine bevölkerungsrepräsentative Studie hervor, für die die TU Darmstadt  1.000 Mieter in Deutschland befragt hat.

Den Wunsch nach Anonymität haben sowohl Frauen als auch Männer: Das weibliche Geschlecht kennt seine Mitbewohner nur unwesentlich besser als das männliche. Dennoch geben 63 Prozent ihrer Nachbarschaft gute oder sehr gute Noten. Lediglich sieben Prozent bezeichnen den Umgang untereinander als mangelhaft oder ungenügend. Nur 22 Prozent erleben häufiger Streit in ihrem Wohnumfeld. Und nur jeder Achte gibt an, sich nicht mit den Nachbarn zu verstehen.

"In einer immer älter werdenden Gesellschaft ist soziales Engagement, Nachbarschaftshilfe und ein Miteinander der Generationen wichtig", sagt Prof. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt. Der Immobilienexperte empfiehlt Mietern und Wohnungsbauunternehmen gleichermaßen, sich ein Netzwerk aufzubauen. Für Mieter reicht oft schon der direkte Kontakt zum Nachbarn. Denn wie die Studie auch belegt: 81 Prozent der Befragten würden ihre Unterstützung anbieten, wenn ein benachbarter Bewohner Hilfe brauchen sollte. Dabei sind Frauen (84 Prozent) noch hilfsbereiter als Männer (78 Prozent).