Klimaschutzpartner Berlin: Gewinner mit zukunftsweisenden Lösungen ausgezeichnet

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Klimaschutzpartner Berlin 2026

Von Wasser- und Wärmerückgewinnung über Drohnenlogistik bis zum Fahrradparkhaus: Am 5. Mai wurden die Preisträger des renommierten Wettbewerbs der Berliner Wirtschaft „Klimaschutzpartner des Jahres“ gekürt


Insgesamt 44 Projekte hatten sich in diesem Jubiläumsjahr beworben. Die Jury nominierte daraus 16 Projekte, die mit rund 180 Gästen ihre Projekte für den mit 2.500 Euro dotierten Publikumspreis pitchen konnten. Die Verleihung fand im Rahmen der „Berliner Energietage“ im Ludwig Erhard Haus statt. Der BBU ist Projektpartner und in der Jury vertreten.

In der Kategorie „Realisierte Projekte“ gewann das Reallabor IWIQ zur Wasser- und Wärmerückgewinnung im Gebäudebestand. In der Kategorie „Innovative Planungen“ wurde das Drohnenprojekt „U‑Space Berlin“ für den emissionsarmen Transport medizinischer Proben prämiert. Das erste öffentliche Fahrradparkhaus Berlins in Schöneweide erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Projekte öffentlicher Einrichtungen“.

Einreichungen von BBU-Mitgliedsunternehmen

berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH (Kategorie C)
Eingereicht wurde das Projekt „Wasserresourcenmanagement und Wärmerückgewinnung im klimaneutralen Neubau für Senioren“. Im Mittelpunkt steht die Verbindung aus klimaschonender Gebäudeversorgung und effizienter Nutzung von Wasser- und Wärme-Ressourcen im Neubaukontext.

Wohnungsbau-Genossenschaft Treptow Nord eG (Kategorie A)
Eingereicht wurde das Projekt „Für eine sozialverträgliche und demokratische Energiewende – Mieterstrom in Wohnungsbaugenossenschaften“. Laut Einreichung umfasst das Vorhaben Photovoltaikanlagen auf 89 Gebäuden mit über 5 MWp installierter Leistung und die Versorgung von 3.149 Wohneinheiten. Als jährliche Wirkung werden rund 5,09 GWh Stromerzeugung sowie eine CO₂-Vermeidung von ca. 1.847 t pro Jahr angegeben. Beschrieben wird zudem ein Umsetzungsansatz über ein virtuelles Summenzähler-Konzept; Teilnahme und Anbieterwahl bleiben freiwillig bzw. frei.

Eingereichte Projekte mit Praxisrelevanz für Wohnungsunternehmen (Auswahl)

  • Holz-/Holzhybridbau und Quartiersansätze: Das genossenschaftliche Holzbauquartier „Rot Buckow“ (72 Wohnungen) kombiniert Holzhybridbauweise, KfW-40-Standard, PV sowie Dach- und Fassadenbegrünung und beschreibt ein Quartiers-Niedertemperaturnetz (u. a. mit Abwasserrückgewinnung). 
  • Grauwasserrecycling und Wärmerückgewinnung im Bestand: Das Reallabor IWIQ (Preisträger) untersucht Grauwasserrecycling und Wärmerückgewinnung für Bestandsgebäude und nennt als Partner u. a. HOWOGE sowie die Erste Wohnungsgenossenschaft Berlin-Pankow. 
  • Abwärme und Niedertemperaturnetze für die Wärmewende: Ein Nahwärmenetz nutzt Abwärme aus einem Rechenzentrum und verteilt diese über ein Niedertemperaturnetz mit dezentralen Wärmepumpen; als Wirkung werden deutliche CO₂-Einsparungen im Bestand beschrieben. 
  • Neubau mit Wasser- und Energieeffizienz: Beim „Kolping Jugendwohnen Berlin-Mitte“ (104 Zimmer) werden u. a. Grauwassernutzung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Solarthermie, Holzpelletheizung und Dachbegrünung dargestellt. 
  • Regenerative Vollversorgung und sommerlicher Wärmeschutz: Das Projekt „Haus im Park“ beschreibt ein Wohnhaus in Holzhybridbauweise mit regenerativer Energieversorgung (u. a. Geothermie, Wärmepumpe, Photovoltaik) und Betrieb ohne fossile Energien. 
  • Holzmassivbau im urbanen Kontext: Das „Massivholzhaus Haeckelstraße“ (5 Wohnungen) nennt u. a. Wärmepumpe, PV mit Batteriespeicher sowie Regenwassernutzung (KfW-55).

Für BBU-Mitgliedsunternehmen lassen sich aus den Einreichungen insbesondere folgende Linien ableiten:

  • Skalierbarkeit von PV/Mieterstrom im Bestand: Die Einreichung der WBG Treptow Nord eG macht deutlich, welche Größenordnungen und organisatorischen Umsetzungsmodelle (u. a. virtuelle Summenzähler) bei gebäudeübergreifenden Lösungen eine Rolle spielen können – einschließlich der Frage, wie Teilnahmemodelle in bewohnten Beständen gestaltet werden. 
  • Ressourceneffizienz als Querschnittsthema: Grauwasser, Wärmerückgewinnung und wasserbezogene Konzepte werden sowohl im Neubau als auch im Bestand adressiert und sind anschlussfähig an Sanierungsfahrpläne, Quartiersentwicklungen sowie die Anforderungen an Betrieb und Instandhaltung (Technik, Wartung, Monitoring). 
  • Wärmeversorgung weiterdenken: Abwärmenutzung und Niedertemperaturkonzepte werden als Bausteine für eine klimafreundliche Wärmeversorgung im Bestand sichtbar – insbesondere dort, wo lokale Wärmequellen verfügbar sind und netzgebundene Lösungen perspektivisch ausgebaut werden können. 
  • Bauweisen und Standards: Holz-/Holzhybrid- und Holzmassivbau werden in Verbindung mit Effizienzstandards und erneuerbarer Versorgung als Ansätze für klimafreundlichen Neubau und Nachverdichtung dargestellt.


Zum Preis

Bereits seit 2002 wird der Preis „Klimaschutzpartner des Jahres“ vom Bündnis Klimaschutzpartner Berlin verliehen und ist damit einer der renommiertesten Auszeichnungen im Bereich Klimaschutz in Berlin. Mit Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sowie der Innung SHK Berlin gewinnt der Wettbewerb in der aktuellen Auflage erneut zwei neue Unterstützer. Das Bündnis wird zudem getragen von der Architektenkammer Berlin, Baukammer Berlin, BBU Verband Berlin- Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg e.V., Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V., Handwerkskammer Berlin, IHK Berlin, Ostdeutscher Bankenverband e.V., Verband kommunaler Unternehmen e.V. – Landesgruppe Berlin-Brandenburg, Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. sowie den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.

Quellen: BBU; IHK Berlin

Ansprechpersonen

 Jan Robert Kowalewski
Jan Robert
Kowalewski
Bereichsleiter
Technik / Energie / Klima
T +49 (30) 89781 - 154