Gewohnt gut 03/2010

Gewohnt gut

Leerstand, Überalterung, Abriss: Getreu dem Motto „only bad news are good news“ entsteht in den Medien immer wieder ein eher tristes Bild vom Wohnen im Land Brandenburg. Erfolgsgeschichten haben es deutlich schwerer, ins Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung vorzudringen.

Um dies zu ändern, hat der BBU im Sommer 2008 das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen. Mit ihm zeichnet der Verband seither sechs Mal jährlich ein Wohnungsunternehmen aus, das sich auf innovative Weise um die Anpassung seines Bestandes an den demografischen Wandel und die Sicherung guten und bezahlbaren Wohnens verdient gemacht hat. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten das Qualitätssiegel. Die Bandbreite der bislang mit ihm ausgezeichneten Projekte reicht vom studentischen Wohnen über das Familien- bis zum Mehrgenerationenwohnen, dem Umbau von Denkmälern und Plattenbauten bis zu neuen Nutzungskonzepten für Bahnhöfe und ehemalige Kasernen.

Diese Idee hat auch die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Kathrin Schneider, überzeugt. Sie übernahm die Schirmherrschaft über die BBU-Branchenaktion und ist seither selbst oder vertreten durch ihre Staatsekretärin bei der Preisverleihung präsent.

Mit dem Qualitätssiegel macht der BBU die Leistungen der Brandenburger Wohnungsunternehmen für zukunftssicheres Wohnen in ihrer ganzen Vielfalt überregional bekannt. Die ausgezeichneten Projekte stellen unter Beweis, dass die Wohnungsunternehmen für die Städte starke und stabile Partner für eine nachhaltig erfolgreiche Stadtentwicklung sind. Mit ihrem unermüdlichen Engagement schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Städte Heimat sind und damit auch als Investitionsstandorte attraktiv bleiben.
 

26.03.2010, 01:00 Uhr

"Gewohnt gut" geht im März nach Strausberg

Mitten in der Stadt generationengerecht und großzügig wohnen: Das ermöglicht die Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Strausberg eG mit ihrer Stadtvilla. Für das Projekt wurde sie am 26. März mit dem Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ ausgezeichnet.

Mit mutigen Entscheidungen und einem überzeugendem Konzept hat die Wohnungsbaugenossenschaft ‚Strausberg’ diese Bestände zukunftsfest gemacht“, begründete BBU-Vertreter Siegfried Rehberg, Besonderer Vertreter des BBU-Vorstandes und Leiter des BBU-Bereichs Technik, die Auszeichnung. Der vor Projektumsetzung befürchtete Leerstand einiger Wohnungen konnte so nachhaltig verhindert werden: Alle 32 Wohnungen sind vermietet.

Rehberg überreichte Ehrungsurkunde und Plakette zusammen mit Brandenburgs neuem Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger. „Ich freue mich sehr, dass ich als neuer Schirmherr der Qualitätssiegel-Aktion gleich zu Beginn ein solch herausragendes und innovatives Projekt auszeichnen kann“, so der Minister. Bei den Stadtvillen gingen städtebaulicher, sozialer und wirtschaftlicher Nutzen Hand in Hand. Während die durchdachte Umgestaltung der Fassaden im Zuge des Rückbaus das Stadtbild nachhaltig aufgewertet habe, biete die barrierefreie Gestaltung der Wohnungen jungen Familien wie älteren Menschen beste Bedingungen für ein selbständiges Leben mitten im Geschehen.

„Wir fühlen uns durch das Qualitätssiegel und die Anwesenheit des Ministers sehr geehrt“, freuten sich die Genossenschafts-Vorstände Heiner Böhme und Klaus-Peter Weinzierl. Dank der Umbauten sei die gute Vermietbarkeit der Wohnungen bis mindestens 2030 gesichert.

Bei dem Projekt handelt es sich um den Umbau eines Großblocks aus dem Jahr 1974 in der Müncheberger Straße 26-29. Die Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Strausberg eG investierte über eine Millionen Euro in das Vorhaben. Die Aufzugsnachrüstung wurde über das Land gefördert.

Das Qualitätssiegel


Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – Fit für die Zukunft“ wird monatlich vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturministerin Jutta Lieske. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Für die Wohnungsunternehmen sind auch Stadterneuerung und Aufwertung zentrale Bestandteile des Stadtumbauprozesses.

Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury, die neben dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Innenstadtforum Brandenburg“, dem Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), sowie dem MIL besteht.

Wohnen für alle Generationen

„Es war eine große Anstrengung, aber sie hat sich auf jeden Fall gelohnt.“ Mit diesem Resümee nahm Heiner Böhme, Vorstandsmitglied bei der Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Strausberg eG, am 26. März das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ entgegen.

„Der Großblock musste in bewohntem Zustand zur Hälfte entkernt und neu gestaltet werden“, berichtete Böhme weiter. Nur so sei der Einbau des Aufzugs möglich gewesen, mit dem heute vom Keller bis zum obersten Geschoss alle Ebenen barrierefrei erreicht werden können. „Wir sind den Mitgliedern unserer Genossenschaft sehr dankbar, dass sie während des Umbaus 2007 und 2008 so geduldig waren und das Ziel nie aus den Augen verloren haben.“

Die wegen des neuen Aufzugsschachtes wegfallende Wohnfläche konnte durch den Anbau eines Erkers ausgeglichen werden. Ebenfalls neu angebaute Loggien und neu gestaltete Eingangsbereiche bilden nun eine stimmige Fassade mit Stadtvillencharakter.

Mehrere Generationen unter einem Dach


„Durch den barrierefreien Zugang können auch Senioren noch gut hier wohnen“, hob Böhme hervor. Etliche Familien lebten in der zweiten und dritten Generation in dem Haus: „Wir freuen uns sehr, dass junge Familien ihre Eltern auf diese Weise in der Nähe haben können“, so Böhme. Dieser Gedanke sei bei der Konzipierung des Bauprojekts sehr wichtig gewesen.

Besonderes Vorzeigeprojekt


Die „Gewohnt gut“-Jury hob die Nachhaltigkeit des Projekts hervor. BBU-Vertreter Siegfried Rehberg: „Die Genossenschaft hat konsequent auf Vermietbarkeitsaspekte geachtet. Für eine Nettokaltmiete von weniger als sechs Euro pro Quadratmeter wird hier ein Wohnkomfort geboten, der auch morgen noch wettbewerbsfähig sein wird.“

„Ich bin sehr von der Leistung der Wohnungsbaugenossenschaft ‚Aufbau’ Strausberg beeindruckt und hoffe, dass der Zuschuss des Landes von 192 T€ für die Aufzugsnachrüstung Ihnen dabei ein wenig geholfen hat“, unterstrich Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger.

Große Investitionsleistung


In das Projekt hat die Wohnungsgenossenschaft über eine Millionen Euro investiert. Finanziert wurde diese Leistung durch Eigenmittel und Fördermittel.

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