Gewohnt gut 10/2017

Gewohnt gut

Leerstand, Überalterung, Abriss: Getreu dem Motto „only bad news are good news“ entsteht in den Medien immer wieder ein eher tristes Bild vom Wohnen im Land Brandenburg. Erfolgsgeschichten haben es deutlich schwerer, ins Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung vorzudringen.

Um dies zu ändern, hat der BBU im Sommer 2008 das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen. Mit ihm zeichnet der Verband seither sechs Mal jährlich ein Wohnungsunternehmen aus, das sich auf innovative Weise um die Anpassung seines Bestandes an den demografischen Wandel und die Sicherung guten und bezahlbaren Wohnens verdient gemacht hat. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten das Qualitätssiegel. Die Bandbreite der bislang mit ihm ausgezeichneten Projekte reicht vom studentischen Wohnen über das Familien- bis zum Mehrgenerationenwohnen, dem Umbau von Denkmälern und Plattenbauten bis zu neuen Nutzungskonzepten für Bahnhöfe und ehemalige Kasernen.

Diese Idee hat auch die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Kathrin Schneider, überzeugt. Sie übernahm die Schirmherrschaft über die BBU-Branchenaktion und ist seither selbst oder vertreten durch ihre Staatsekretärin bei der Preisverleihung präsent.

Mit dem Qualitätssiegel macht der BBU die Leistungen der Brandenburger Wohnungsunternehmen für zukunftssicheres Wohnen in ihrer ganzen Vielfalt überregional bekannt. Die ausgezeichneten Projekte stellen unter Beweis, dass die Wohnungsunternehmen für die Städte starke und stabile Partner für eine nachhaltig erfolgreiche Stadtentwicklung sind. Mit ihrem unermüdlichen Engagement schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Städte Heimat sind und damit auch als Investitionsstandorte attraktiv bleiben.
 

19.10.2017

„Gewohnt gut“ geht im Oktober nach Schwedt/Oder

Der Stadtumbau in Schwedt/Oder ist eine Erfolgsgeschichte. Beispielhaft für den Mut und das städtebauliche Geschick, mit dem dort seit vielen Jahren agiert wird, steht das Projekt „GRÜN Wohnen“ der Wohnbauten GmbH Schwedt/Oder in der Gatower Straße. Aus einst 136 Wohneinheiten wurden 42 neue Wohnungen – komfortabel ausgestattet, mit modernster Haustechnik versehen und teils barrierefrei. Dafür wird das kommunale Unternehmen nun mit dem Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ ausgezeichnet.

Die „Gewohnt gut"-Jury zeichnet den Ersatzneubau unter starker Reduzierung der Wohnungsanzahl von ehemals 136 auf nunmehr 42 Wohneinheiten aus. Hier wurde nicht nur rückgebaut, sondern neuer, attraktiver Wohnraum geschaffen. Mit dem unterschiedlichen Einsatz energiesparender Maßnahmen in den sechs einzelnen Gebäuden schaffen die Wohnbauten Schwedt/Oder einen hohen Standard für ihre Bewohnerinnen und Bewohner und gewinnen zugleich Erkenntnisse darüber, wie sich diese konkret auf den Energieverbrauch und die Kalkulation der Betriebskosten auswirken. 

BBU-Vorstand Maren Kern gratuliert zu der Auszeichnung: „Nicht nur durch die Reduzierung der Wohnungsanzahl, sondern auch durch die konsequente ökologische Ausrichtung des Projekts haben die Wohnbauten Schwedt/Oder mit diesem Gebäudeensemble den Aspekt der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gestellt. Das betrifft die Bau- und Haustechnik, aber auch die Gestaltung der umgebenden Grünanlagen, die sogar Mietergärten beinhalten. Hier gehen Mieterinteressen und ein wirtschaftlich nachhaltiges Bestandsmanagement Hand in Hand – ein hervorragendes Projekt, das wir heute mit dem Qualitätssiegel ‚Gewohnt gut – fit für die Zukunft’ würdigen und damit auch andere Wohnungsunternehmen zum Nachahmen ermutigen wollen.“

Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, sagt anlässlich der Vergabe des Siegels: „In Städten, in denen die Bevölkerungszahlen rückläufig sind, sind sowohl der Rückbau als auch die Aufwertung der Quartiere wichtig. Auf diese Weise gelingt es, die Attraktivität der Stadtteile zu erhalten. Schwedt/Oder ist hier für viele Städte im Land Brandenburg seit Jahren Vorreiter. Jedoch werden auch in Schwedt immer mehr neue Wohnungsangebote nachgefragt. Darauf hat die Wohnbauten Schwedt/Oder reagiert und mit diesem Projekt beispielhaftes geschaffen. Das ist ein deutliches Zeichen für den Erfolg des Schwedter Stadtumbaus und verdient große Anerkennung.“

Maren Schmidt und Roald Helm, Geschäftsführer*innen der Wohnbauten GmbH Schwedt/Oder, freuen sich über die Auszeichnung: „Diese Wohnanlage ist für uns ein weiterer Baustein des Stadtumbau-Programms, allerdings auch ein ganz besonderer: Denn durch den Praxistest unterschiedlicher energetischer Maßnahmen wird dieses Projekt die zukünftigen Unternehmensentscheidungen maßgeblich mit beeinflussen. Wir freuen uns, dass die ‚Gewohnt gut‘-Jury dieses Experiment honoriert.“

