Landesweit moderater Anstieg um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr
Zum 30. Juni 2025 lag die durchschnittliche Nettokaltmiete im Bestand der Brandenburger BBU-Mitgliedsunternehmen bei 6,00 Euro/m². Gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt (5,82 Euro/m²) entspricht das einem moderaten Anstieg um 3,1 Prozent - etwas weniger als im Vorjahr (+3,6 %). Grundlage dieser Werte sind die im Rahmen der BBU-Marktmonitor-Befragung für Brandenburg erhobenen Mietangaben zu rund 273.700 preisfreien und preisgebundenen Wohnungen. Für die nicht preisgebundenen Wohnungen erfolgt die Auswertung zusätzlich differenziert nach sieben Baualtersklassen, um Strukturunterschiede im Bestand abzubilden.
Preisfreier Wohnungsbestand
Rund 95 Prozent der erfassten Wohnungen entfallen auf den preisfreien Bestand. Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 stiegen die durchschnittlichen Nettokaltmieten hier um 3,1 Prozent, von 5,82 Euro/m² auf 6,00 Euro/m² - ein etwas schwächerer Zuwachs als im Vorjahr (+3,7 %). In allen Baualtersklassen des preisfreien Bestands lagen die Jahresdurchschnittsmieten über denen des Vorjahres.
Mietentwicklung nach Baualtersklassen
Die Baualtersstruktur spielt weiterhin eine zentrale Rolle für das Mietniveau. Über vier Fünftel (81,2 Prozent) der preisfreien Wohnungen stammen aus den Jahren 1949 bis 1990. Diese beiden Baualtersklassen verzeichneten im Juni 2025 eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 5,70 €/m² (gemittelter Wert), also rund fünf Prozent weniger als der Gesamtdurchschnitt. Wenn gleich die Auswertung zeigt, dass die Mieten in allen Baualtersklassen gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, fiel der Anstieg in den beiden dominierenden Baualtersklassen im Vergleich zum landesweiten Mittelwert unterdurchschnittlich aus. Die höchste Mietdynamik wurde in der jüngsten Baualtersklasse ab 2012 mit einem Anstieg von +3,9 Prozent beobachtet, wobei dieses Segment mit einem Anteil von 2,6 Prozent des preisfreien Bestandes einen nur begrenzenden Einfluss auf die Gesamtmietentwicklung hat. Die geringste Steigerung wurde in der Baualtersklasse 1991 bis 2000 verzeichnet, mit einem durchschnittlichem Zuwachs von 2,2 Prozent.
Preisgebundener Wohnungsbestand
Der preisgebundene Bestand umfasst rund 13.680 Wohnungen, also etwa fünf Prozent des Gesamtbestands der Brandenburger BBU-Mitgliedsunternehmen. Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 erhöhten sich die Nettokaltmieten hier um 1,94 Prozent, was unter dem Zuwachs des preisfreien Bestands (3,12 %) und unter dem Vorjahreswert (2,46 %) liegt. Zum 30. Juni 2025 betrug die durchschnittliche Nettokaltmiete 5,98 Euro/m² und lag damit nur zwei Cent unter dem preisfreien Durchschnitt - ein Indiz für die fortschreitende Annäherung beider Marktsegmente.
Regionale Mietunterschiede
Strukturräume Brandenburgs
Die regionalen Unterschiede sind weiterhin deutlich: Im Berliner Umland lagen die Bestandsmieten mit 6,65 Euro/m² (+3,3 %) um über einen Euro höher als im Weiteren Metropolenraum, wo im Schnitt 5,56 Euro/m² (+2,95 %) erzielt wurden. Die Differenz spiegelt die ungleiche Nachfragedynamik zwischen den stärker nachgefragten Randlagen der Hauptstadt und den peripheren Gebieten wider.
