Neue Tiefstwerte in der langjährigen Betrachtung
Mit 6,9 Prozent bzw. rund 21.000 leerstehenden Wohnungen im Land Brandenburg sank die Leerstandsquote im Bestand der BBU-Mitgliedsunternehmen Ende 2024 im dritten Jahr in Folge auf einen neuen Tiefstwert (-0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr). Die Reduktion leerstehender Wohnungen in Gemeinden des Weiteren Metropolenraums fiel mit -421 Wohnungen stärker aus als in den Gemeinden des Berliner Umlandes (-292 Wohnungen) und führte für beide Teilräume ebenfalls zu neuen Quoten-Tiefstwerten in der langjährigen Betrachtung seit 2009.
Trotz Rückgangs auf 9,5 Prozent ist der Leerstand im Weiteren Metropolenraum immer noch mehr als fünfmal so hoch wie in den Berliner Umlandgemeinden (1,8 %). Mithin steht in dieser Region nach wie vor fast jede zehnte Wohnung im Bestand der BBU-Mitgliedsunternehmen leer. Gleichermaßen ist zu konstatieren, dass ein ähnlich starker Rückgang der Leerstandsquote im Weiteren Metropolenraum wie zwischen 2021 und 2024 (-1,5 Prozentpunkte) in den 2010er Jahren noch sieben Jahre (2009 - 2016: -1,6 Prozentpunkte) dauerte.
Prozentual niedrigste Leerstände am jeweiligen Gesamtbestand von BBU-Mitgliedsunternehmen in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten zeigen sich in Potsdam und Potsdam-Mittelmark, allerdings bei unterschiedlicher Entwicklung der Quote gegenüber Ende 2023. Auch die unmittelbar an Berlin angrenzende Landkreise Oberhavel, Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und Barnim zeichnen sich erneut durch weit unter dem Landesdurchschnitt liegende Leerstandsquoten aus. Mit Cottbus und Frankfurt (Oder) als kreisfreie Städte sowie dem Landkreis Uckermark finden sich auch drei Regionen im Weiteren Metropolenraum mit im Landesvergleich niedrigem Leerstand.
Vielmehr konzentriert sich der Leerstand auch weiterhin insbesondere an den Rändern des Landes Brandenburg – mit dem höchsten Wert im Landkreis Spree-Neiße, wo nahezu jede fünfte Wohnung leer steht (19,9 %). Gefolgt von der Prignitz (15,2 %), Oberspreewald-Lausitz (13,0 %) und Elbe-Elster (12,2 %) mit noch zweistelligen Leerstandsquoten.
In den berlinfernen Landkreisen wurden mehrheitlich höhere Leerstandsquoten als noch im Vorjahr festgestellt mit höchster Dynamik in der Prignitz (+0,7 Prozentpunkte), gefolgt von der Ostprignitz sowie den Landkreisen Oder-Spree und Oberspreewald-Lausitz. In allen kreisfreien Städten wiederum wurde der prozentuale Anteil leerstehender Wohnungen am jeweiligen Gesamtbestand reduziert und zum Teil deutlich niedrigere Leerstandsquoten zum Jahresende 2024 ermittelt. Allen voran sticht hier Brandenburg an der Havel hervor (-2,6 Prozentpunkte) bei allerdings noch immer vergleichsweise hoher Leerstandsquote von 9,1 Prozent. Auch absolut betrachtet reduzierte sich der Bestand leerstehender Wohnungen in Brandenburg an der Havel am deutlichsten. Es folgen der Landkreis Barnim und die Landeshauptstadt Potsdam.
Allerdings lägen die Leerstände ohne die bislang erfolgten Abrisse durch die BBU-Mitgliedsunternehmen noch deutlich höher mit Werten von 40 Prozent und darüber, wie nachfolgende Karte der hypothetischen Leerstandsquote eindrucksvoll bestätigt.
Hierfür wurden erhebliche Anstrengungen seitens der BBU-Mitglieder unternommen, um Städte und Gemeinden auch weiterhin als lebenswerte Orte zu bewahren. In Bezug auf den jeweiligen regionalen Wohnungsbestand von 2002 der BBU-Mitgliedsunternehmen wurden mitunter mehr als vier von zehn Wohnungen abgerissen bzw. zurückgebaut. Allein in den fünf Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die Mitgliedsunternehmen mehr als ein Viertel ihrer Bestände von 2002 abgerissen bzw. zurückgebaut haben (Oder-Spree, Spree-Neiße, Prignitz sowie die kreisfreien Städten Frankfurt (Oder) und Cottbus) wurden mit über 38.600 Wohnungen mehr als die Hälfte des Gesamtabriss-/-rückbauvolumens gestemmt (57,6 %).
Auf Ebene der Gemeinden zeigten sich niedrigste Leerstände in den Wohnungsbeständen Brandenburger Mitgliedsunternehmen in Bernau, Velten und Wildau. Gegenüber dem Vorjahr wurden die ehedem schon sehr niedrigen Quoten mindestens nochmals um die Hälfte gesenkt. Mit 3,7 Prozent leerstehenden Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand lag die Leerstandsquote in Rüdersdorf mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnittswert des Teilraums Berliner Umland - gleichwohl mit abnehmender Tendenz.
Weit über der durchschnittliche Leerstandsquote des Weiteren Metropolenraums von 9,5 Prozent liegende Leerstände am 31. Dezember 2024 wurden durchweg für Gemeinden an den Rändern des Landes Brandenburg ermittelt, allen voran Forst (Lausitz), Guben, Wittenberge, Spremberg, Senftenberg und Drebkau mit Werten von jeweils über 16 Prozent. Niedrigste Leerstandswerte hingegen wurden für Nauen (0,9 %), Bad Belzig (1,7 %) sowie Trebbin und Templin (je 2,0 %) angegeben, für Beeskow die deutlichste prozentuale Leerstandsreduzierung (-3,4 Prozentpunkte) gegenüber dem Vorjahr.
Die von den BBU-Mitgliedsunternehmen angegebenen Gründe für den Leerstand können hier nachgelesen werden.
Die Grafiken in diesem Artikel stehen als JPG zum Download zur Verfügung.
Darüber hinaus stehen für BBU-Mitgliedsunternehmen Daten als Excel-Download zur Verfügung. Der Excel Download enthält folgende Daten:
| Anlage 1 | Leerstehende Wohnungen* der Mitgliedsunternehmen des BBU mit Sitz im Land Brandenburg nach Leerstandsgründen - 1995 bis 2024 |
| Anlage 2 | Leerstehende Wohnungen* im Land Brandenburg (Wohnungsgenossenschaften /-gesellschaften) 1995 bis 2024 |
| Anlage 3 | Entwicklung des Wohnungsleerstands und der Bevölkerung im Land BRANDENBURG 2009 - 2024 |
| Anlage 4 | Wohnungsbestand und Leerstand der Mitgliedsunternehmen des BBU mit Sitz im Land Brandenburg nach Landkresien/kreisfreien Städten 2014 bis 2024 |
| Anlage 5 | Hypothetische Leerstandsquote* 2024 der Mitgliedsunternehmen des BBU im Land Brandenburg nach Kreisen und kreisfreien Städten |
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