Gewohnt gut 09/2016

Gewohnt gut

Leerstand, Überalterung, Abriss: Getreu dem Motto „only bad news are good news“ entsteht in den Medien immer wieder ein eher tristes Bild vom Wohnen im Land Brandenburg. Erfolgsgeschichten haben es deutlich schwerer, ins Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung vorzudringen.

Um dies zu ändern, hat der BBU im Sommer 2008 das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen. Mit ihm zeichnet der Verband seither sechs Mal jährlich ein Wohnungsunternehmen aus, das sich auf innovative Weise um die Anpassung seines Bestandes an den demografischen Wandel und die Sicherung guten und bezahlbaren Wohnens verdient gemacht hat. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten das Qualitätssiegel. Die Bandbreite der bislang mit ihm ausgezeichneten Projekte reicht vom studentischen Wohnen über das Familien- bis zum Mehrgenerationenwohnen, dem Umbau von Denkmälern und Plattenbauten bis zu neuen Nutzungskonzepten für Bahnhöfe und ehemalige Kasernen.

Diese Idee hat auch die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Kathrin Schneider, überzeugt. Sie übernahm die Schirmherrschaft über die BBU-Branchenaktion und ist seither selbst oder vertreten durch ihre Staatsekretärin bei der Preisverleihung präsent.

Mit dem Qualitätssiegel macht der BBU die Leistungen der Brandenburger Wohnungsunternehmen für zukunftssicheres Wohnen in ihrer ganzen Vielfalt überregional bekannt. Die ausgezeichneten Projekte stellen unter Beweis, dass die Wohnungsunternehmen für die Städte starke und stabile Partner für eine nachhaltig erfolgreiche Stadtentwicklung sind. Mit ihrem unermüdlichen Engagement schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Städte Heimat sind und damit auch als Investitionsstandorte attraktiv bleiben.
 

21.09.2016

„Gewohnt gut“ geht im September nach Werder (Havel)

Die Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder mbH (HGW Werder) errichtete auf der Stadtinsel Töplitz an Stelle einer in die Jahre gekommenen Kita einen modern ausgestatteten, architektonisch ansprechenden und energetisch optimierten Kindergartenbau. Für das Projekt „Kindertagesstätte Inselnest Töplitz“ wird das Unternehmen vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung im September mit dem Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ ausgezeichnet. Es ist bereits die dritte Ehrung für die HGW Werder nach der Vergabe des Siegels im April 2012 und Januar 2015.

BBU-Vorstand Maren Kern erläutert die Auszeichnung: „Der Einsatz der HGW Werder geht weit über das normale Vermietungsgeschäft hinaus. Der Kita liegt ein durchdachtes Konzept zugrunde, sie ist liebevoll eingerichtet und architektonisch sehr gelungen. Dass ein vergleichsweise kleines Unternehmen ein Projekt wie dieses so souverän umsetzt, spricht für gute Planung und gutes Wirtschaften. Die Stadt kann sich glücklich schätzen, einen so kreativen und starken Partner an ihrer Seite zu wissen.“

Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, begründet die Vergabe des Siegels so: „Wir freuen uns über die positive Entwicklung der Stadt Werder. Aber dieses Wachstum bringt auch Herausforderungen mit sich. Denn neben dem Angebot an attraktivem Wohnraum für Familien müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Beispielsweise muss die Betreuung der Kinder gewährleistet sein. Die HGW Werder hat hier einen sehr guten Beitrag geleistet. Die neue Kita ist nicht nur gut für die Kinder, sondern auch für die Umwelt, weil der Bau jetzt energieeffizient beheizt werden kann.“

Thomas Lück, Geschäftsführer der HGW Werder, freut sich über die erneute Ehrung. „Wir hatten zuvor schon zwei Kitas saniert, diese war unser erstes Neubauprojekt. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen: Sie sieht nicht nur schick aus, sie wird auch sehr gut von den Kindern angenommen. Die Auszeichnung mit ‚Gewohnt gut‘ freut uns sehr und bestätigt uns, auch künftig Projekte dieser Art umzusetzen.“

Das Bewertungsgremium von „Gewohnt gut" ehrt Abriss und Neubau einer Bewegungs-Kindertagestätte. Vier Gruppenbereiche, ein Bewegungs-, ein Speise- und ein sogenannter „Matschraum“ verteilen sich auf 1.000 Quadratmeter Innenfläche, die Außenfläche mit Garten macht gut 4.000 Quadratmeter aus. Zum modernen energetischen Standard gehören zwei Luftwärmepumpen, die die Fußbodenheizung betreiben. Als Eigentümerin vermietet die HGW die Kita an die Stadt. 