Berliner Umland
Im Berliner Umland verzeichneten die BBU-Mitgliedsunternehmen zwischen Juli 2024 und Juni 2025 einen Anstieg der durchschnittlichen Nettokaltmieten um 3,3 Prozent bzw. 0,21 €/m² auf 6,65 €/m². Damit lagen die Mieten 0,65 Euro/m² bzw. 10,8 Prozent über dem brandenburgweiten Durchschnitt, zugleich aber 0,45 €/m² (gut sechs Prozent) unter dem Niveau des Berliner Bestands.
Wie auf Landesebene insgesamt wiesen auch hier die beiden bestandsstärksten Baualtersklassen - 1949 bis 1972 und 1973 bis 1990 - die günstigsten Durchschnittsmieten auf. Diese lagen bei 6,21 €/m² bzw. 6,02 €/m². Zusammen bilden sie mit rund 70.400 Wohnungen rund 71 Prozent des preisfreien Bestands der Brandenburger BBU-Mitgliedsunternehmen im Berliner Umland. Der gewichtete Mittelwert für diese Baualtersklassen betrug 6,09 €/m² - und lag damit etwa 0,60 Euro/m² unter dem Durchschnitt des gesamten preisfreien Bestands.
Die höchsten durchschnittlichen Nettokaltmieten entfielen auf die ab 2022 errichteten Wohnungen, mit über 12 Euro/m², allerdings machen diese lediglich rund 1,4 Prozent des preisfreien Bestands aus.
Am stärksten verteuerten sich die Wohnungen der Baujahre 1991 bis 2000: Die durchschnittliche Nettokaltmiete stieg hier um 4,4 Prozent auf 8,16 €/m². Dieses Segment umfasst etwa 5.000 Wohnungen und hat damit einen Anteil von rund 5 Prozent am Gesamtbestand der BBU-Mitgliedsunternehmen im Berliner Umland.
Im preisgebundenen Segment, das mit rund 7.200 Wohnungen etwa 7,3 Prozent des Gesamtbestands ausmacht, erhöhten sich die Nettokaltmieten bis Juni 2025 um 2,1 Prozent auf 6,34 €/m². Der Anstieg blieb damit deutlich unter dem landesweiten Durchschnittswert.
Weiterer Metropolenraum
Im Weiteren Metropolenraum lagen die durchschnittlichen Nettokaltmieten am 30. Juni 2025 bei 5,56 EUR/m². Damit stiegen sie gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt um 2,95 Prozent bzw. 0,16 Euro/m².
Im Vergleich wohnte es sich in den Gemeinden dieses Strukturaums deutlich günstiger als in den anderen Teilräumen:
- 1,09 €/m² bzw. rund 16 Prozent unter dem Durchschnitt des Berliner Umlands
- 1,54 €/m² bzw. rund 22 Prozent unter dem Niveau des Berliner Bestands der BBU-Mitgliedsunternehmen.
Die preisfreien Wohnungen verteuerten sich mit +2,96 Prozent auf 5,57 EUR/m² etwas stärker als der preisgebundene Bestand, der um +2,6 Prozent auf 5,45 EUR/m² zulegte.
Mehr als 85 Prozent des Gesamtbestands (85,7 %) wiesen Mieten unterhalb des Strukturraumdurchschnitts auf. Die Wohnungen der beiden bestandsstärksten Baualtersklassen - 1949 bis 1972 und 1973 bis 1990 - verteuerten sich zwischen Juli 2024 und Juni 2025 um durchschnittlich 3,0 Prozent, blieben mit einem gemittelten Nettokaltmietenwert von 5,50 €/m² jedoch unter dem Durchschnitt der preisfreien Wohnungen (5,57 EUR/m²). Besonders günstig war das Wohnen in Wohnungen der Baujahre 1973 bis 1990: Mit 5,42 Euro/m² verzeichnete dieses Segment - das 36,1 Prozent des Gesamtbestandes im Weiteren Metropolenaum ausmacht - das niedrigste Mietniveau . Die höchsten Durchschnittsmieten fanden sich erwartungsgemäß in den ab 2012 errichteten preisfreien Wohnungen mit 10,90 Euro/m².
