Berliner Wasserbetriebe kündigen Überprüfung der Regenwassereinleitungen an

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Berliner Wasserbetriebe kündigen Überprüfung der Regenwassereinleitungen an

Wie vom BBU am 6. Oktober 2021 berichtet, stellen die Berliner Wasserbetriebe (BWB) ihre privatrechtlichen Preise und Tarife zum 1. Januar 2022 auf ein öffentlich-rechtliches Gebührenmodell um. Überraschend schreiben die BWB ihre Kund*innen und damit die Berliner Wohnungsunternehmen in diesem Zusammenhang nun auch zu einer geplanten Revision der Regenentwässerung an.

Ziel ist es, die Verdunstung, Versickerung oder andere Nutzung auf den Grundstücken zu erweitern, um den Folgen des Klimawandels robuster begegnen zu können. Aktuell schreiben die BWB ihre Kund*innen hierzu sukzessive an und werden weiteren Kontakt zu den Kund*innen aufnehmen, sofern konkreter Handlungsbedarf besteht.

Über die geplante Überprüfung der Regenentwässerung haben die BWB am 7. September in einer Pressemitteilung informiert. Zur Begründung teilen sie mit:

„Die zunehmende Verdichtung der Stadt und der Klimawandel, bei dem sich im Sommer immer häufiger lange trockene Hitzeperioden und Starkregen ablösen, unterstreichen die Notwendigkeit von dezentraler Regenwassernutzung. Der in der Gesamtbilanz zu spärliche Regen in unserer Region ist für eine Ableitung zu schade, weil er für das Stadtklima und das Grundwasser gebraucht wird. Und bei Starkregen geraten die Kanäle schneller an ihre Grenzen, was zu Rückstau, Überflutungen und Einspülungen von Dreck in unsere Gewässer führen kann. Das alles hat zu einem „Neudenken von Regenwasser“ in Berlin geführt, für Neu- und Umbauten auf Grundstücken wurden Ein- und Ableitgrenzen festgelegt, die Berliner Regenwasseragentur als Beratungsinstitut vor allem für Eigentümer*innen, Planer*innen und Behörden gegründet. Auch das Wasserhaushaltsgesetz besagt, dass Regenwasser auf dem Grundstück verbleiben soll.“

Nun prüfen die Berliner Wasserbetriebe, Bezirk für Bezirk, ob und auf welcher vertraglichen Grundlage von Grundstücken Regenwasser in die Kanalisation eingeleitet wird. „So wird im Bereich der Trennkanalisation, also in den Bezirken außerhalb des Berliner S-Bahn-Ringes, immer wieder festgestellt, dass Regenwasser offen oder verdeckt in die dafür nicht vorgesehenen Schmutzwasserkanäle fließt, was diese natürlich schnell überlastet und damit temporär auch zu hydraulischen Einschränkungen des Entsorgungskomforts führen kann.“

Die Berliner Wasserbetriebe gehen ihrem Projektplan folgend schrittweise auf die Kund*innen und damit die Berliner Wohnungsunternehmen zu. Bis dies soweit ist, besteht keine Handlungsnotwendigkeit. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Unternehmen sich gern selbst mit den Möglichkeiten zur Bewirtschaftung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück befassen und Maßnahmen ergreifen können. Einen ersten allgemeinen Überblick zu "Regenwasser neu denken" geben die Berliner Wasserbetriebe unter https://www.bwb.de/de/regenwasser.php.

Auf ihrer Website haben die BWB darüber hinaus FAQ hinterlegt: https://www.bwb.de/de/fragen-und-antworten.php

Sollten noch weitere Fragen bestehen, stehen folgende Kontaktstellen zur Verfügung:
Großkunden können sich an Ihre Key-Account-Manager wenden, diese können am besten auf Ihre spezifischen Fragen antworten.
Kunden mit bestehenden Anschlüssen ohne bauliche Veränderungen auf dem Grundstück können sich an das BWB Servicecenter unter 0800 292 7587 oder über Service@bwb.de wenden.
Kunden mit Bauvorhaben - Neu- und/oder Umbau sowie baulichen Erweiterungen - steht der Prüf- und Zustimmungsservice der BWB zur Verfügung. Die Kollegen beraten Bauherr*innen, Planer*innen und Architekt*innen gern vor Beginn einer Baumaßnahme. Sie erreichen den Prüf- und Zustimmungsservice der BWB über das Kontaktformular unter www.bwb.de/regenwassereinleitung.

Julia Stoyan

T +49 (30) 89781 - 141
F +49 (30) 89781 - 4141

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