Klimareise Brandenburg: Minister Beermann informiert sich in Luckenwalde über Fernwärmeausbau

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Klimareise Brandenburg: Minister Beermann informiert sich in Luckenwalde über Fernwärmeausbau

Im Rahmen des Klimabündnisses Stadtentwicklung startete Brandenburgs Bauminister Guido Beermann am 6. Mai 2022 in Luckenwalde seine Klimareise durch Brandenburg. Im Mittelpunkt standen der Fernwärmeausbau und weitere Klimaschutzaktivitäten der Stadt. Mit ihrem „Klimabündnis Stadtentwicklung Brandenburg“ wollen das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), der BBU und die Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Verbands kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) die Brandenburger Kommunen ansprechen und die Wärmewende vor Ort vorantreiben. Vor diesem Hintergrund bereist Beermann Orte in Brandenburg und informiert sich gemeinsam mit den Bündnispartnern über beispielgebende Projekte zum energetischen Umbau im Quartier.

Minister Guido Beermann: „Brandenburg hat sich zum Ziel gesetzt, bis spätestens zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Das ist sehr ambitioniert und kann nur gelingen, wenn wir unsere Städte und Gemeinden mit ins Boot holen. Gerade in der Wärmewende vor Ort liegt großes Potenzial für den Klimaschutz. Dafür gibt es in den Brandenburger Kommunen viele gute Beispiele, die wir zusammen mit dem BBU und dem VKU im Rahmen unseres Klimabündnisses als Ideengeber ins Land tragen wollen. Wie der energetische Umbau im Quartier angestoßen werden kann, zeigt Luckenwalde. Schon 2013 hat die Stadt gemeinsam mit Trebbin und Jüterbog ein Klimaschutz- und Energiekonzept erarbeitet. Damit ist die Stadt ein Vorreiter. Luckenwalde macht hier aber nicht halt, sondern schreibt das Konzept fort. Vorgesehen ist zum Beispiel, die vorhandenen Fernwärmenetze zu erweitern und miteinander zu verbinden. Die öffentlichen Einrichtungen werden sukzessive energetisch saniert und darin eingebunden. Insgesamt soll die Wärmeversorgung des Gebäudebestands bis 2045 klimaneutral erfolgen – mit vielen kleinen aber effizienten Schritten in die richtige Richtung.“

Elisabeth Herzog-von der Heide, Bürgermeisterin der Stadt Luckenwalde: „Die aktuelle Evaluierung unseres Klimaschutz- und Energiekonzeptes weist auf, dass stadtweit bis 2019 trotz Bevölkerungswachstums der Energieverbrauch um 4,3 Prozent gesenkt werden konnte, in kommunalen Einrichtungen sogar um 20 Prozent. Die Stadtwerke haben den Ausbau von Fernwärme massiv vorangetrieben. Die 2014 gegründete Bürgerenergiegenossenschaft sorgt dafür, dass auf Dächern städtischer Einrichtungen Photovoltaikanlagen Strom zur Eigenversorgung liefern. Das energetische Quartierskonzept ‚Dahmer Straße‘ hat den Grundstein dafür gelegt, dass sich im Gründerzeitviertel graue Energie in Gestalt von brachliegenden oder teilbewohnten Häusern durch Umbau in goldene Energie wandeln konnte. Durch die gute inhaltliche Abstimmung, den begleitenden Einsatz von Städtebaufördermitteln und den steuerlichen Anreizsystemen konnte bis heute der Leerstand zu zwei Dritteln beseitigt werden.  Unsere Bilanz kann sich sehen lassen, aber da geht noch mehr. Trotz vielversprechender Ansätze werden die Anstrengungen auch in Luckenwalde enorm sein müssen, um bis 2045 zur Klimaneutralität Deutschlands beizutragen.“

Luckenwalde hat bereits wesentliche Ziele aus dem Klimaschutz- und Energiekonzept (KEK) von 2013 umgesetzt. So hat die Stadt neben der Aufstellung von Energetischen Quartierskonzepten für die Gebiete Dahmer Straße mit gründerzeitliche Bebauung und Nuthe/Burg mit Plattenbauzeilen eine Bürgerenergiegenossenschaft gegründet, ein Solarkataster aufgebaut und die Radwegeinfrastruktur verbessert. Die vorhandenen Fernwärmenetze der Städtischen Betriebswerke (SBL) wurden miteinander verbunden und die öffentlichen Einrichtungen wie Feuerwache, Therme, Kita Neue Baruther Straße und der Sportkomplex sukzessive energetisch saniert und eingebunden. Zudem wurde eine Potenzialanalyse für kommunale Handlungsoptionen in den Sektoren Verkehr, Wirtschaft/ Landwirtschaft, Kommune, Wärmebedarf und -versorgung von Haushalten sowie energetische Sanierung der Gebäude vorgenommen.
Im Quartier Dahmer Straße konnte durch das Instrument der Ausweisung von einfachen Sanierungsgebieten durch die Kommune nach BauGB § 142 die Sanierung zahlreicher Gebäude unterstützt werden. Vor dem Hintergrund neuer Klimaschutzziele aus dem Integrierten Stadtenwicklungskonzept (INSEK) will die Stadt Luckenwalde das Klimaschutz- und Energiekonzept fortschreiben und das Ziel der Klimaneutralität verankern. Als vielversprechendste Maßnahme wird der flächendeckende Fernwärmeausbau vorangetrieben. Mit der Überarbeitung des KEK soll auch nach neuen technischen Lösungen für einen Ersatz des Erdgases gesucht werden, wie Erdwärme bzw. wasserstoffbasierte Systeme. 

Im Rahmen des „Klimabündnisses Stadtentwicklung Brandenburg“ von MIL, BBU und VKU sind folgende weitere Aktivitäten geplant: 
• die Auslobung eines Landeswettbewerbs „Vision CO2-neutrales Quartier“,
• die Initiierung von kommunalen guten Beispielvorhaben der integrierten energetischen Stadtentwicklung,
• die Auszeichnung von Unternehmen mit besonders klimaambitionierten Zielstellungen,
• die Unterstützung der Städte und Gemeinden bei der Erfassung ihrer sektorenbezogenen Treibhausgasemissionen,
• die Durchführung von gemeinsamen Veranstaltungen, wie Workshops und Fachtagungen,
• eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit.

Matthias Brauner

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