lak fordert mehr Einsatz der Berliner Bezirke gegen Wohnungslosigkeit

  • Soziales

lak fordert mehr Einsatz der Berliner Bezirke gegen Wohnungslosigkeit

Die Berliner Bezirke nutzen ihre rechtlichen Möglichkeiten zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit nicht ausreichend. Das ergibt eine aktuelle Studie der Landesarmutskonferenz Berlin (lak). Besonders brisant: In einigen Bezirken wird nicht einmal erfasst, ob Kinder in den räumungsbedrohten Haushalten leben.

„Es ist äußerst problematisch, dass in diesen Bezirken keine besondere Rücksicht auf Haushalte mit Kindern genommen wird“, sagt Ekkehard Hayner von der lak. Im schlimmsten Fall würden sie nämlich auch in Einrichtungen der Obdachlosenhilfe untergebracht werden. Diese Einrichtungen sind jedoch keinesfalls für Heranwachsende ausgelegt. Es sei äußerst fraglich, inwieweit das Wohl der Kinder und Jugendlichen dort geschützt werden könne.

Die Berliner Bezirksämter könnten laut lak zudem mehr für die Prävention von Wohnungsverlusten durch Räumungen machen. Ein Austausch zu den Best-Practice-Modellen sei sehr sinnvoll. Denn einige Bezirke suchen bereits den direkten Kontakt zu den bedrohten Haushalten. Die Ergebnisse der Befragung zeigen: Ist dieser Kontakt erst einmal hergestellt, lassen sich Wohnungsverluste häufig vermeiden. „So könnten die Bezirke erhebliche Kosten für die Unterbringung und Reintegration von Wohnungslosen sparen“, erklärt Hayner.

Die Landesarmutskonferenz Berlin befragte im Rahmen ihrer Studie alle Berliner Bezirke, wie sie mit Mitteilungen der Amtsgerichte und Gerichtsvollzieher über anhängigen Räumungsklagen umgehen und welche Erfolge ihre Bemühungen haben. Aus den Antworten ergeben sich folgende 5 Schritte zur Verbesserung:

• Kompetenzbündelung in einer bezirklichen Fachstelle für Wohnungsnotfälle
• Stärkung der personellen Ressourcen für die Prävention
• Erarbeitung eines standardisierten Prozesses zum Umgang mit den Meldungen
• Einführung einer statistischen Erfassung der Meldungen und der Beratungserfolge.
• Definition besonders schutzbedürftiger Personengruppen (z. B. Haushalte mit minderjährigen Kindern, alte Menschen), zu denen verstärkt Kontakt gesucht wird.

Die Ergebnisse der Befragung der Bezirksämter stehen auf der Website der lak-Fachgruppe Wohnungslose Menschen zur Verfügung. 

Mieke Goldhahn (in Elternzeit)

T +49 (30) 89781 - 126
F +49 (30) 89781 - 4126

BBU-Mitgliedsunternehmen