Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin 2021

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Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin 2021

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat am 1. April 2022 die Ergebnisse des Monitorings Soziale Stadtentwicklung (MSS) 2021 veröffentlicht. Darin wird die aktuelle soziale Lage der Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren Berlins und deren Veränderung beschrieben. Das Monitoring Soziale Stadtentwicklung wird seit 1998 regelmäßig erstellt. Die aktuellen Ergebnisse basieren auf dem Untersuchungszeitraum 31. Dezember 2018 bis 31. Dezember 2020 und zeigt erstmals auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die soziale Lage in den Berliner Kiezen.

Staatssekretärin für Mieterschutz und Quartiersentwicklung Ülker Radziwill: „Sozialer Zusammenhalt in Berlin ist wichtiger denn je. Durch das Monitoring Soziale Stadtentwicklung können wir zielgenau mit den uns zur Verfügung stehenden Programmen soziale Ungleichheit bekämpfen. Die Ergebnisse des Monitorings werden wir insbesondere zur Auswahl von neuen Quartiersmanagement-Gebieten heranziehen. Das Monitoring zeigt auch, dass die Corona-Pandemie die bereits von sozialen Problemlagen betroffenen Gebiete stärker als die übrigen Planungsräume betrifft. Auch bei den Pandemiefolgen gilt es die Menschen in den besonders betroffenen Kiezen zu unterstützen.“

In dem Monitoring werden Gebiete mit überdurchschnittlich hoher sozialer Benachteiligung als „Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf“ zusammengefasst. Acht Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf im MSS 2019 wurden im MSS 2021 nicht mehr als Gebiete mit überdurchschnittlich hoher sozialer Benachteiligung identifiziert. Diese besonders betroffenen Gebiete decken sich weitestgehend mit den Quartiersmanagementgebieten und/oder den GI-Handlungsräumen, in denen vielfältige Programme zur Stabilisierung und Aufwertung sozial benachteiligter Gebiete verortet sind. Mit dem Programm Sozialer Zusammenhalt und dem Quartiersmanagement können die Lebensqualität und insbesondere die Teilhabechancen von Menschen, vor allem Kindern und Jugendlichen in „armen“ Stadtteilen verbessert werden. Dazu ist aber ein genaues Bild der sozialen Lage und der Probleme in den Kiezen notwendig. Das neue Monitoring Soziale Stadtentwicklung bildet als etabliertes Instrument der kleinräumigen Sozialraumanalyse eine zentrale Grundlage für passgenaue stadtpolitische Maßnahmen. Um die Ergebnisse zur Auswahl von neuen Fördergebieten des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ (Quartiersmanagement-Gebiete) heran zu ziehen, ist vor allem die Identifizierung von aktuellen Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf notwendig.

Laut aktuellem MSS finden sich diese hauptsächlich in den Ortsteilen Wedding, Moabit, Gesundbrunnen, Kreuzberg, Falkenhagener Feld, Staaken, Neukölln, Hellersdorf, Märkisches Viertel und Reinickendorf. Sie umfassen rund zehn Prozent der 536 betrachteten Planungsräume und verteilen sich sowohl in der Inneren als auch in der Äußeren Stadt. Diese Gebiete erfahren bereits zum großen Teil eine besondere Aufmerksamkeit durch Politik und Verwaltung, da sie innerhalb der Förderkulissen zum „Sozialen Zusammenhalt“ (Quartiersmanagement-Gebiete) bzw. in den Handlungsräumen der „Ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere“ (GI-Handlungsräume) liegen. Bereits mit diesen Programmen soll eine möglichst schnelle Verbesserung der sozialen Lage ermöglicht werden. So wurden acht Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf im MSS 2019 im MSS 2021 nicht mehr als Gebiete mit überdurchschnittlich hoher sozialer Benachteiligung identifiziert. Diese besonders betroffenen Gebiete decken sich weitestgehend mit den Quartiersmanagementgebieten und/oder den GI-Handlungsräumen, in denen vielfältige Programme zur Stabilisierung und Aufwertung sozial benachteiligter Gebiete verortet sind.

Im Untersuchungszeitraum haben sich Werte für die drei wichtigsten Indikatoren unterschiedlich entwickelt. Der Anteil von Personen, die von Arbeitslosigkeit (nach SGB II) betroffen sind, ging bis 2019 zurück, stieg durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie aber in 2020 erstmals seit über 15 Jahren gesamtstädtisch an (+ 1,2 Prozentpunkte zu 2018). Gebiete mit bestehenden sozialen Problemlagen waren zudem überdurchschnittlich vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Der Anteil nicht-arbeitsloser Bezieherinnen und Bezieher von Transferleistungen sinkt dagegen um fast 1 Prozentpunkt, wobei ein Übergang von Personen aus dem Transferbezug in die Arbeitslosigkeit nicht ausgeschlossen werden kann. Die Kinderarmut konnte erneut geringfügig verringert werden, befindet sich im Bundesvergleich aber nach wie vor auf einem hohen Niveau (fast 27 % aller Berliner Kinder in „armen” Haushalten).

Ergebnisse Online: https://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwicklun...

Silke Schendel

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