HOWOGE: Architekturwettbewerb für neues Gymnasium in Berlin-Mitte entschieden

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HOWOGE: Architekturwettbewerb für neues Gymnasium in Berlin-Mitte entschieden

Die Berliner Schulbau-Offensive kommt weiter voran: Für den Neubau des Gymnasiums Schulstraße im Bezirk Berlin-Mitte steht die Architektur fest. Damit ist der 8. Architekturwettbewerb der HOWOGE entschieden. Die Bietergemeinschaft Ackermann + Raff Architekten GmbH aus Stuttgart ging als Sieger aus insgesamt 16 teilnehmenden Architekturbüros hervor.

„Die HOWOGE schätzt sich glücklich, dass trotz pandemiebedingter Erschwernisse die Preisrichtersitzung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden konnte“, sagt HOWOGE-Geschäftsführer Ulrich Schiller. „Mit dem neuen Gymnasium an der Schulstraße werden bis zum Beginn des Schuljahres 2027 im Bezirk-Mitte 664 neue Schulplätze in den Jahrgangsstufen sieben bis zwölf und zusätzlich sechs Sporthallenteile geschaffen. Für die Gebäude streben wir eine Holzhybridbauweise an.“

Städtebauliches Konzept

Der Neubau schließt auf dem aktuell noch bebauten, aber seit Jahren brach liegenden Grundstück, die städtebauliche Lücke zwischen denkmalgeschütztem Jüdischen Krankenhaus an der Iranischen Straße und einem südwestlich liegenden Baudenkmal. Als funktional zusammenhängender, aber trotzdem gegliederter Baukörper löst er die speziellen Herausforderungen des für Schulbau engen Grundstückszuschnittes. „Der Wettbewerb lieferte eine große Vielfalt an Lösungsansätzen zur Umsetzung des komplexen Bauprogramms. Der Siegerentwurf zeigt eine weitere Variante zur Umsetzung des Berliner Lern- und Teamhauskonzeptes. Drei vieleckige Schulbaukörper, die sich an den stadträumlichen Gegebenheiten orientieren, beheimaten die Compartments und binden die Sporthalle als eigenständiges Gebäude in ein schlüssiges Gesamtensemble ein. So wird eine größtmögliche schallgeschützte Schulhoffläche erreicht“, fasst Jens Wadle, Bereichsleiter Schulbau und Prokurist der HOWOGE zusammen.

Im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren wird ein Verhandlungsverfahren nach Vergabeordnung (VgV) mit den drei Preisträgern unter Maßgabe der Empfehlungen des RPW- Wettbewerbs durchgeführt. Eine digitale Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten ist zurzeit in Vorbereitung und wird im ersten Quartal 2022 über die Homepage der HOWOGE veröffentlicht. Nach aktuellem Planungsstand geht der Schulneubau zum Schuljahr 2027 in Betrieb.

Schulkonzept

Dem Berliner Lernhauskonzept entsprechend, wird auch die Schule an der Schulstraße als Compartmentschule errichtet. Ein Compartment funktioniert dabei wie eine kleine Schule in der großen Schule: Unterrichtsräume für die Lernenden und ein Teambereich für die Lehrenden gruppieren sich um ein zentrales Forum, das als gemeinschaftliche Lern- und Aufenthaltsfläche dient.
Da die Schule als Ganztageseinrichtung betrieben wird, sind die Aufenthaltsqualitäten im Innern von größter Bedeutung: Das Leitbild ist die „Lernlandschaft“: eine möglichst offene Raumstruktur, die vielfältige Nutzungsoptionen bietet. Das neue Berliner Prinzip, Compartments als kleine Schule in der großen Schule, wird konsequent umgesetzt. Das Foyer ermöglicht eine gute Orientierung im öffentlichen Sockelgeschoss. Entlang der inneren Straße gliedern sich in logischer Abfolge die Fachräume, der Mehrzweckbereich und die Sporthalle. Gleiches gilt in den Obergeschossen, die Compartments werden über die durchgesteckte innere Straße erschlossen. In zentraler Lage, mit Sichtverbindung in die Foren, befindet sich der Teambereich für die Lehrenden.
Für die Jury gab die schlüssige städtebauliche Lösung als auch die gut funktionierende innere Organisation und die guten schulfachlichen Qualitäten der Compartments den Ausschlag für die Vergabe des ersten Rangs.

