Gewohnt gut 05/2018

Gewohnt gut

Leerstand, Überalterung, Abriss: Getreu dem Motto „only bad news are good news“ entsteht in den Medien immer wieder ein eher tristes Bild vom Wohnen im Land Brandenburg. Erfolgsgeschichten haben es deutlich schwerer, ins Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung vorzudringen.

Um dies zu ändern, hat der BBU im Sommer 2008 das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen. Mit ihm zeichnet der Verband seither sechs Mal jährlich ein Wohnungsunternehmen aus, das sich auf innovative Weise um die Anpassung seines Bestandes an den demografischen Wandel und die Sicherung guten und bezahlbaren Wohnens verdient gemacht hat. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten das Qualitätssiegel. Die Bandbreite der bislang mit ihm ausgezeichneten Projekte reicht vom studentischen Wohnen über das Familien- bis zum Mehrgenerationenwohnen, dem Umbau von Denkmälern und Plattenbauten bis zu neuen Nutzungskonzepten für Bahnhöfe und ehemalige Kasernen.

Diese Idee hat auch die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Kathrin Schneider, überzeugt. Sie übernahm die Schirmherrschaft über die BBU-Branchenaktion und ist seither selbst oder vertreten durch ihre Staatsekretärin bei der Preisverleihung präsent.

Mit dem Qualitätssiegel macht der BBU die Leistungen der Brandenburger Wohnungsunternehmen für zukunftssicheres Wohnen in ihrer ganzen Vielfalt überregional bekannt. Die ausgezeichneten Projekte stellen unter Beweis, dass die Wohnungsunternehmen für die Städte starke und stabile Partner für eine nachhaltig erfolgreiche Stadtentwicklung sind. Mit ihrem unermüdlichen Engagement schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Städte Heimat sind und damit auch als Investitionsstandorte attraktiv bleiben.
 

30.05.2018

Barrierefreies Wohnen im Neubau: Auszeichnung „Gewohnt gut“ geht im Mai nach Nuthetal

Energieeffizienz und Barrierefreiheit im Fokus: Die Gemeindliche Wohnungsgesellschaft Kleinmachnow mbH -gewog- hat mit ihrem Projekt „Barrierefreies Wohnen im Neubau ‚Zum Springbruch‘“ in der Gemeinde Nuthetal gezeigt, dass die besonderen Komfortbedürfnisse der Mieter und die Einsparung von Energiekosten unter einem Dach vereinbar sind – und das zu bezahlbaren Mieten. Damit leistet das Unternehmen sowohl in Hinblick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels als auch bei der Unterstützung der Energiewende einen wichtigen Beitrag. Dafür wird die -gewog- mit dem Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ ausgezeichnet.

Die „Gewohnt gut"-Jury zeichnet den Neubau einer barrierefreien und im KfW 55-Standard errichteten Wohnanlage mit 56 Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit, in denen eine ambulante Pflegeeinrichtung und eine Physiotherapie untergebracht sind, aus. Sowohl die neu entstandenen Begegnungsbereiche im Innenhof als auch die als Laubengänge gestalteten Treppenhäuser fördern ein offenes Miteinander und soziale Teilhabe.

BBU-Vorstand Maren Kern gratuliert: „Die -gewog- zeigt mit ihrem Projekt, wie der demografische Wandel gemeistert und gleichzeitig dringend benötigter Wohnungsbau realisiert werden kann. Das Ergebnis ist ein Gebäudeensemble, das durch Barrierefreiheit und Begegnungsflächen überzeugt und eine wichtige Angebotserweiterung in der von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägten und kräftig wachsenden Gemeinde Nuthetal darstellt. Dieses großartige Projekt wird heute sehr verdient mit dem Qualitätssiegel ‚Gewohnt gut – fit für die Zukunft’ ausgezeichnet.“

Ines Jesse, Staatssekretärin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, sagt anlässlich der Vergabe des Siegels: „Der demografische Wandel ist eine große Herausforderung der zukünftigen Entwicklung der Städte und Gemeinden im Land Brandenburg. Die Wohnungsunternehmen müssen ihre Bestände weiterentwickeln und an die Bedürfnisse der Menschen anpassen. Barrierefreiheit spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle wie die Möglichkeit am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Gemeindliche Wohnungsgesellschaft Kleinmachnow mbH -gewog- geht mit gutem Beispiel voran und schafft mit dem heute ausgezeichneten Projekt nicht nur die Voraussetzungen für ein generationsgerechtes, sondern sogar für ein generationsübergreifendes Wohnen in Nuthetal. Das ist vorbildlich und Beispiel gebend.“

Katja Schmidt, Geschäftsführerin der Gemeindlichen Wohnungsgesellschaft Kleinmachnow mbH

