Neu erschienen: Die BBU-Klimabilanz 2016 Berlin und Brandenburg

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Neu erschienen: Die BBU-Klimabilanz 2016 Berlin und Brandenburg

Bereits zum 3. Mal legt der BBU seine Auswertung über das Monitoring der freiwilligen Klimaschutzvereinbarungen zwischen dem BBU und dem Land Berlin sowie dem Land Brandenburg vor. Mit Daten von rund 680.000 Wohnungen ist die Studie deutschlandweit einmalig und unübertroffen in Fundiertheit und Aussagekraft. Zusammen werden die Länder Berlin und Brandenburg bereits jetzt um jährlich rund 2,9 Millionen Tonnen CO2 entlastet.

Land Berlin

Hochgerechnet emittierten die rund 700.000 Wohnungen der Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen aus Heizung, Warmwasser und Hausstrom im Jahr 2016 1,1 Millionen Tonnen  CO2. Das sind knapp sechs Prozent der gesamten CO2-Emissionen des Landes Berlin. Die gesamten CO2-Emissionen im Land Berlin werden vom Amt für Statistik für das Jahr 2015 aus dem Endenergieverbrauch mit 19,5 Millionen Tonnen angegeben.
Gegenüber 1990, dem Basisjahr des Kyoto-Protokolls, sanken die CO2-Emissionen für Raumheizung, Warmwasser und Hausstrom im Wohnungsbestand der BBU-Mitgliedsunternehmen im Land Berlin um 56 Prozent auf durchschnittlich 1,55 Tonnen CO2 je Wohnung bzw. rund 25 Kilogramm CO2 je Quadratmeter Wohnfläche im Jahr 2016. Das entspricht einer Einsparung von 1.393.000 Tonnen CO2 im Jahr.

Land Brandenburg

Bezogen auf alle rund 350.000 Wohnungen, die von den BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaftet werden, emittiert dieser Bestand landesweit rund 0,46 Millionen Tonnen CO2. Das sind gut ein Prozent der gesamten CO2-Emissionen des Landes Brandenburg. Die gesamten CO2-Emissionen im Land Brandenburg werden vom Amt für Statistik für das Jahr 2015 aus dem Endenergieverbrauch mit 58,5 Millionen Tonnen angegeben.
Die CO2-Emissionen der Wohnungen der BBU-Wohnungsunternehmen wurden im Land Brandenburg seit 1990 um etwa 76 Prozent auf im Schnitt 1,32 Tonnen CO2 je Wohnung bzw. knapp 23 Kilogramm CO2 je Quadratmeter Wohnfläche im Jahr 2016 gesenkt. Das sind im Jahr 1.463.000 Tonnen CO2 weniger Umweltbelastung.

Ausblick

Die BBU-Mitgliedsunternehmen führen vielfältige Energieeinspar- und Klimaschutzprojekte durch, doch wirkungsvolle Effekte lassen sich nicht beliebig oft wiederholen. Aufgrund des bereits erreichten hohen Sanierungs- und Modernisierungsstandes ist das Potenzial an effizienten Maßnahmen auf Basis eines ausgewogenen Kosten-Nutzen-Verhältnisses weitestgehend ausgeschöpft.

BBU-Vorstand Maren Kern: „Mit seinem Monitoring ist der BBU deutschlandweit führend. Unseren Unternehmen liefert es die stabile Grundlage für ihr Umweltmanagement, dem BBU wichtige Argumente in der Interessenvertretung, beispielsweise in der Diskussion um die Entwicklung der Energieeinsparanforderungen. Deshalb danken wir allen Mitgliedsunternehmen für ihr Engagement im Klimaschutz und der Unterstützung des Monitorings.“

Seit 2006 analysiert der BBU für seine Mitgliedsunternehmen zweijährlich Angaben über die unternehmensdurchschnittlichen Endenergieverbräuche in der Hauptstadtregion. Die in der deutschen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft einmalige Basis der Klimadaten über der Hälfte der von den BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschafteten 1,1 Millionen Wohnungen in den Ländern Berlin und Brandenburg ermöglicht valide Auswertungen und ergibt ein genaues Bild über die sehr begrenzten Möglichkeiten für weitere Energieeinspar- und Klimaschutzmaßnahmen.

Das zeigen auch die aktuellen Ergebnisse für das Berichtsjahr 2016. Die BBU-Mitgliedsunternehmen haben ihre bisherigen Anstrengungen bei der CO2-Verringerung auf einem niedrigen Niveau konsolidiert. Jedoch sind Spielräume für weitere substanzielle Einsparungs-Fortschritte mittlerweile weitgehend ausgeschöpft innerhalb des bisherigen klimaschutzpolitischen Rahmens. Bei allen Ansätzen ist es wichtig, dass die Investitionsentscheidungen der BBU-Mitgliedsunternehmen beim Klimaschutz, auf Basis von Effizienz, also der Höhe der CO2-Reduzierung, der individuellen Wirtschaftlichkeit und technologieoffen getroffen werden können. Ein technologisches Dogma führt zu hohen Kosten, die sich nachteilig für die Wohnungsunternehmen und die Mieter auswirken, ohne dass ein substantieller CO2-Einspareffekt erzielt wird. Anstatt auf die Logik „viel hilft viel“ beim Dämmen von Einzelgebäuden zu setzen, regt der BBU eine Wende für die Energiewende an. Die Eckpunkte dabei:

• CO2-Einsparung als Effizienzmaßstab: Die CO2-Einsparung, nicht mehr die (theoretische) Energieeffizienz, muss zum Schrittmacher der Energiewende werden
• Technologieoffenheit: Ermöglichung des Wettbewerbs um die jeweils besten (=effizientesten und nachhaltigsten) Lösungen bei Neubau und Modernisierung
• Fokus Erneuerbare: Konsequente Dekarbonisierung der Energieversorgung durch ihre Umstellung auf erneuerbare Energien
• Monitoring: Transparente bundeseinheitliche Monitoring-Standards als Grundlage einer wissenschaftlichen Begleitung der Energiewende (z.B. analog zur BBU-Klimabilanz)
• Ganzheitlichkeit: Die Energiewende muss gebäude- und sektorübergreifend gedacht und angegangen werden

Die Materialie kann online zum Preis von 5 Euro für Mitglieder bzw. 35 Euro netto für Nicht-Mitglieder hier bestellt werden: https://bbu.de/publikationen?r=/reader/ajax/44455/grid
 

Lars Grothe

T +49 (30) 89781 - 150
F +49 (30) 89781 - 4150

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