BBU-ZukunftsAwards 2020

04.03.2020, 10:09 Uhr

Das sind die Preisträger: BBU-ZukunftsAwards „Erfolgsfaktor Innovation im Einsatz für den Klimaschutz“ 

Energie sparen, Betriebskosten senken, Umwelt schonen: Wie das geht, zeigen die Gewinner-Projekte des Wettbewerbs „BBU-ZukunftsAwards“ der Wohnungswirtschaft in Berlin-Brandenburg. Die auf den 25. BBU-Tagen 2020 in Bad Saarow geehrten Unternehmen repräsentieren die große Bandbreite innovativer Energieeffizienz- und Klimaschutzprojekte in der Wohnungswirtschaft. Der Juryvorsitzende Stefan Tidow, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, und BBU-Vorstand Maren Kern beglückwünschten die Preisträger. Der Wettbewerb steht in diesem Jahr unter Schirmherrschaft von Regine Günther, Berlins Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

BBU-Vorstand Maren Kern sagte: „Bei den BBU-ZukunftsAwards stehen in diesem Jahr Best Practice-Beispiele aus den Bereichen Energie und Klimaschutz im Fokus. Ihr Ziel: Emissionen einsparen, Betriebskosten senken, Wohnen in Neubau und Bestand bezahlbar halten. Ob hochinnovative Energiespeicher, Sharing-Modelle für unternehmenseigen E-Fahrzeuge, Crowdfunding für den Bau neuer Anlagen für die Energieerzeugung oder Langzeit-Projekte für die Nachhaltigkeit ganzer Stadtbestände: Die ausgezeichneten Projekte wurden oft gemeinsam mit lokalen Partnern entwickelt und verbinden in hervorragender Weise eine innovative Unternehmenskultur mit messbarer CO2-Einsparung und einer ausgeprägten Orientierung auf soziale Wohnungswirtschaft.“

Die Schirmherrin Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, sagte:
„Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern zu ihrem Erfolg bei den diesjährigen BBU-ZukunftsAwards. Sie zeigen mit ihren vielfältigen Projekten, dass die Herausforderungen der CO2-Reduktion im Gebäudebereich erfolgreich zu bewältigen sind. Das ist ein wichtiges Signal: Die Politik stellt die Weichen für klimaneutrale Stadtquartiere, für den Kohleausstieg im Wärmesektor, für begrünte Dächer, für neue Mobilität – und innovative Umsetzungen wie die heute prämierten sind dafür die konkrete Praxis. Die hoffentlich schnell Nachahmer findet: Alle gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure, im privaten wie im öffentlichen Sektor, sind aufgerufen, wirksame Lösungen in der Klimanotlage zu finden.“
Die Jury unter Vorsitz von Stefan Tidow, Berlins Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, vergab in den beiden Kategorien „Genossenschaften“ und „Gesellschaften“ insgesamt sieben Preise und eine Besondere Anerkennung:

BBU-ZukunftsAwards 2020 – Kategorie Genossenschaften

Der erstplatzierte Beitrag zeichnet die Erste Wohnungsgenossenschaft Berlin-Pankow eG aus, die bei einem Neubau Abwärme aus Grauwasser nutzt und ein umfangreiches Wasserrecycling einsetzt. In dem Kooperationsprojekt soll die Energie- und Wasserversorgung für das geplante Wohnhaus klimaschonend und kostensparend erfolgen. Weiterhin ist für den Neubau mit 39 Wohnungen die gemeinschaftliche Nutzung einer Dachterrasse (auf dem Gemeinschaftsraum) mit Gewächshaus zur Stärkung des genossenschaftlichen Zusammenlebens vorgesehen.
https://www.youtube.com/watch?v=by_uXiifaEI

Mit dem zweiten Platz wird die Wohnungsbaugenossenschaft 1919 Bad Belzig eG gewürdigt, die eine dezentrale Erzeugung von Strom und Wärme mit Blockheizkraftwerk (BHKW) im eigenen Netz für insgesamt 195 Wohnungen entwickelt und umgesetzt hat. Dabei hatte sie das Ziel, ihren Mitgliedern – in Kooperation mit den örtlichen Stadtwerken und lokalen Handwerksbetrieben – nachhaltige Wärme und Strom zu günstigen Preisen aus einer Hand anzubieten.
https://www.youtube.com/watch?v=GnHPM24U52Y

Prämiert mit dem dritten Platz wird das „Mitmach-BHKW“ der Charlottenburger Baugenossenschaft eG. Die Genossenschaft hat dabei in einer Wohnanlage in Berlin-Reinickendorf mit 104 Wohnungen nicht nur ein Blockheizkraftwerk (BHKW) errichtet und die Gesamtanlage modernisiert. Die Besonderheit: Bei der Finanzierung des BHKW (gemeinsam mit der Berliner Energieagentur) wurden über Crowdfunding die Mitglieder der Genossenschaft einbezogen; zunächst konnten die Quartiers-Mieter*innen Finanzierungsanteile zeichnen, danach alle Genossenschaftsmitglieder.
https://www.youtube.com/watch?v=WR-mo8k3tOY

