Energieeffizienz in Gebäuden: Klimaschutz mit wenig Kohle

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Energieeffizienz in Gebäuden: Klimaschutz mit wenig Kohle

Die ersten Ergebnisse eines der umfangreichsten Forschungsprojekte zur Energieeffizienz in Gebäuden zeigen auf, dass schon eine optimierte Wärmeverteilung und Heizkörpersteuerung prinzipiell zu einem niedrigeren Energieverbrauch führt. Darüber hinaus sind in Gebäuden die komplexen Wirkungszusammenhänge als Gesamtsystem zu betrachten und mit mehreren, oft individuellen Maßnahmen und Technologien aufeinander abgestimmt zu optimieren.

Auf dem GdW-WohnZukunftsTag am 28. Juni 2017 in Berlin wurden unter dem Thema „Klimaschutz mit wenig Kohle“ erste Ergebnisse eines der umfangreichsten gegenwärtigen Forschungsprojekte zur Energieeffizienz in Gebäuden vorgestellt. Der Auftraggeber, die „Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand“, ist ein Zusammenschluss aus Verbänden, Unternehmen und Forschungsinstitutionen. Ziel ist es, den Wärmeverbrauch in Wohnimmobilien zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten zu verringern.

Damit führt das Konzept der Allianz in einem größeren Maßstab konsequent fort, was mit den Leitlinien vom OPTIMUS-Projekt der Ostfalia-Hochschule, über das ALFA®-Projekt des BBU und das Projekt BETA-Nord des VNW begann: Den Klimaschutz beim Wohnen bezahlbar umzusetzen. Denn einfach nur die Anforderungen an die Gebäude zu erhöhen, führt zu immer neuen Kosten, die wiederum zu steigenden Mieten führen, ohne dass Fragen nach der Finanzierung und Bezahlbarkeit beantwortet werden. Der BBU berichtete zum Auftakt des neuen Forschungsprojektes am 2. Dezember 2016 ausführlich.

Ein wesentlicher Schlüssel zur Lösung liegt in der Effizienzsteigerung der vorhandenen Wärmeversorgungsanlagen. Neben notwendigen Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle müssen technische Maßnahmen mit einem hohen Kosten-Nutzen-Effekt identifiziert werden. Hierzu werden über 13 Milliarden Datensätze aus deutschlandweit mehr als 60 Gebäuden, ihren Heizungsanlagen sowie 700 Wohnungen allein für die vergangene Heizperiode analysiert. Sie sollen Aussagen dazu liefern, wie möglichst geringinvestive Maßnahmen einen Beitrag zur Energiewende leisten können.

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden in Wohnungen und Immobilien verschiedene technische Maßnahmen für Energieeffizienz auf ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis hin untersucht, teils auf Basis von reinen Datenanalysen, teils in der praktischen Anwendung durch die Bewohner. Laut ersten Auswertungen führten dabei die Optimierung der Wärmeverteilung durch einen hydraulischen Abgleich im Heizungskeller oder direkt an den Heizkörpern prinzipiell zu einem niedrigeren Energieverbrauch. Gleiches gilt für eine verbesserte Steuerung der Heizkörpertemperaturen durch programmierbare oder fernsteuerbare Thermostate (Smart Home). Die abschließende Auswertung der erhobenen Daten im ersten Forschungsjahr wird für den Herbst 2017 erwartet.

Im Downloadbereich die GdW-Pressemitteilung zum Forschungsbericht.

 

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