Lüften im Wohnungsbau – Neue Studie gibt Hilfestellung

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Lüften im Wohnungsbau – Neue Studie gibt Hilfestellung

Lüften im Wohnungsbau ist sowohl in der Bestandsbewirtschaftung als auch beim Neubau ein stets aktuelles und vieldiskutiertes Thema. Auch in den BBU-Foren und Diskussionsrunden steht es immer wieder auf der Tagesordnung. Eine neue Studie zum Lüften im Wohnungsbau beschäftigt sich mit wesentlichen Fragen zu Lüftungssystemen, dem richtigen Lüftungsverhalten und den hierfür anzuwendenden technischen Regelwerken. Ziel ist es, die Entscheidungsfähigkeit der Beteiligten zu stärken und mehr Planungs- und Rechtssicherheit zu schaffen.

Nicht nur die Frage nach den richtigen Lüftungssystemen bzw. Lüftungsverhalten beschäftigt Bauherren, Planer, Bauausführende, Vermieter und Mieter. Auch gehen die Meinungen häufig darüber auseinander, ob denn die DIN 1946-6 "Raumlufttechnik – Teil 6: Lüftung von Wohnungen – Allgemeine Anforderungen, Anforderungen zur Bemessung, Ausführung und Kennzeichnung, Übergabe/Übernahme (Abnahme) und Instandhaltung" anzuwenden ist oder ein Wohngebäude unabhängig davon mit Fensterlüftung konzipiert werden kann.

Um diese Fragen zu beantworten, hat sich ein Verbändebündnis aus Kammern der Architekten und Ingenieure sowie Verbänden der Planer und der Bau- und Immobilienwirtschaft, darunter der GdW, entschlossen, eine Studie und ein Merkblatt als Entscheidungshilfe für Planer, Bauherren/Eigentümer und Bauausführende erarbeiten zu lassen.

Das Ziel dieser Studie ist es, den Dissens zwischen Fensterlüftung und ventilatorgestützter Lüftung aufzulösen, die Entscheidungsfähigkeit der Beteiligten zu stärken und somit für Planungs- und Rechtssicherheit zu sorgen. Beleuchtet werden die Grundlagen zum Lüften, das Bauordnungsrecht und weitere technische Regeln, die Auslegung der Luftvolumenströme und geeignete Lüftungssystem sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und haftungsrelevanten Aspekte bei Erstellung von Lüftungskonzepten. Die zentralen Elemente der Studie und des Merkblattes sind eine Checkliste mit Bewertungskriterien für Wohnungslüftungssysteme und ein Schema zu den Vertragspflichten im Planungsablauf. Im Ergebnis können sämtliche betrachteten Lüftungssysteme – von der manuellen Fensterlüftung bis zur ventilatorgestützten Lüftung – zur Anwendung kommen. Die Entscheidung für oder gegen ein System obliegt dem Bestellenden. Ein geeignetes Lüftungskonzept sollte hierfür als Entscheidungsgrundlage in jedem Fall herangezogen werden.

Die vom Büro für Bauphysik, Dipl.-Ing. Architekt Stefan Horschler, Hannover, vom Ingenieurbüro für Wärmetechnik, Dipl.-Ing. (FH) Oliver Solcher, Berlin, und von der Kanzlei Schmitz, Rechtsanwältin Elke Schmitz, Bremen, erstellte Studie sowie das dazugehörige Merkblatt zum Lüften im Wohnungsbau stehen auf der Webseite des GdW sowie in unserem Downloadbereich zur Verfügung.

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