20 Jahre nach dem Mauerfall gibt es nach wie vor erhebliche Unterschiede in den Befindlichkeiten der Deutschen in Ost und West. Gefragt nach Unterschieden oder Gemeinsamkeiten sagen 42 Prozent der West- und 63 Prozent der Ostdeutschen: "Die Unterschiede überwiegen". Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie, die das Allensbach Institut für Demoskopie aktuell vorgelegt hat.
Nur 20 Prozent der West und elf Prozent der Ostdeutschen sehen bezüglich ihres wechselseitigen Verhältnisses überwiegend Gemeinsamkeiten. Erstaunlich dabei: Nachdem sich diese Wahrnehmung in den ersten 15 Jahren nach der Wiedervereinigung aneinander angenähert hatte – in 2004 glaubten nur noch 38 Prozent im Westen und 43 Prozent im Osten, dass die Unterschiede überwiegen – geht die Schere in den letzten Jahren wieder auseinander.Immerhin: Die große Mehrheit der Westdeutschen sieht inzwischen wenig Sinn darin, zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschen noch besonders herauszustellen oder auf ihnen "herumzureiten". "Natürlich gibt es da auch Probleme, aber alles in allem ist es doch gut so, wie es jetzt ist", sagen 66 Prozent. In Ostdeutschland sehen dies allerdings nur 47 Prozent so. Fast ebenso viele in Ostdeutschland (42 Prozent) fänden es besser, wenn die Probleme in Form der Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen nicht unter den Teppich gekehrt würden.Für die Studie hatte das Allensbach Institut im April 2009 rund 1.800 Personen ab 16 Jahre befragt.