Mietenentwicklung 2024/2025 nach Landkreisen
Die durchschnittlichen Nettokaltmieten der BBU-Mitgliedsunternehmen unterscheiden sich auch 2025 weiterhin deutlich zwischen den Brandenburger Landkreisen und kreisfreien Städten. Zum 30. Juni 2025 lag das niedrigste Mietniveau im Landkreis Elbe-Elster bei 5,18 Euro/m² (2024: 5,06 Euro/m²) - und damit rund 14 Prozent unter dem brandenburgweiten Durchschnitt von 6,00 Euro/m². Unterhalb des Landesdurchschnitts lagen insgesamt zwölf Regionen, also die Mehrzahl der 18 Landkreise und kreisfreien Städte. Dazu zählen insbesondere alle berlinfernen Landkreise sowie - mit Ausnahme der Landeshauptstadt Potsdam - alle kreisfreien Städte.
Ein überdurchschnittliches Mietniveau wiesen nur fünf Regionen auf: Dahme-Spreewald, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Barnim und die Landeshauptstadt Potsdam, wo mit 6,97 Euro/m² die höchste Durchschnittsmiete des Landes erreicht wurde.
In allen Landkreisen und kreisfreien Städte stiegen die durchschnittlichen Nettokaltmieten gegenüber dem Vorjahr an: Die höchsten Zuwächse verzeichneten Oberspreewald-Lausitz, Märkisch-Oderland, Ostprignitz-Ruppin und Havelland mit Steigerungsraten von jeweils über vier Prozent. Dennoch lagen die Mietniveaus in diesen Regionen weiterhin unterhalb des brandenburgischen Durchschnitts.
Die geringsten Steigerungsraten wurde in Frankfurt (Oder), Teltow-Fläming und der Prignitz beobachtet - mit Anstiegen von weniger als zwei Prozent. Weitere sieben Landkreise und kreisfreie Städte blieben unter dem landesweiten Mietzuwachs von 3,1 Prozent. Insgesamt befanden sich rund 58 Prozent aller Wohnungen der Brandenburger BBU-Mitgliedsunternehmen in Landkreisen mit unterdurchschnittlichen Mietendynamik.
Mietenentwicklung 2024/2025 auf Gemeindeebene
Die ortsbezogene Auswertung der Nettokaltmieten zeigt zum 30. Juni 2025 deutliche Unterschiede zwischen den Gemeinden. In der Mehrzahl der erfassten Gemeinden (36 von 55 Orten) lagen die durchschnittlichen Nettokaltmieten unter dem brandenburgweiten Durchschnitt von 6,00 Euro/m².
Die höchsten Durchschnittsmieten wurden in Falkensee (7,76 Euro/m²) und Blankenfelde-Mahlow (7,27 Euro/m²) ermittelt, gefolgt von Potsdam (6,97 Euro/m²). Günstiger ist das Wohnen in Velten, wo eine für das Berliner Umland vergleichsweise günstige Durchschnittsmiete mit 5,11 Euro/m² registriert wurde.
In allen erfassten Gemeinden des Berliner Umlands wurden zwischen Juli 2024 und Juni 2025 Mietsteigerungen verzeichnet. Die stärksten Zuwächse entfielen auf Falkensee (+6,2 %) und Blankenfelde-Mahlow (+6,1 %), also auf Orte, die bereits zuvor überdurchschnittliche Mietniveaus aufwiesen. Die niedrigsten Anstiegsraten gab es in Ludwigsfelde, Velten, Teltow und Oranienburg, wo die Steigerungen unter 2 Prozent blieben - bei weiterhin unterdurchschnittlichen Mietwerten.
