WOBA Oranienburg feiert Richtfest für zwei energieautarke Mehrfamilienhäuser

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WOBA Oranienburg feiert Richtfest für zwei energieautarke Mehrfamilienhäuser

Bei der Wohnungsbaugesellschaft mbH Oranienburg (WOBA) ist aktuell das erste von zwei energieautarken Mehrfamilienhäusern mit Pauschalmiete und Energieflat im Landkreis Oberhavel im Bau. Die Gebäude versorgen sich zu 60 bis 70 Prozent selbst mit Solarenergie für Wärme, Strom und Mobilität. Der restliche Heizenergie-Bedarf wird über einen Gasbrennwertkessel und über das Stromnetz gedeckt. Im Sommer 2021 sollen die insgesamt 14 Wohnungen bezugsfertig sein. Das Investitionsvolumen schlägt mit vier Millionen Euro zu Buche.

Von Marion Voigt, Oranienburg

Am 14. August 2020 feierten WOBA-Geschäftsführer Bernd Jarczewski, die WOBA-Belegschaft, die Landtagsabgeordneten der Region und führende Kommunalpolitiker mit den Bauarbeitern, Architekten und Projektentwicklern ein Richtfest für die Sonnenhäuser. Bürgermeister Alexander Laesicke freute sich über die „Investition in die Zukunft“. Die Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (CDU) bescheinigte dem städtischen Wohnungsunternehmen Mut. Ihre Parlamentskollegen Björn Lüttmann (SPD) und Heiner Klemp (Grüne) begrüßten die günstigen Energiekosten. Oranienburgs Baustadtrat Frank Oltersdorf ergänzte: „Die WOBA beweist mit dieser Investition wieder einmal mehr ihren Sinn für innovative Zukunftsgestaltung.“ Projektentwickler Professor Timo Leukefeld brachte seine Begeisterung mit dem Satz „Bernd Jarczewski ist einfach ein cooler Typ“ auf den Punkt.

Wie der Experte Leukefeld erklärt, fasst das Konzept der „Sonnenhäuser“ die Baustandards von Sonnenhaus, Plusenergiehaus und Passivhaus zusammen und entwickelt sie weiter. Die Solarwärme wird in zwei Langzeitwärmespeichern gehalten, wenn sie nicht für Warmwasseraufbereitung oder Raumheizung benötigt wird. Die beiden Behälter sind acht Meter hoch und reichen vom Erd- bis zum Dachgeschoss. Ihr Durchmesser beträgt 2,1 und 2,3 Meter, ihr Fassungsvermögen 15 und 18,8 Kubikmeter. Sie sind das Herzstück der Häuser, die um sie herum in Ziegelbauweise errichtet wurden. Die Ziegelbauweise reduziert den Wärmebedarf, so dass sich eine weitere Dämmung erübrigt. Die Arbeiten werden von der HELMA Eigenheimbau AG ausgeführt, die als Generalunternehmen tätig ist und im Einfamilienhaussektor als Vorreiter der Autarkie-Bewegung gilt.

Die Solar-Module und Sonnenkollektoren werden auf dem Dach und der Fassade angebracht. Ihre korrekte Ausrichtung folgt einem ausgeklügelten System. Bei der Installation sind viele Details zu berücksichtigen, angefangen von der maximalen Ausnutzung der Sonnenenergie bis hin zum Schutz vor blendenden Kollektoroberflächen. Da es hierzu bislang nur bedingt Referenzwerte gibt, war die Planung ein anspruchsvolles Unterfangen, wie die technische Leiterin der WOBA, Marianne Kordecki, berichtet.

Im IV. Quartal 2020 sollen die Grundrisse und Mietpreise für die 14 Wohnungen bekanntgegeben werden. Die WOBA kann den Mietern eine über mehrere Jahre garantierte Pauschalmiete mit Energieflat bieten, in der alle Kosten für Wohnen, Wärme, Strom und das Betanken des E-Autos enthalten sind. „Auf Strom- und Wärmemengenzähler verzichten wir“, so Bernd Jarczewski.

Wie Leukefeld hervorhob, profitieren auch Energieversorger. „Die Häuser speisen den erzeugten Strom nicht einfach ins öffentliche Stromnetz ein und verlagern damit die Bewältigung von unregelmäßig auftretenden Mengen auf die Netzbetreiber, wie dies häufig bei Häusern mit Photovoltaik-Anlagen der Fall ist. Sie sind im Gegenteil netzdienlich, indem sie die Energiespeicher der Gebäude den Versorgungsunternehmen zur Lagerung von Energieüberschüssen zur Verfügung stellen.“

Begrüßte die zahlreichen Gäste des Richtfests: WOBA-Geschäftsführer Bernd Jarczewski (Mitte). Er erinnerte in seiner Rede an den Werdegang des Projekts. Foto: Enrico Kugler 

Silke Schendel

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