Gewohnt gut 10/2023 (2)

Gewohnt gut

Leerstand, Überalterung, Abriss: Getreu dem Motto „only bad news are good news“ entsteht in den Medien immer wieder ein eher tristes Bild vom Wohnen im Land Brandenburg. Erfolgsgeschichten haben es deutlich schwerer, ins Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung vorzudringen.

Um dies zu ändern, hat der BBU 2008 das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen. Mit ihm zeichnet der Verband seither sechs mal jährlich ein Wohnungsunternehmen aus, das sich auf innovative Weise um die Anpassung seines Bestandes an den demografischen Wandel und die Sicherung guten und bezahlbaren Wohnens verdient gemacht hat. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten das Qualitätssiegel. Die Bandbreite der bislang mit ihm ausgezeichneten Projekte reicht vom studentischen Wohnen über das Familien- bis zum Mehrgenerationenwohnen, dem Umbau von Denkmälern und Plattenbauten bis zu neuen Nutzungskonzepten für Bahnhöfe und ehemalige Kasernen.

Die Auszeichnung steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturminister Rainer Genilke.

Mit dem Qualitätssiegel macht der BBU die Leistungen der Brandenburger Wohnungsunternehmen für zukunftssicheres Wohnen in ihrer ganzen Vielfalt überregional bekannt. Die ausgezeichneten Projekte stellen unter Beweis, dass die Wohnungsunternehmen für die Städte starke und stabile Partner für eine nachhaltig erfolgreiche Stadtentwicklung sind. Mit ihrem unermüdlichen Engagement schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Städte Heimat sind und damit auch als Investitionsstandorte attraktiv bleiben.
 

26.10.2023, 11:05 Uhr

Verleihung Qualitätssiegel „Gewohnt gut“ 
Preisträgerin: Gubener Wohnungsgesellschaft mbH (GuWo)

Projekt: Innenstadtstärkung durch Sanierung

Guben, 26. Oktober 2023 – Mit der Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses hat die Gubener Wohnungsgesellschaft mbH (GuWo) das Stadtzentrum von Guben aufgewertet. Für das Projekt mit 15 Wohnungen in prominenter Lage wurde die GuWo am 26. Oktober 2023 von BBU-Vorständin Maren Kern und Brandenburgs Staatssekretär im Infrastruktur-Ministerium Rainer Genilke mit dem Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ ausgezeichnet. Damit erhält das kommunale Unternehmen die Auszeichnung bereits zum dritten Mal.

BBU-Vorständin Maren Kern gratulierte: „Die GuWo hat mit diesem Sanierungs-Projekt attraktiven und generationengerechten Wohnraum in der Haupteinkaufsstraße von Guben geschaffen. Durch zielgerichtete Sanierungsarbeiten wurde hier ein hoher Leerstand beseitigt und modernes, barrierearmes Wohnen in Zentrumslage gestärkt. Die GuWo hat sich damit vorbildlich um die Lebensqualität in Guben und seine Zukunftsfähigkeit verdient gemacht.“

Brandenburgs Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, Rainer Genilke, sagte: „Mit beispielhaftem Engagement hat die GuWo hier mit wirkungsvollen Maßnahmen eine deutliche Aufwertung der Innenstadt und großartigen Nutzen für die Bewohnerinnen und Bewohner erzielt. Mit diesem modernen Bau wurden nicht nur urbane Wohnungen, sondern auch attraktive Geschäftsräume geschaffen und die Nahversorgung verbessert. Wir zeichnen heute ein anschauliches ‚Best Practice‘ für beispielhafte Innenstadtentwicklung in Brandenburg aus.“

Die beiden GuWo-Geschäftsführer Peter Wiepke und Dr. Martin Reiher freuten sich über die Auszeichnung: „Dieses Siegel ist für uns eine wichtige Wertschätzung und Bestätigung für unsere langjährige Arbeit in und für Guben. Bei diesem Projekt lag uns die Erweiterung des Angebotes mit barrierearmen Wohnungen in der Stadtmitte, verbunden mit einer attraktiven Nahversorgung, am Herzen. Die Auszeichnung ermutigt uns in unserem Engagement für eine lebendige Stadtentwicklung der Europastadt.“

Zum Projekt: Innenstadtstärkung durch Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses

Das Gebäude befindet sich im Zentrum von Guben (Altstadt Ost), nur wenige Gehminuten von der polnischen Grenze und den städtischen Grünanlagen entfernt. Laut integriertem Stadtentwicklungskonzept und Stadtumbaukonzept ist es das Ziel der Stadt, den Wohnstandort „Altstadt Ost“ weiter zu stärken. Nachdem die GuWo 2018/2019 bereits den Nachbarbestand umfangreich saniert hatte, folgte zur weiteren Aufwertung der Haupteinkaufsstraße die umfangreiche Sanierung des Wohn- und Geschäftshauses in der Frankfurter Straße 19. Die Fertigstellung erfolgte im Juli 2022.