Im Weiteren Metropolenraum zeigte sich ein insgesamt moderates Mietniveau. In vier Gemeinden (Fürstenwalde/Spree, Eberswalde, Lübben und Prenzlau) lagen die durchschnittlichen Nettokaltmieten über dem Landesdurchschnitt von 6,00 Euro/m². In drei weiteren Gemeinden betrug das Mietniveau unter fünf Euro/m², wobei Fürstenberg/Havel mit 4,50 Euro/m² das günstigste Mietniveau aufwies.
Nahezu alle Gemeinden des Weiteren Metropolenraums verzeichneten Mietanhebungen. Die höchsten relevanten Steigerungen gegenüber dem Vorjahr traten in Kyritz, Senftenberg und Calau mit Zuwächsen von über sechs Prozent auf. Bad Liebenwerda und Wriezen registrierten hingegen die geringsten Steigerungen, während in Trebbin und Fürstenberg/Havel sogar leicht rückläufige Mietentwicklungen festgestellt wurden - hier lag die durchschnittliche Nettokaltmiete zum Stichtag unter dem Vorjahresniveau.
Mietniveaus nach Wohnungsgrößenklassen
Die Mietpreise variieren deutlich nach Wohnungsgröße. Im preisfreien Bestand der Brandenburger BBU-Mitgliedsunternehmen verfügen rund 76,8 Prozent der Wohnungen über eine Wohnfläche zwischen 45 und 75 Quadratmetern. Fast die Hälfte aller Wohnungen (45,4 %) entfällt auf die Größenklasse 45 bis 60 m², die zugleich die günstigste Durchschnittsmiete aufweist: Zum 30. Juni 2025 betrug sie 5,83 Euro/m² und lag damit deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 6,00 Euro/m². Große Wohnungen ab 90 m² weisen mit über 7,00 Euro/m² die höchsten Mietwerte auf, machen aber nur rund 3 Prozent des Gesamtbestands aus.
Spezifische Angaben durchschnittlicher Nettokaltmieten nach Wohnungsgrößenklassen für die beiden Strukturräume sowie alle Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Brandenburg stehen exklusiv den Mitgliedsunternehmen des BBU im Downloadbereich des Artikels zur Verfügung.
Die Grafiken in diesem Artikel stehen als JPG zum Download zur Verfügung.
Darüber hinaus stehen für BBU-Mitgliedsunternehmen Daten als Excel-Download zur Verfügung. Der Excel Download enthält folgende Daten:
| Anlage 1 | Nettokaltmiete im Bestand der Mitgliedsunternehmen des BBU im Land Brandenburg nach Baujahr 30.06.2025 und 30.06.2024 |
| Anlage 2 | Nettokaltmiete im Bestand der Mitgliedsunternehmen des BBU im Berliner Umland nach Baujahr 30.06.2025 und 30.06.2024 |
| Anlage 3 | Nettokaltmiete im Bestand der Mitgliedsunternehmen des BBU im Weiteren Metropolenraum nach Baujahr 30.06.2025 und 30.06.2024 |
| Anlage 4 | Nettokaltmiete im Bestand der Mitgliedsunternehmen des BBU im Land Brandenburg nach Landkreisen, Kreisfreien Städten und Strukturräumen 30.06.2025 und 30.06.2024 |
| Anlage 5 | Nettokaltmiete im Bestand der Mitgliedsunternehmen des BBU im Land Brandenburg nach Orten und Strukturräumen 30.06.2025 und 30.06.2024 |
| Anlage 6 | Nettokaltmiete im preisfreien Bestand der Mitgliedsunternehmen des BBU im Land Brandenburg nach Wohnungsgröße (Mittelwert €/m² Wohnfläche monatlich) am 30.06.2025 |
| Anlage 7 | Nettokaltmiete im preisfreien Bestand der Mitgliedsunternehmen des BBU im Land Brandenburg nach Wohnungsgrößen und Landkreisen /kreisfreien Städten (Mittelwert €/m² Wohnfläche monatlich) am 30.06.2025 |
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