Eine Besondere Anerkennung der Jury erhält die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG. Unter dem Motto „Teilen statt Besitzen“ hat die „1893“ E-Autos und Lastenräder für die gemeinsame Nutzung durch Belegschaft und Mitglieder angeschafft. Diese sollen klimafreundliche Mobilität ermöglichen und das genossenschaftliche Miteinander fördern. Die E-Autos werden wochentags für Mitarbeiter*innen bereitgestellt, abends und am Wochenende können sie von Genossenschafts-Mitgliedern über eine App gebucht werden. Zudem wurde ein Schwerlastenrad zur Ausleihe angeschafft.
https://www.youtube.com/watch?v=UfhHWEO-gIU

Die Verleihung der Preise durch BBU-Vorstand Maren Kern fand am 2. März 2020 in Bad Saarow statt.

BBU-ZukunftsAwards 2020 – Kategorie Gesellschaften (Es wurden zwei zweite Plätze vergeben.)

In ihrem mit dem ersten Preis ausgezeichneten Projekt engagiert sich die Gewobag für die Integration erneuerbarer Energien in die Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden im urbanen Raum mittels innovativer Sektorkopplung. Gemeinsam mit ihren Partnern errichtete sie 2019 einen Stahlspeicher in einem Wohnquartier in Berlin-Tegel mit 1.680 Wohnungen. Dabei werden große Mengen von überschüssig erzeugtem Strom von Wind- und Sonnenenergie aus dem Berliner Umland für die Quartiersversorgung genutzt und damit Ressourcen eingespart und Betriebskosten gesenkt.
https://www.youtube.com/watch?v=surHmyEKLMU

Mit dem zweiten Platz wird die GESOBAU AG ausgezeichnet, die 13.500 Bestandswohnungen seit 2019 mit 100 Prozent CO2-neutraler Wärme versorgt (Kooperation mit Vattenfall Wärme AG). Das Stadtquartier „Märkisches Viertel“ aus den 1960er Jahren wurde zuvor komplett energetisch saniert, die GESOBAU investierte 560 Millionen Euro in diese Effizienzmaßnahme. 2011 wurde das Fernheizwerks des Viertels zu einem lokalen Heizkraftwerk umgebaut, das mit Biomasse aus Brandenburg in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage Ökostrom erzeugt. Die CO2-Emissionen im Quartier konnten um 80 Prozent gesenkt werden. Damit ist das Märkische Viertel die größte Niedrigenergiesiedlung in Deutschland.
https://www.youtube.com/watch?v=Lj__vBJ8H60

Ebenfalls mit dem zweiten Platz wird die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft mbH prämiert, die unter dem Motto „Klimaschutz ist nicht nur CO2-Reduktion“ die Nachhaltigkeitsstrategie einer ganzen Kleinstadt seit 1990 mitgeprägt hat. Frühzeitig hat sich die Stadt als sogenannte „Brundtland-Stadt“ verstanden, und sich somit den Klimazielen der UNO von 1990 verpflichtet. Die REWOGE hat dabei nicht nur ihre Bestände energetisch saniert und dabei einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz verfolgt. Klimaschutz beim Wohnen sollte bezahlbar bleiben. Diese Herausforderung ging die REWOGE in vielen Einzelprojekten an, verknüpfte technische Möglichkeiten und hat externe Kompetenz eingebunden. Das Nachhaltigkeitsprofil wird laufend weiterentwickelt.
https://www.youtube.com/watch?v=y5Qoo01wErg

Den dritten Platz belegt die HOWOGE, die beim Neubau eines Wohnquartiers mit 99 Wohnungen in Berlin-Lichtenberg durch die Kombination einer optimierten Gebäudekonstruktion mit innovativem Energiekonzept Klimaneutralität erreicht hat. Mit dem Ziel, Klimaneutralität, Wirtschaftlichkeit und sozialverträgliche Mieten zu vereinen, wurde eine energetisch optimierte Bauweise gewählt, die u.a. durch dezentrale Trinkwasserstationen, Photovoltaikanlagen und Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ergänzt wurde. Die Betriebskosten für das Gebäude liegen bei 80 Cent (10 Cent unter Berliner Durchschnitt), durch die geringere Erwärmung des Wassers können 30 Prozent Energie eingespart werden.
https://www.youtube.com/watch?v=3jPs0bOk9_g

Die Preisverleihung durch Stefan Tidow, Berlins Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und BBU-Vorstand Maren Kern fand am 3. März 2020 in Bad Saarow statt.

Fotos: BBU/Mausolf

 

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