Wie spricht man über Wohnen, wenn die Zielgruppe gerade erst anfängt, sich dafür zu interessieren? Diese Frage schwebte über dem Jugendwohnkongress, der am 7. November 2025 zum zweiten Mal im Haus der Kulturen der Welt stattfand. Rund 80 bis 100 Schüler*innen und Studierende kamen zusammen, eingeladen vor allem von sozialen Trägern der Jugendhilfe. Workshops, Infostände, Gespräche mit Politik – und am Rand ein Poetry Slam und ein Konzert – bildeten den Rahmen.
Mittendrin: der einzige wohnungswirtschaftliche Stand, betreut von BBU und Gewobag. Und dort wurde schnell klar, worum es wirklich geht. Viele der jungen Besucher*innen wohnen zwar noch zu Hause, haben aber längst Fragen im Gepäck. Wie komme ich an meine erste eigene Wohnung? Wo finde ich Angebote, die bezahlbar sind? Was bedeuten „Bewerbung“ und „Vergabeverfahren“ konkret? Und was geht eigentlich mit einer Ausbildungsvergütung?
Kathrin Schumacher und Mario Hilgenfeld vom BBU sowie Gewobag-Vorstandsmitglied Malte Bädelt gaben Einblicke, erklärten Abläufe und nahmen Vorbehalte ernst. Gleichzeitig zeigte der Tag, wie sperrig viele Strukturen für Jugendliche wirken – selbst dann, wenn man sie in einfachen Worten erklärt. Gerade mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl 2026 und das abgesenkte Wahlalter auf 16 ist das ein Warnsignal: Wer junge Menschen erreichen will, braucht eine andere Sprache, mehr Klarheit und niedrigere Einstiegshürden.
Malte Bädelt bringt es auf den Punkt: „Nur wenn wir verstehen, was junge Menschen antreibt, können wir Wohnkonzepte schaffen, die ihre Bedürfnisse nachhaltig erfüllen.“ Mario Hilgenfeld ergänzt: „Der Austausch auf dem Jugendwohnkongress hat gezeigt, dass wir die Zukunftssorgen der jungen Menschen ernst nehmen und das Wohnen aus Sicht der Wohnungswirtschaft mit einfachen Worten erklärbar machen müssen.“
Quelle: BBU
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