-gewog-, freut sich über die Auszeichnung: „Wir wollten einen möglichst idealen Rahmen für ein gutes Miteinander der Mieter schaffen. Besonders stolz sind wir auf die neu entstandene Hausgemeinschaft, die von der gemischten Altersstruktur und dem generationsübergreifenden Austausch der Bewohner profitiert. Die barrierefreie Gestaltung der Objekte und die Nähe zu Anbietern von medizinischen Dienstleistungen im Ensemble sind die Voraussetzungen dafür, dass die Bewohnerinnen und Bewohner möglichst lange ein selbstbestimmtes und aktives Leben mitten in der Gemeinschaft führen können. Davon profitieren wir alle! Wir freuen uns, dass die ‚Gewohnt gut‘-Jury unseren Einsatz heute mit dem Qualitätssiegel belohnt.“

Das Qualitätssiegel

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ wird sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Für die Wohnungsunternehmen sind auch Stadterneuerung und Aufwertung zentrale Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Über die Preisvergabe entscheidet ein Bewertungsgremium, das neben dem BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Städteforum Land Brandenburg“, der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost, der Deutschen Kreditbank AG (DKB) sowie dem MIL besteht.

Barrierefreies Wohnen im Neubau „Zum Springbruch“

Mit dem Neubau von 56 barrierefreien und energieeffizienten Wohneinheiten in der Straße „Zum Springbruch 11-16“ in Nuthetal (Ortsteil Bergholz-Rehbrücke) hat die Gemeindliche Wohnungsgesellschaft Kleinmachnow mbH -gewog- einen wichtigen Beitrag bei der Versorgung der Gemeinde mit zeitgemäßem und bezahlbarem Wohnraum geleistet. Das aus zwei Wohnhäusern bestehende Gebäudeensemble wurde im KfW 55-Standard errichtet und bietet zusätzlich Platz für einen ambulanten Pflegedienst und eine Physiotherapie, welche durch die Bewohner sehr gut angenommen werden.

Mit dem Neubauprojekt reagierte die -gewog- auf die anhaltend hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Nuthetal. Neben der Bezahlbarkeit galten auch den Aspekten Barrierefreiheit und Energieeffizienz besondere Aufmerksamkeit. Trotz der barrierefreien Ausgestaltung des Gebäudeensembles entschied man sich im Zuge des Vermietungsprozesses bewusst für eine generationsübergreifende Vergabe der Wohnungen. „Das Ziel war eine starke Hausgemeinschaft, die von den altersbedingten Unterschieden profitiert“, so -gewog-Geschäftsführerin Katja Schmidt.

Vollständig barrierefrei

In beiden neu entstandenen Gebäuden reichen die Wohnungsgrößen von 2- bis 5-Raumwohnungen, wobei sich die großen Wohnungen im Erdgeschoss befinden und zusätzlich einen kleinen Gartenanteil ihr Eigen nennen können. Diese Wohnungen wurden größtenteils an junge Familien vermietet. Alle 55 Wohnungen sind barrierefrei und verfügen über behindertengerechte Bäder, die auch bei körperlichen Einschränkungen Selbstständigkeit ermöglichen.

Auch die Außenanlagen wurden barrierefrei gestaltet, um den Bewohnerinnen und Bewohnern die notwendige Mobilität und Teilhabe zu ermöglichen. Der großzügige Außenbereich, mit seinem Boule- und Schachbrettplatz, ist eine willkommene Begegnungsfläche, auf der die Bewohnerinnen und Bewohner oft zusammenkommen. „Diese Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe werden immer wichtiger. Deshalb haben sie von der ersten Planung an eine wesentliche Rolle für das Projekt gespielt“, so Schmidt.

Betriebskosten und Umweltschutz im Blick

Neben der Barrierefreiheit hatte die Wohnungsgesellschaft Kleinmachnow mbH – gewog – die Themen Energieeffizienz und Energieversorgungssicherheit besonders im Blick. Durch eine moderne Geothermieanlage in Verbindung mit einer effizienten Gasbrennwerttechnik und einer zentralen Lüftungsanlage konnte der anspruchsvolle KfW 55 Effizienzhaus-Standard für das Gebäudeensemble erreicht werden. „Unsere Mieterinnen und Mieter können wir so jetzt und in Zukunft besser vor steigenden Energiepreisen schützen. Außerdem freut sich natürlich auch die Umwelt über den hohen Energiestandard“, erläutert Schmidt.

Fast 8,5 Millionen Euro investiert

Die Gesamtbaukosten für den Neubau beliefen sich auf rund 8,4 Millionen Euro. Das Projekt erhielt ein Darlehen in Höhe von rund 2,85 Millionen Euro der KfW-Förderbank mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 150.000 Euro sowie ein Darlehen der Investitionsbank des Landes Brandenburg in Höhe von rund 3,75 Millionen Euro mit einem Tilgungszuschuss von 70.000 Euro. Der Restbetrag in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro wurde durch Eigenkapital finanziert.

Enrico Thiel

T +49 (30) 89781 - 126
F +49 (30) 89781 - 4126
Friedhelm Boginski Vorstand Innenstadtforum Land Brandenburg
Dr. Heike Liebmann Bundestransferstelle Stadtumbau Ost
Kathrin Mölneck Leiterin BBU-Außenstelle Frankfurt (Oder)/Cottbus
Rita Werneke Referatsleiterin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
Silvio Hagemann Fachbereichsleiter Wohnen DKB Deutsche Kreditbank AG, Berlin

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