Krieg gegen die Ukraine und Energieengpässe bremsen Berliner Wirtschaft: Exporte erholen sich nur langsam

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Krieg gegen die Ukraine und Energieengpässe bremsen Berliner Wirtschaft: Exporte erholen sich nur langsam

Trotz eines überdurchschnittlich starken BIP-Anstiegs in Berlin von 4,9% im Jahr 2022 (Deutschland: +1,8%) sind die Warenexporte nur um 3,9% auf 16,5 Mrd. gestiegen. Vor allem der Krieg Russlands gegen die Ukraine führte im letzten Jahr zu Unterbrechungen in global wichtigen Nahrungsmittel- und Energielieferketten und in der Folge zu Energie- und Rohstoffpreisen auf Rekordniveau. 

Das hat insbesondere die energieintensiven Industrieunternehmen in der Hauptstadtregion unter Druck gesetzt. In der Folge rückte die hohe Energieabhängigkeit Berlin-Brandenburgs von Russland in den Fokus der hauptstädtischen Aufmerksamkeit.

Dr. Hinrich Holm, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin (IBB): „Die Krisen der vergangenen drei Jahre haben uns gelehrt, genauer hinzusehen, woher wir unsere Waren beziehen bzw. wohin unsere Produkte exportiert werden. Heute günstig erworbene Produkte für kritische Wirtschaftsbereiche, können uns morgen sehr teuer zu stehen kommen oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr verfügbar sein. Auch die Gefahr der wirtschaftlichen Abhängigkeit von nicht-demokratischen Regimen ist ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Zwar wird mit 77% ein Großteil des Berliner Außenhandels mit Staaten abgewickelt, die sich demokratischen Standards verpflichtet haben, aber immer noch 23% der Außenhandelsströme werden mit anderen Staaten abgewickelt.“

Die Volkswirte der IBB haben in ihrer jährlich erscheinenden Außenhandels-Studie erstmals auch alle Berliner Im- und Exporte gemäß einem Demokratie-Index eingeteilt.

Pharmazeutische Erzeugnisse sind das wichtigste Berliner Exportgut

Nach außergewöhnlichen Zuwächsen während der Coronapandemie (+522 Mio. EUR in 2021, +711 Mio. EUR in 2020) normalisierten sich die Exportzahlen bei den pharmazeutischen Erzeugnissen wieder: In 2022 wurden Waren im Wert von 2,9 Mrd. EUR (-12%) ins Ausland exportiert. Sie bleiben mit einem Anteil von 17,5% jedoch weiterhin das wichtigste Berliner Exportgut. Die Ausfuhren von medizinischen und orthopädischen Geräten behielten ihren positiven Wachstumstrend bei und stiegen um 4,1% (38 Mio. EUR) auf 988 Mio. EUR. Beide Warengruppen gehören zum hochspezialisierten und international anerkannten Berliner Innovationscluster „Gesundheitswirtschaft“.

USA wichtigster Abnehmer Berliner Waren

Die Vereinigten Staaten von Amerika bleiben mit einem Anteil von 9,5% auch weiterhin das wichtigste Berliner Exportland. Insgesamt stieg die Nachfrage nach Produkten aus der Hauptstadt um 12,1% (169 Mio. EUR) auf 1,57 Mrd. EUR. Das wichtigste Exportgut sind mit 224 Mio. EUR die „sonstigen Fahrzeuge“ zu denen bspw. Motorräder gehören.

China bleibt Spitzenpartner beim Außenhandel

Die Volksrepublik China ist erneut zweitwichtigstes Exportland für Berliner Produkte (1,36 Mrd. EUR). Pharmazeutische Erzeugnisse stellen hier den größten Anteil an Exportgütern dar (+18 Mio. EUR auf 214 Mio. EUR). Aufgrund der hohen Einfuhren (3,14 Mrd. EUR) stellt die Volksrepublik den größten Berliner Außenhandelspartner mit insgesamt 4,5 Mrd. EUR dar.

Die vollständige Studie finden Sie hier: https://www.ibb.de/media/dokumente/publikationen/volkswirtschaftliche-pu...

 

 

Dr. David Eberhart

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