Das Qualitätssiegel

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ wird sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Für die Wohnungsunternehmen sind auch Stadterneuerung und Aufwertung zentrale Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Über die Preisvergabe entscheidet ein Bewertungsgremium, das neben dem BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungs-unternehmen e.V. aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Städteforum Land Brandenburg“, der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost, der Deutschen Kreditbank AG (DKB) sowie dem MIL besteht.
Grünes Wohnen wird in Schwedt/Oder Realität 

Im Stadtteil Neue Zeit hat die Wohnbauten GmbH Schwedt/Oder aus ehemals 136 Wohneinheiten 42 moderne Wohnungen gemacht, deren Bauweise nicht nur das städtebauliche Gesamtbild des Quartiers mit den angrenzenden Plattenbauten bereichert, sondern auch technisch so innovativ wie nachhaltig ist. Hier ist innenstadtnaher Wohnraum für alle Generationen entstanden, der für zukünftige Vorhaben der Wohnbauten Schwedt/Oder richtungsweisend sein wird.

„Es sollte kein Neubau auf der grünen Wiese werden. Wir wollten unser Innenstadt-Potenzial nutzen, damit die zukünftigen Mieterinnen und Mieter von der vorhandenen Infrastruktur profitieren können“, erklären Maren Schmidt und Roald Helm, Geschäftsführer*innen der Wohnbauten GmbH Schwedt/Oder, den Ausgangspunkt des Projekts, das sie mit dem Antritt ihrer Positionen erst vor wenigen Monaten übernommen haben. Denn Planung und Fertigstellung lagen noch in der Hand ihrer Vorgänger. Trotzdem ist die Wohnanlage in der Gatower Straße auch für die neue Geschäftsführung etwas Besonderes. Nicht nur die enorme Reduzierung der Wohneinheiten durch einen Ersatzneubau von ehemals 136 auf nun 42 Wohneinheiten ist bemerkenswert – auch die Haustechnik hat es in sich.

Hoher Anspruch an nachhaltiges Bauen mit unkonventionellem Ansatz
Die Wohnbauten Schwedt/Oder haben für ihr Projekt einen hohen Anspruch an nachhaltiges und ökologisches Bauen verfolgt und dafür einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt. Neben den Ausstattungsmerkmalen wie Fußbodenheizung, einer hochwertigen Sanitär-Ausstattung und großzügigen Räumen, von denen alle Mieterinnen und Mieter gleichermaßen profitieren, unterscheiden sich die insgesamt sechs Gebäude in der Haustechnik deutlich voneinander: So sind zwei Gebäude mit einer verbesserten Dämmung ausgestattet, vier werden mit Fernwärme versorgt und verfügen außerdem über eine solarthermische Anlage für die Warmwassererzeugung. Eines dieser Gebäude erhielt zusätzlich eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. In zwei weiteren Gebäuden wurden Erdwärmepumpen eingebaut. Maren Schmidt und Roald Helm zum Ziel dieser aufwendigen Variation: „Wir wollen im langfristigen Vergleich sehen, ob sich die unterschiedlichen Maßnahmen in annähernd baugleichen Gebäuden auf die Reduzierung der Betriebskosten auswirken.“

Wohnraum für alle Generationen

Nach einem Jahr Nutzung beginnen demnächst die ersten Auswertungen. „Die Ergebnisse werden wir zur Grundlage zukünftiger Investitionsentscheidungen machen“, berichten die Geschäftsführer*innen weiter. Das ist auch eine gute Nachricht für die Mieterschaft der Wohnbauten GmbH Schwedt/Oder. Diese schätzen neben der guten Ausstattung und den differenzierten Grundrissen auch die grüne Gestaltung des Wohnumfelds. Denn während die Wohnungen der oberen Etagen mit Balkonen ausgerüstet sind, verfügen die Erdgeschosswohnungen über eine Terrasse, Mietergärten und sind zudem barrierefrei. Kein Wunder also, dass die Wohnungen in der Anlage sehr gut nachgefragt sind und über alle Generationen hinweg Anklang finden. Junge Familien fühlen sich in den individuell geschnittenen Wohnungen genauso wohl wie Rentner-Ehepaare. Dadurch machen die Wohnbauten Schwedt/Oder ihren Wohnungsbestand fit für die Zukunft.

Mehr als fünf Millionen Euro investiert

Die Gesamtbaukosten des Projektes belaufen sich auf rund 5,3 Millionen Euro. Die Wohnbauten GmbH Schwedt/Oder hat die Investitionssumme vollständig aus Eigenmitteln aufgebracht.

Bertram Schwarz

T +49 (30) 89781 - 132
F +49 (30) 89781 - 4132
Friedhelm Boginski Vorstand Innenstadtforum Land Brandenburg
Dr. Heike Liebmann Bundestransferstelle Stadtumbau Ost
Kathrin Mölneck Leiterin BBU-Außenstelle Frankfurt (Oder)/Cottbus
Rita Werneke Referatsleiterin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
Silvio Hagemann Fachbereichsleiter Wohnen DKB Deutsche Kreditbank AG, Berlin

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