Mikrozensus 2025: Einpersonenhaushalte in Berlin und Brandenburg häufigste Haushaltsform
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat am 26. Mai 2026 erste Ergebnisse des Mikrozensus 2025 veröffentlicht, darunter auch Angaben zu den Haushalten. Der Mikrozensus ist eine jährliche Befragung von rund einem Prozent der Bevölkerung. Die Ergebnisse liefern statistische Informationen zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung und dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. Die nachfolgenden Ergebnisse bezüglich der Haushalte beziehen sich auf Hauptwohnsitze, also private Haushalte, in denen mindestens eine Person ab 16 Jahren am Hauptwohnsitz wohnt.
Nach Mitteilung des Amtes waren Einpersonenhaushalte 2025 in Berlin und Brandenburg die häufigste Haushaltsform. Von den rund 1,95 Millionen Haushalten in Berlin entfallen etwa 977.000 auf diese Strukturform - ein Anteil von 50 Prozent. Damit besteht statistisch gesehen jeder zweite Haushalt in der Hauptstadt aus einer alleinlebenden Person.
In Brandenburg liegt der entsprechende Anteil bei 39,1 % (493.000 von 1,26 Millionen Haushalten) und bildet dort ebenfalls die häufigste Haushaltsform. Zweipersonenhaushalte folgen mit 28,4 % in Berlin und 36,4 % in Brandenburg, während Haushalte mit fünf oder mehr Personen mit 3,6 % bzw. 2,7 % nur einen kleinen Teil der Gesamtstruktur ausmachen.
Die innerstädtische DIfferenzierung in Berlin verdeutlicht, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte in allen Bezirken über 40 % liegt - am niedrigsten in Marzahn-Hellersdorf mit 43,9 %, am höchsten in Friedrichshain-Kreuzberg mit 59,2 %, gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf (53,8 %) und Neukölln (53,4 %). In Bezirken mit stärkerem Familienbezug - etwa Marzahn-Hellersdorf (56,1 %), Reinickendorf (54,5 %) und Treptow-Köpenick (54,2 %) - überwiegen dagegen Mehrpersonenhaushalte.
In Brandenburg fällt auf, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte insbesondere in mittelgroßen Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohner*innen überdurchschnittlich hoch ist - dort lebt jede zweite Person allein. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohner*innen beträgt der Anteil 43,3 %. Die höchsten Werte werden in Frankfurt (Oder) mit 53,2 % und Cottbus mit 50,2 % registriert. Deutlich geringere Anteile alleinlebender Personen finden sich dagegen in den Landkreisen Märkisch-Oderland (32,2 %), Potsdam-Mittelmark (32,7 %) und Oberhavel (33,4 %).
In Berlin war rund jede dritte alleinlebende Person 65 Jahre oder älter. Ihr Anteil lag bei 30,2 %. Die 35- bis 49‑Jährigen stellten mit 20,6 % die kleinste Gruppe unter den Alleinlebenden. In Brandenburg war die Altersgruppe der 18- bis 34‑Jährigen mit 15,3 % am geringsten vertreten.
Die Altersstruktur alleinlebender Personen unterscheidet sich in beiden Ländern deutlich nach dem Geschlecht. Insbesondere bei den Frauen zeigt sich ein hoher Anteil älterer Alleinlebender. In Berlin war mehr als jede dritte alleinlebende Frau (40,5 %) 65 Jahre oder älter. Der Anteil der 35‑ bis 49‑Jährigen lag dagegen bei 14,9 %. In Brandenburg fiel der Unterschied noch deutlicher aus: 58,5 % der alleinlebenden Frauen waren 65 Jahre oder älter, lediglich 8,8 % gehörten der mittleren Altersgruppe zwischen 35 und 49 Jahren an.
Bei den Männern ist die Altersverteilung gleichmäßiger ausgeprägt. In Berlin war jeder fünfte alleinlebende Mann (20 Prozent) 65 Jahre oder älter, während ein Drittel (33 %) der alleinlebenden Männer zur Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen zählte. In Brandenburg entfielen 30,7 % der alleinlebenden Männer auf die Gruppe der 50‑ bis 64‑Jährigen; der Anteil der Männer ab 65 Jahren lag etwa sechs Prozentpunkte niedriger. Der höhere Anteil älterer alleinlebender Frauen ist im Wesentlichen auf die längere Lebenserwartung von Frauen zurückzuführen.
Auch im regionalen Vergleich zeigen sich Unterschiede in der Altersstruktur. In kleinen Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohner*innen war die Altersstruktur der Alleinlebenden deutlich älter geprägt. Der Anteil jüngerer Alleinlebender (unter 35‑Jährige) lag dort bei 11,9 % und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 15,3 %. Gleichzeitig lebten hier 46,4 Prozent der alleinlebenden Personen im Alter von 65 Jahren und mehr. In Städten mittlerer Größe (50.000 bis unter 100.000 Einwohner*innen) lag dieser Anteil bei 38,2 %. Damit bestätigt sich ein deutliches Stadt-Land-Gefälle, bei dem der Anteil älterer Alleinlebender in ländlichen Regionen (und kleineren Gemeinden) deutlich höher ist als in mittleren und größeren Städten.
Aktuelle statistische Bericht mit detaillierten Daten und Ergebnissen stehen auf der Seite des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg als Excel-Datei und als PDF zum Download zur Verfügung.
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