Quelle: a + r Architekten

 

Stimmen aus der Jury

ehem. Staatssekretärin Beate Stoffers, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: „Auch im 8. Wettbewerbsverfahren für einen Schulneubau der HOWOGE wird ein architektonisch hochwertiger Entwurf ausgewählt, mit dem es gelingt, eine moderne Compartmentschule auf einem innerstädtischen Grundstück umzusetzen. Mit dem Gymnasium Schulstraße werden im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive die dringend benötigten Schulplätze an einer weiterführenden Schule im Bezirk Mitte geschaffen.“

Bezirksstadträtin für Schule, Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur, Stefanie Remlinger, Bezirksamt Mitte von Berlin: „Der HOWOGE ist für die Ausrichtung des Wettbewerbs sehr zu danken. Die Auswahl zu treffen, zwischen einer Reihe von sehr guten Wettbewerbsbeiträgen war nicht einfach. Erfreulicherweise entschieden sich Fach- wie Sachpreisrichter:innen gemeinsam für einen innovativen und stadträumlich durchdachten Entwurf mit hoher Aufenthaltsqualität und guter Freiflächengestaltung. Hier entstehen nicht einfach nur dringend benötigte Schulplätze, sondern ein echtes Lern- und Teamhaus, auf das sich die Nutzer:innen freuen dürfen!“

Prof. Arno Lederer, Architekt und Juryvorsitz: „Wie wertvoll konkurrierende Verfahren sind, hat sich bei diesem Wettbewerb wieder einmal gezeigt. Ob es um die Wirtschaftlichkeit, die Funktion und schlussendlich um die Architektur und den Stadtraum in der Gesamtheit ging: erst durch das Angebot und im Vergleich der unterschiedlichen Beiträge konnte die beste Lösung für den Ort und die Schule gefunden werden.“

Aus der Beurteilung des Entwurfs durch die Jury:

„Mit einer wohlproportionierten Gliederung durch Körnung und Höhenstaffelung wird das Grund-stück entlang der Schulstrasse durch einen Mäander besetzt. Die zueinander versetzten Körper lassen Freiflächen entstehen, welche die Eingänge zum Gebäude wie selbstverständlich ergeben. Die Ausrichtung und Dimension der nördlichen Wabe nimmt Bezug zum Mittelbau des jüdischen Krankenhauses auf. Die trapezförmigen Schulhöfe im westlichen Bereich sind gut abgeschirmt und haben eine hohe Aufenthaltsqualität. Die Positionierung des Gesamtensembles an der östlichen Grundstückkante erlaubt eine großzügige Gestaltung des Schulgartens. „
„Freiraum und Gebäudestruktur stellen eine sehr robuste Einheit mit hoher Identität dar. Die Au-ßenanlagen folgen der architektonischen Linienführung und schaffen gute differenzierbare Raum-angebote. Der äußere Rundweg erschließt nachvollziehbar alle Freiraumfunktionen.“

Ergebnis der Preisgerichtssitzung:

1. Preis
a + r Architekten GmbH, Stuttgart
Fachplaner:
Faktorgruen Landschaftsarchitekten, Freiburg (Freianlagen)
CSZ Ingenieurconsult TA GmbH & Co. KG, Berlin (Technische Gebäudeausrüstung)

2. Preis
Bewerbergemeinschaft KNOWSPACE, KZA, KMA, V+P
KNOWSPACE, Berlin
Klammer Zeleny ZT GmbH, Wien
Kronaus Mitterer ZT GesmbH, Wien
Klammer Zeleny ZT GmbH, Wien
Kronaus Mitterer ZT GesmbH, Wien
Vasko + Partner Ingenieure, ZT GesmbH
Fachplaner:
Korbwurf Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur, Wien (Freianlagen)
Vasko + Partner Ingenieure GesmbH (Tragwerksplanung, Technische Gebäudeausrüstung, Brandschutz, Bauphysik)

3. Preis
wulf architekten, Berlin
Fachplaner:
Planstatt Senner GmbH, Überlingen (Freianlagen)
wh-p GmbH Beratende Ingenieure, Stuttgart (Tragwerk)
Ingenieurgesellschaft W33 mbH, Berlin (Technische Gebäudeausrüstung)

Anerkennung
agn Niederberghaus & Partner GmbH, Ibbenbüren
Fachplaner:
agn Niederberghaus & Partner GmbH (Freianlagen, Technische Gebäudeausrüstung)
HHP West Brandschutzberatung GmbH (Brandschutz)

Anerkennung
BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Fachplaner:
GM013 Landschaftsarchitektur, Berlin (Freianlagen)
KMG Ingenieurgesellschaft mbH (Technische Gebäudeausrüstung)
ifb frohloff staffa kühl ecker, Berlin (Tragwerksplanung)

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