Das Gebäude weist eine prominente Lage mit hoher städtebaulicher Bedeutung für die Wahrnehmung des Straßenzuges auf. Vor der Sanierung standen etwa 50 Prozent der Wohnungen in den Obergeschossen leer. Das Erdgeschoss war durch zwei Gewerbemieter geprägt, wobei ein Seitenflügel lediglich als Lager genutzt wurde. Diese Lagerflächen wurden zu drei Wohnungen umgebaut.

Durch Umbau und Sanierung des Gebäudes sind insgesamt 15 moderne und zeitgemäße Wohnungen entstanden, die in den Obergeschossen über einen Fahrstuhl barrierearm erreichbar sind. Die Wohnungen konnten aufgrund der angesichts von Lage und Modernisierungsstand attraktiven Mieten schnell vermietet werden. Die Wohneinheiten mit Balkon werden zu 7,50 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete angeboten, ohne Balkon sind es 7 Euro. Die kalten Betriebskosten werden mit 1,50 Euro pro Quadratmeter berechnet, die Heizkosten mit 3 Euro.

Auch die Gewerbe-Mietsituation konnte weiterentwickelt werden. Im Erdgeschoss konnte nach dem Auszug eines Vormieters der ansässige Bioladen seine Verkaufsflächen nahezu verdoppeln. Das Geschäft konnte so sein Sortiment erweitern und hat seitdem eine Nahversorgungsfunktion für die Quartiers-Bewohner*innen übernommen, da es in diesem Stadtteil sonst keine Lebensmittel-Läden oder Supermärkte gibt. Zudem konnte mit einem Yoga-Studio ein weiterer Gewerbemieter angesiedelt werden.

Umfangreiche Neuaufteilung

Zur Erweiterung des Angebotes an weitgehend barrierefreien Wohnungen in Zentrumslage wurde das Objekt umgebaut und mit einem Aufzug ausgestattet. Aus dem ehemaligen 4-Spänner-Wohnhaus wurde ein 3-Spänner mit Zweieinhalb -und Drei-Raum Wohnungen. Aufgrund des ungünstigen Zuschnitts mit einer Erschließung über geschlossene Laubengänge waren einige Wohnungen zuvor schwer zu vermieten. Der Umbau hat diese ungünstigen Gegebenheiten beseitigt. Ab dem 1.Obergeschoss sind barrierearme, altersgerechte 2 bis 3-Raumwohnungen (teils mit großzügigen Balkonen) und ebenerdigen Duschen entstanden. Alle Räume sind natürlich belichtet und belüftet. Auf dem Grundstück wurden Parkplätze und ein Fahrradabstellraum geschaffen. Zudem wurden die Freianlagen entsiegelt und mit Sitzplätzen und Grünflächen ausgestattet. Eine Besonderheit sind die variablen Küchenzonierungen, durch die abgeschlossene, halboffene oder offene Küchenlösungen möglich sind.

Über 3 Millionen Euro investiert

Insgesamt wurden für das Bauprojekt 3 Millionen Euro investiert. Davon wurden 20 Prozent aus Eigenkapital eingesetzt, 80 Prozent stammten aus freifinanziertem Fremdkapital.

Kathrin Mölneck

T +49 (335) 50468 - 10
F +49 (335) 50468 - 12
Stefan BruchAbteilungsleiter im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
Dr. Heike Liebmann Bundestransferstelle Wachstum und nachhaltige Erneuerung
Anne Fellner Städteforum Brandenburg
Andreas Koschowski Fachbereichsleiter Wohnen Bereich Infrastruktur Deutsche Kreditbank AG, Berlin
Kathrin Mölneck Leiterin BBU-Außenstelle Frankfurt (Oder)/Cottbus
Matthias BraunerLeiter BBU-Landesgeschäftsstelle Potsdam

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