Das Qualitätssiegel

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ wird sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Für die Wohnungsunternehmen sind auch Stadterneuerung und Aufwertung zentrale Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Über die Preisvergabe entscheidet ein Bewertungsgremium, das neben dem BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Innenstadtforum Brandenburg“, der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost sowie dem MIL besteht.

Die HGW Werder berichtet zum Projekt: „Kindertagesstätte Inselnest Töplitz“

Die alte Kindertagesstätte auf der Stadtinsel Töplitz aus den 60er Jahren war nicht nur zu klein, sondern vor allem auch sehr sanierungsbedürftig. 2013 übernahm deshalb die HGW Werder den Auftrag der Stadt, das Gebäude abzureißen und an derselben Stelle einen größeren, modernen Kindergarten zu errichten. In knapp einem Jahr Bauzeit entstand so das 1.000 Quadratmeter große, innovative „Inselnest“.

„Wir freuen uns über den vermehrten Zuzug nach Werder. Als Wohnungsunternehmen wollen wir diese positive Entwicklung nicht nur unterstützen, indem wir Wohnungen bauen, sondern auch öffentliche Einrichtungen wie beispielsweise Kindertagesstätten. Die Kita Töplitz ist unser erstes Neubauprojekt dieser Art, wir haben aber vorher schon zwei Kindergärten saniert und umgebaut und so Kompetenz auf dem Gebiet gewonnen“, erläutert HGW-Geschäftsführer Thomas Lück.

Ypsilon-Bau mit Wiedererkennungswert

Der Neubau der Kita stellt im Grundriss ein Ypsilon dar, in dessen Armen die unterschiedlichen Gruppenbereiche untergebracht sind, die alle auch direkten Zugang nach draußen haben. In der Mitte des Baukörpers befindet sich der Bewegungsraum, den die vier Gruppen abwechselnd nutzen können. Die Gruppenbereiche sind mit einem Farbleitsystem bei Türen, Fenstern und Fußböden gestaltet. Neben einer Küche, in der die Kinder selbst mitkochen dürfen, verfügt die KITA auch über einen sogenannten „Matschraum“. „Bei ungemütlichem Wetter können die Kinder hier mit Wasser und Farben spielen“, erklärt Thomas Lück das innovative Konzept. Geplant war eigentlich auch ein Mehrzweckraum, der für gemeinsame Aktivitäten mit der angrenzenden Grundschule genutzt werden sollte. „Wir hatten aber so viele Anfragen für Kita-Plätze, dass wir uns entschieden haben, in diesem Raum lieber einen weiteren Gruppenbereich einzurichten und so weitere Kinder aufnehmen zu können“, so Lück.

Beim Bau legte die HGW Werder ein besonderes Augenmerk auf die Energieeffizienz. Neben einer gedämmten Fassade gehören auch zwei Luftwärmepumpen mit hohem Wirkungsgrad zum Betrieb der Fußbodenheizung zum energetischen Konzept. 

Im zweiten Bauabschnitt wurde bis Juli 2015 der 4.000 Quadratmeter große Außenbereich neu gestaltet. Die Kinder finden hier nicht nur zahlreiche Spielgeräte, sondern können auch im eigenen Obst- und Gemüsegarten mithelfen.

Fitte und aktive Kinder

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Kita liegt auf dem Thema „Bewegung“. Neben dem Zugang zum Sportraum haben die Kinder die Möglichkeit, die Turnhalle der Grundschule mit zu nutzen, außerdem werden eine Tanzgruppe und regelmäßige Ausflüge wie z.B. Wanderungen zum nahegelegenen Hasselberg angeboten. Ein Höhepunkt im Kita-Jahr ist das Familiensportfest. Um ihr sportliches Konzept stetig zu verbessern, hat die Kita Inselnest eine Kooperation mit der Uni Potsdam aufgenommen. Sportstudenten analysieren über insgesamt drei Jahre das vorhandene Angebot und entwickeln gemeinsam mit den Kindern neue Projekte.

Das Konzept der Kita wird abgerundet durch das Angebot von einem Englisch-Spielkreis und musikalischer Früherziehung. Insgesamt hat der Bau 2,1 Millionen Euro gekostet. „Das Projekt ist so erfolgreich, dass wir inzwischen noch zwei weitere Neubauten von Kindertagesstätten in Planung haben“, resümiert Lück.

Mieke Eschment

T +49 (30) 89781 - 126
F +49 (30) 89781 - 4126
Friedhelm Boginski Vorstand Innenstadtforum Land Brandenburg
Dr. Heike Liebmann Bundestransferstelle Stadtumbau Ost
Kathrin Mölneck Leiterin BBU-Außenstelle Frankfurt (Oder)/Cottbus
Jürgen Schweinberger Abteilungsleiter im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg

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