BWV zu Köpenick schafft mehr Artenvielfalt in Wohnquartieren

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BWV zu Köpenick schafft mehr Artenvielfalt in Wohnquartieren

Die Freiflächen in Wohngebieten bieten ein oft ungenutztes Potential zur Förderung der Artenvielfalt. Gemeinsam mit der Stiftung für Mensch und Umwelt gestaltete der Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick eG zwei ausgewählte Modellflächen in seinem Bestand um. Am 21. August 2020 wurde der Hof an der Köpenicker Annenallee eingeweiht. Auch für die Anwohner*innen entstand mit Sitzbänken, Schautafeln und einem Hochbeet ein neuer Treffpunkt für Naturerlebnisse und nachbarschaftlichen Austausch.

Vor der Einweihung erfolgte mit einem Vorlauf von eineinhalb Jahren die Evaluierung der vorhandenen Gartenfläche, die Information und Einbindung der Anwohner*innen sowie die Planung und Aussaat der neuen Anpflanzungen. Für die Beurteilung der Ausgangsbedingungen wurden wissenschaftliche Untersuchungen vorgenommen, die belegten, dass sich das vorhandene Grün für einheimische Arten nur bedingt als Lebensgrundlage eignet. Dr. Corinna Hölzer, Leiterin des Projektes „Treffpunkt Vielfalt – naturnahe Gestaltung von Wohnquartieren“ erläuterte in ihrer Eröffnungsrede, dass natürliche Kreisläufe und Nahrungsnetze auf das Zusammenspiel heimischer Pflanzen- und Tierarten angewiesen sind. (Das Projekt wird im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.) Bei den Neuanpflanzungen handelt sich um insektenfreundliche heimische Wildpflanzen mit reichlichem Angebot an Pollen und Nektar. Neben den 6000 Frühjahrsblühern, 2700 Initialstauden und 300 Gehölzen wurden großzügige Einsaaten vorgenommen. Standorttypische Pflanzungen wurden jeweils für die sonnigen und schattigen Bereiche ausgewählt. Einige Arten der Modellfläche stehen zudem auf der Roten Liste, bzw. sind sie Zielarten des Berliner Florenschutzes. Neben der Förderung der geschützten heimischen Tier- und Pflanzenwelt war auch der Recyclinggedanke wichtig. Daher findet sich auf der gesamten umgestalteten Fläche wiederverwendetes Wegmaterial der vorherigen Wegeführung. Die Umgestaltung der Hoffläche ging einher mit der Neuanlage der sanierungsbedürftigen Vorgärten und Zuwegungen. Auch die Müllstandflächen erhielten eine neue Einhausung und das moderne Fahrradhaus bietet sichere Abstellplätze. Wichtiger Bestandteil der Umgestaltung war die Einbeziehung der Anwohner*innen in die Planung. So blieben Mietergärten erhalten und für eine Korkenzieherweide, ein Kirschbäumchen und etliche Sträucher wurden neue Standorte gefunden.

Warum die Genossenschaft sich für den Artenschutz einsetzt, begründet Vorstandsmitglied Andrea Zwingelberg: „Wir alle merken nicht erst heute, dass sich unser Planet verändert. Das betrifft nicht nur unser Klima, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt. Natürlich können wir mit der Umgestaltung einer Hoffläche nur einen kleinen Beitrag im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten. Doch wir stellen uns als Genossenschaft an dieser Stelle unserer Verantwortung und hoffen, dass unserem Beispiel im besten Fall noch andere folgen werden.“

Bild oben: Andrea Zwingelberg und Dr. Corinna Hölzer bei der symbolischen Einweihung der umgestalteten Hoffläche; Bild unten: Auch Vorgärten und Zuwegungen passen sich in das Umgestaltungskonzept ein. Copyright Fotos: Sebastian Runge

 

Silke Schendel

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