Leben mit Demenz / Schulungen zum Umgang mit erkrankten Mieter:innen (kostenfrei für BBU-Mitglieder)

  • Wohnen für ein langes Leben

Leben mit Demenz / Schulungen zum Umgang mit erkrankten Mieter:innen (kostenfrei für BBU-Mitglieder)

Dass Mieter:innen möglicherweise an einer Demenz erkrankt sind, wird häufig erst dann wahrgenommen, wenn es Konflikte gibt. Wenn sich Nachbarinnen beschweren, weil nachts zum wiederholten Mal durch lautes Rufen oder Poltern der Schlaf gestört wurde. Dabei könnte in vielen Fällen ein Nachbarschaftsstreit verhindert werden, wenn Mieter und Mieterinnen mehr über das Krankheitsbild wüssten. Das Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg bietet kompakte Schulungen an, die Möglichkeiten zu einem besseren Umgang aufzeigen und Wege weisen, um Eskalationen frühzeitig zu verhindern. Der Kurs wird für Brandenburger BBU-Mitgliedsunternehmen kostenfrei angeboten.

Gastbetirag von Marie-Therese Schmitz (Kompetenzzentrum Demenz)

Wohnen im Alter

Mit zunehmendem Alter verbringen Menschen mehr Zeit in der eigenen Wohnung. Wohnen im vertrauten Umfeld trägt entscheidend zu Lebensqualität, Wohlergehen und Zufriedenheit bei – im Alter und vor allem bei Krankheit, auch bei Demenz. Dazu kommt, dass ältere Menschen mit Demenz häufiger allein leben, weil aufgrund kleinerer Familiengrößen und der zunehmenden Erwerbstätigkeit weniger Angehörige da sind, die sich kümmern können. Die allermeisten älteren Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung leben zu können, auch dann, wenn Krankheit, Hilfe- und Pflegebedürftigkeit eintreten. Denselben Wunsch haben Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.

Welche Anzeichen könnten darauf hinweisen, dass eine Demenz vorliegt?

Da klopft vielleicht die nette, ältere Dame aus der 4. Etage immer häufiger spät abends oder nachts an die Tür und weiß nicht mehr was sie wollte, wenn geöffnet wird. Oder der Herr aus der ersten Etage, der immer so freundlich grüßt, schiebt öfter die Mülltonnen über den ganzen Hof. Dabei verursacht er viel Lärm und gefährdet die im Hof spielenden Kinder. Nicht nur Gedächtnisprobleme, sondern auch Schwierigkeiten bei der örtlichen und zeitlichen Orientierung, Sprachstörungen sowie Persönlichkeitsveränderungen sind Symptome einer Demenzerkrankung. Menschen mit Demenz erleben schleichend, dass ihnen Fähigkeiten abhandenkommen, die für die Bewältigung des Alltags notwendig sind und die für ihr Wohlbefinden wichtig waren. Sie können ihr Verhalten häufig nicht mehr steuern und verhalten sich deshalb in alltäglichen Situationen unverständlich – zumindest für ihr (nachbarschaftliches) Umfeld.

Lebensqualität entsteht dort, wo die Menschen ihren Alltag leben – im Sozialraum

Eine Demenz betrifft nicht nur den erkrankten Menschen, sondern auch sein soziales Umfeld. Dazu gehören neben den Ehepartnern und Kindern auch Freunde, Bekannte und Nachbarn, Menschen im Wohnumfeld. Ein aufgeklärtes Umfeld kann unterstützen und so zu einem selbstbestimmten Leben in guter Nachbarschaft beitragen. Die aufgeklärten, informierten Menschen im Sozialraum machen den Unterschied: Nachbarn, die freundlich grüßen und sich Zeit nehmen für einen kleinen Schwatz, die Besorgungen übernehmen, die nachsehen, wenn sie die Nachbarin länger nicht getroffen haben. Kontakte im Sozialraum sind wertvoll und ein guter Grund, in einem Wohnviertel zu bleiben.

