Gewohnt gut 09/2017

Gewohnt gut

Leerstand, Überalterung, Abriss: Getreu dem Motto „only bad news are good news“ entsteht in den Medien immer wieder ein eher tristes Bild vom Wohnen im Land Brandenburg. Erfolgsgeschichten haben es deutlich schwerer, ins Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung vorzudringen.

Um dies zu ändern, hat der BBU im Sommer 2008 das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen. Mit ihm zeichnet der Verband seither sechs Mal jährlich ein Wohnungsunternehmen aus, das sich auf innovative Weise um die Anpassung seines Bestandes an den demografischen Wandel und die Sicherung guten und bezahlbaren Wohnens verdient gemacht hat. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten das Qualitätssiegel. Die Bandbreite der bislang mit ihm ausgezeichneten Projekte reicht vom studentischen Wohnen über das Familien- bis zum Mehrgenerationenwohnen, dem Umbau von Denkmälern und Plattenbauten bis zu neuen Nutzungskonzepten für Bahnhöfe und ehemalige Kasernen.

Diese Idee hat auch die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Kathrin Schneider, überzeugt. Sie übernahm die Schirmherrschaft über die BBU-Branchenaktion und ist seither selbst oder vertreten durch ihre Staatsekretärin bei der Preisverleihung präsent.

Mit dem Qualitätssiegel macht der BBU die Leistungen der Brandenburger Wohnungsunternehmen für zukunftssicheres Wohnen in ihrer ganzen Vielfalt überregional bekannt. Die ausgezeichneten Projekte stellen unter Beweis, dass die Wohnungsunternehmen für die Städte starke und stabile Partner für eine nachhaltig erfolgreiche Stadtentwicklung sind. Mit ihrem unermüdlichen Engagement schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Städte Heimat sind und damit auch als Investitionsstandorte attraktiv bleiben.
 

21.09.2017

„Gewohnt gut“ geht im September nach Guben

Diese Fassade ist mehr als nur Kunst am Bau: Die prominente Giebelwand des Wohngebäudes in der Gubener Pestalozzistraße macht Stadtgeschichte zum Blickfang und ist das neue Aushängeschild der vom Umbruch geprägten „Altstadt West“. Die Gubener Wohnungsgesellschaft mbH (GuWo) verbindet durch die Fassadengestaltung das Nützliche mit dem Kreativen und schafft damit nicht nur einen Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner des Objekts, sondern für die ganze Stadt.

Die „Gewohnt gut"-Jury zeichnet die kreative Fassadengestaltung aus, durch die ein attraktiver Eingang in das Wohnquartier geschaffen wurde. Die Gubener „Altstadt West“ ist schon heute der Stadtteil mit den meisten Einwohnern und steht gemeinsam mit der „Altstadt Ost“ im Zentrum des Stadtumbaukonzepts Guben 2030, das für die nächsten Jahre eine Wohnkonzentration in der Innenstadt und einen Rückbau der Stadtränder vorsieht. Die Gubener Wohnungsgesellshaft mbH leistet hierzu einen wesentlichen städtebaulichen Beitrag.

BBU-Vorstand Maren Kern gratuliert zu der Auszeichnung: „Die GuWo trägt nicht nur mit der Anpassung ihres Bestandes an die zukünftigen Erfordernisse zum Stadtumbau bei, sondern auch mit einer individuellen Gestaltung ihrer Objekte. Besonders bemerkenswert finde ich, dass die Gubenerinnen und Gubener bei der Auswahl des Motivs mitreden konnten. Der hohe Zuspruch für das nun umgesetzte Motiv zeigt: Hier ging es nicht nur um die Gestaltung einer Fassade, sondern auch um Identifikation mit der Stadt, ihrer Geschichte und ihrer Zukunft. Mit dem Qualitätssiegel ‚Gewohnt gut – fit für die Zukunft’ wollen wir solche Projekte würdigen und andere Wohnungsunternehmen zum Nachahmen ermutigen.“

Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, sagt anlässlich der Vergabe des Siegels: „Wir haben im Land Brandenburg sich unterschiedlich entwickelnde Wohnungsmärkte. Anders als im Berliner Umland müssen viele Städte in Brandenburg auf sinkende Bevölkerungszahlen reagieren. Guben hat dazu ein ambitioniertes Stadtumbaukonzept beschlossen, an dessen Umsetzung die GuWo mitwirkt. Zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung gehören aber nicht nur die großen baulichen Lösungen, sondern auch solche, die die Verbundenheit der Unternehmen mit den Menschen und ihrem Wohnort fördern. Das ist der GuWo hier beispielhaft gelungen.“

Martin Reiher, Geschäftsführer der Gubener Wohnungsgesellschaft mbH, freut sich über die Auszeichnung: „Diese Fassade bot sich für eine Umgestaltung regelrecht an: Zentral gelegen und gut einsehrbar markiert sie den Eingang zu einem der wichtigsten Wohnquartiere der Stadt. Dass wir mit dem Entwurf auf so viel Zuspruch in der Stadt treffen und nun auch die ‚Gewohnt gut‘-Jury überzeugen konnten, freut uns sehr und gibt uns Rückenwind für die anstehenden Aufgaben.“

Das Qualitätssiegel

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ wird sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Für die Wohnungsunternehmen sind auch Stadterneuerung und Aufwertung zentrale Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Über die Preisvergabe entscheidet ein Bewertungsgremium, das neben dem BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungs-unternehmen e.V. aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Städteforum Land Brandenburg“, der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost, der Deutschen Kreditbank AG (DKB) sowie dem MIL besteht.

