Gemeinsam für mehr Artenschutz und Biodiversität: Vonovia und NABU vereinbaren Kooperation

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Gemeinsam für mehr Artenschutz und Biodiversität: Vonovia und NABU vereinbaren Kooperation

Vonovia und der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) haben am 4. Dezember 2019 eine zweijährige Zusammenarbeit vereinbart, um Grünflächen in Quartieren zu städtischen Lebens- und Rückzugsräumen für Insekten und Vögel zu machen und naturnahes Gärtnern zu fördern. Vonovia ist nach Angaben des NABU bundesweit das erste Unternehmen aus der Wohnungsbranche, das diesen Schritt geht.  „Als großes Wohnungsunternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung für die Lebensqualität in den Städten“, sagte Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender von Vonovia. Beim Artenschutz und Biodiversität will der DAX-Konzern Vorreiter sein.

Der NABU, Deutschlands mitgliedsstärkster Umweltverband, kooperiert bei der Standortgestaltung schon seit Jahren mit Unternehmen und macht aus den weitgehend leblosen Grünflächen rund um Gewerbeimmobilien Lebensräume für viele Tierarten. „Das Potenzial dieser Kooperation ist groß. Vonovia hat bundesweit rund 350.000 Wohnungen im Bestand, darunter viele Quartiere. Dort erreichen wir pro Projekt viele hundert Mieterinnen und Mieter, wodurch wir eine große Reichweite erzielen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Kooperation ist zunächst für zwei Jahre vereinbart und auf das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen begrenzt. Später könnte sie aber auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

Im Pilotquartier Bochum-Weitmar mit seinen mehr als 1.200 Wohneinheiten entwickeln die beiden Partner gemeinsam einen neuen Gestaltungsansatz für Freiflächen, Insektenhotels und Nistplätze, beispielsweise für Mauersegler. Damit sich die urbanen Gärten in einen Lebens- und Rückzugsraum für Bienen, Schmetterlinge oder Vögel verwandeln, nehmen die Biodiversitäts-Experten vom NABU-Landesverband Nordrhein-Westfalen zunächst eine Bestandsaufnahme der Tier-, Pilz- und Pflanzenarten vor und leiten daraus Empfehlungen für eine Grünflächengestaltung ab, die dem Artenschutz bestmöglich Rechnung trägt.

Vorteile für Mieter*innen
Doch Vonovia möchte mit dieser Zusammenarbeit nicht nur den Tieren helfen. „Vielmehr geht es auch um den Wunsch vieler Mieterinnen und Mieter, ihr Wohnumfeld durch buntere Grünflächen und mehr Natur aufzuwerten“, sagte Norbert Rieger, bei Vonovia Geschäftsführer für das Wohnumfeld. Die heute üblichen Grünflächen, sind sich Vonovia und der NABU einig, seien nicht optimal als Lebens-, Nist- und Rückzugsräume für Vögel, Insekten und andere Tiere geeignet. Ein gemähter Rasen und akkurat geschnittene Hecken trügen kaum zum Artenschutz bei. Eine Bepflanzung mit mehr Bäumen und Sträuchern, Blühstreifen sowie Nistkästen an den Gebäuden schafften hingegen die dringend benötigten Lebensräume mitten in der Stadt. „Auch das kommt den Bedürfnissen der Mieter entgegen, die sich naturnahe Gärten als Treffpunkte in ihrem Quartier wünschen“, weiß Norbert Rieger.

QR-Codes und geringere Mähfrequenz
In Zukunft dürfen die Grünflächen in vielen Quartieren etwas üppiger und bunter aussehen: Weil das Gras in Zukunft etwas mehr Zeit zum Wachsen haben wird – die Mähfrequenz wird reduziert - können dort viele Blüten für bestäubende Insekten gedeihen. Auch verblühte Stauden bleiben teilweise den Winter über stehen, denn hier finden Vögel Nahrung, und Insekten können hier die kalte Jahreszeit überdauern. Eine artgerechte Grünflächengestaltung, so die Beteiligten, ist nach einer Umstellungsphase nicht mit mehr Arbeit verbunden. Sie ist ressourcenschonender als die herkömmliche Kombination aus Hecken und Rasen und eröffnet zugleich neue Erlebnis- und Naturerfahrungsräume für Kinder und Erwachsene. „Wichtig dabei ist, dass wir bei allen Maßnahmen die Mieter vor Ort miteinbeziehen“, betonte Rieger. In Sprechstunden erklären ihnen daher Experten, nach welchen Prinzipien die Grünflächen umgestaltet werden; Beschilderung, teilweise mit QR-Codes in den Gärten, liefern Informationen über die angebauten Pflanzen; und bei Workshops in den Quartieren lernen die Bewohner, wie und wo man am besten Nisthöhlen und Insektenhotels anbringen sollte.

In Bochum-Weitmar wird im Rahmen der Zusammenarbeit von Vonovia und NABU in einem der ersten Schritte eine Wildblumenwiese entstehen. Dazu hat der NABU eine eigene Saatmischung entwickelt. Zudem pflanzte Vonovia-Vorstandsvorsitzender Rolf Buch gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen NABU-Landesvorsitzenden Heide Naderer und dem NABU-Landesgeschäftsführer Bernhard Kamp als Zeichen des langfristigen Engagements und kontinuierlich wachsender Projektideen in Bochum-Weitmar einen Spitzahorn. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt werden gesammelt und sollen als Grundlage für weitere Maßnahmen dienen – damit in einigen Jahren möglichst viele Grün- und Freiflächen in den Vonovia-Quartieren zum gemeinsamen Lebensraum für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt werden.

Kerstin Braun

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