Was kann die Wohnungswirtschaft für ein gutes Leben mit Demenz im eigenen Wohnumfeld tun?

Wohnen im Alter ist eine Aufgabe für viele, denn nicht nur die Politik, sondern auch die Kommunen, Seniorenorganisationen, die Zivilgesellschaft und die Wohnungswirtschaft können dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im vertrauten Umfeld wohnen und zugleich am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Gerade in Mietwohnhäusern bieten sich gute Chancen für gegenseitige Unterstützung. Dieser Weg beginnt mit Aufklärung und Sensibilisierung. Wie kann ich aufmerksam für Veränderungen bei meinen Nachbarn sein? Wie kann ich mit Menschen mit Demenz kommunizieren, Kontakt herstellen, Angehörige erreichen? Und welche Hilfsmöglichkeiten gibt es im Umfeld?

In Brandenburg bietet das Kompetenzzentrum Demenz in Trägerschaft der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. Demenz Partner-Kurse an. Wir sind davon überzeugt, dass Menschen mit Demenz möglichst lange gut in der vertrauten Umgebung leben können, wenn die Nachbarschaft, aber auch Hausmeister, Handwerker, Mieterbetreuerinnen und Mitarbeitende der Verwaltung über diese Krankheit informiert sind. Wenn sie wissen was zu tun ist, wenn Mieter:innen sich beschweren, weil sie von der netten 94-jährigen Dame im vierten Stock immer wieder beschuldigt werden, etwas aus der Wohnung geklaut zu haben. Solche und ähnliche Situationen können sonst leicht eskalieren.

Info-Kurs – für BBU-Mitgliedsunternehmen kostenfrei
Ein Demenz Partner-Kurs (90 Minuten) klärt über das Krankheitsbild auf, gibt Tipps zum hilfreichen Umgang, zeigt an alltäglichen Beispielen auf, was man tun kann und stellt regionale Partner vor, die helfen können, wenn es schwierig wird. Der Kurs wird für Brandenburger BBU-Mitgliedsunternehmen kostenfrei angeboten!  (Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen wenden sich bitte an die Alzheimer Gesellschaft Berlin e.V., Kontakt: Kathrin Breternitz, breternitz@alzheimer-berlin.de, www.alzheimer-berlin.de).

Kontakt

Wenn Sie planen, Ihre Mieter:innen, Hauswarte und/oder Mitarbeitende der Verwaltung zum Thema Demenz zu schulen, wenden Sie sich gerne an uns:
Kompetenzzentrum Demenz Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg - In Trägerschaft der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V.

Sonja Köpf (Projektleitung) und Marie-Therese Schmitz sind Fachreferentinnen im Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg in Trägerschaft der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg. Das Kompetenzzentrum Demenz wird vom MSGIV und den Pflegekassen finanziert, um die Situation von Menschen mit Demenz in Brandenburg zu verbessern. Das vielfältige Angebot an Öffentlichkeitsarbeit und speziellen Schulungen für Angehörige trägt zum besseren Umgang in der Familie und im Quartier bei. Darüber hinaus werden ambulante und stationäre Einrichtungen dabei unterstützt, ihre Versorgung noch besser auf die zunehmende Gruppe von Menschen mit Demenz auszurichten und dafür Netzwerke aufzubauen. Die Alzheimer Gesellschaft Brandenburg e.V. unterstützt die Initiative Demenz Partner der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und bietet in ganz Brandenburg Kompaktworkshops zum Thema an.

Sonja Köpf (Projektleitung)

Telefon: 0331/704 37 47
Mobil: 0151/ 217  590 94
Stephensonstr. 24-26
14482 Potsdam
koepf@demenz-brandenburg.de

Marie-Therese Schmitz
Stephensonstr. 24-26
14482 Potsdam
Tel: 0331- 27 34 61 12
Mobil: 0175/651 26 01
E-Mail: schmitz@demenz-brandenburg.de
www.demenz-brandenburg.de

Silke Schendel

T +49 (30) 89781 - 123
F +49 (30) 89781 - 4123

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