Gubener Wohnungsgesellschaft macht Stadtgeschichte lebendig

Eine zuvor wenig ansehnliche Fassade an einer prominenten Kreuzung steht in Guben beispielhaft für den städtebaulichen Umgestaltungsprozess. Mit ihrer Darstellung bedeutender Personen der Stadtgeschichte erinnert die GuWo an das, was die Stadt in ihrer Vergangenheit geprägt hat und lässt diejenigen, die sie verkörpern, zugleich als Bewohner des Hauses lebendig werden. Sie bilden nun das Tor zur „Altstadt West“ – ein Wohnquartier, das den Schwerpunkt des Wohnens  im künftigen Guben darstellen soll.

Eine große Fassadenfläche, gut einsehbar und in sehr zentraler Lage – aus Sicht des Geschäftsführers der Gubener Wohnungsgesellschaft mbH, Martin Reiher, wie gemacht für eine kreative Gestaltung. Da das dazugehörige Wohnhaus der GuWo gehörte und die Fassade ohnehin überarbeitet werden sollte, wurde aus der Idee schnell ein konkretes Projekt. Mit Hilfe der Berliner Kreativagentur GRACO wurden mehrere Entwürfe erarbeitet und den Gubenerinnen und Gubenern zur Abstimmung gestellt: „Das Ergebnis war eindeutig“, berichtet Martin Reiher. Fast 80 Prozent der Teilnehmenden votierten für das inzwischen realisierte historische Motiv.

Positive Resonanz in der ganzen Stadt

Den Impuls für eine Darstellung Gubener Persönlichkeiten lieferte der Stadthistoriker Andreas Peter. Auf seinen Vorschlag hin prangen nun sechs Personen sowie die historische Gubener Straßenbahn auf der Fassade. Das Wirken der abgebildeten Damen und Herren ist dabei sehr unterschiedlich: Von Gubens bekanntestem Hutmacher Carl Gottlob Wilke über die seinerzeit von Goethe verehrte Sängerin und Schauspielerin Corona Schröter bis hin zum zeitweiligen Namensgeber der Stadt, Wilhelm Pieck, reicht die Auswahl. Die heutigen Gubenerinnen und Gubener sind jedenfalls überzeugt: „Wir haben ausschließlich positive Rückmeldungen auf die Neugestaltung bekommen, auch in den sozialen Netzwerken. Diese großartige Resonanz freut uns sehr“, so GuWo-Geschäftsführer Martin Reiher.

Gubener Altstadt im Fokus des Stadtumbaus

Die GuWo hat in der Pestalozzistraße aber nicht nur kreativ Hand angelegt, sondern nutzte die Gelegenheit auch zur Anbringung einer Wärmedämmung. Damit befindet sich das Wohnhaus in guter Gesellschaft zu weiteren Objekten im Quartier, die bereits saniert wurden oder derzeit saniert werden. Geschäftsführer Peter Wiepke zu den aktuellen Vorhaben der GuWo: „Die Ertüchtigung der Altstadt West wird gemeinsam mit der Altstadt Ost in den nächsten Jahren im Mittelpunkt unserer Anstrengungen stehen.  Diese Quartiere  werden künftig der Schwerpunkt unserer Investitionsvorhaben bilden.“ Der anhaltende Bevölkerungsrückgang erfordert langfristig den geordneten Rückbau der Stadtränder. Das wirkt sich auch erheblich auf den Bestand der GuWo aus.

Mit Tatkraft und Kreativität fit für die Zukunft

Grundlage dafür ist das Stadtumbaukonzept, zu dessen Realisierung die GuWo als städtisches Unternehmen einen erheblichen Teil beiträgt. „Damit machen wir die Stadt zukunftsfest“, sind sich die Geschäftsführer Martin Reiher und Peter Wiepke sicher. Die Gubener Wohnungsgesellschaft hat bewiesen, dass sie die kommenden Herausforderungen mit Tatkraft und Kreativität angeht. Mit diesem Ansatz bleibt Guben auch weiterhin fit für die Zukunft.

Bertram Schwarz

T +49 (30) 89781 - 132
F +49 (30) 89781 - 4132
Friedhelm Boginski Vorstand Innenstadtforum Land Brandenburg
Dr. Heike Liebmann Bundestransferstelle Stadtumbau Ost
Kathrin MölneckLeiterin BBU-Außenstelle Frankfurt (Oder)/Cottbus
Rita Werneke Referatsleiterin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
Silvio Hagemann Fachbereichsleiter Wohnen DKB Deutsche Kreditbank AG, Berlin

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