Die Wohnungswirtschaft befindet sich im täglichen Ringen um ein ausgewogenes Verhältnis von Bau- und Gestaltungsqualität sowie Energieeffizienz und Klimaschutz einerseits und Funktionalität und Betriebssicherheit sowie Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit andererseits. Nur wenn es ihr gelingt, ein Gleichgewicht zwischen allen Aspekten zu halten bzw. immer wieder herzustellen, entsteht wirkliche Nachhaltigkeit.
Dieses Gleichgewicht und damit die angestrebte Nachhaltigkeit läuft derzeit jedoch ernsthaft Gefahr, verloren zu gehen. Der Bogen ist nicht nur angespannt, sondern bereits überspannt. Gut gemeinte politische Absichten, umgesetzt in Verwaltungsvorschriften, Energieauflagen und Normungsansätze aus Deutschland und Europa, sorgen für erhebliche Verunsicherung.
Der Bauende weiß in der Praxis nicht mehr, wie die Theorie-Anforderungen zu meistern sind. Immer mehr Auflagen zwingen Planer, Architekten und Bauherren in immer kürzerer Zeit dazu, umzudenken, neu zu planen und neu zu kalkulieren. Und die Baukosten steigen und steigen …
Fakt ist: Bezahlbarer Wohnraum wird knapper – und Bauen immer teurer. Das Verbändebündnis Wohnungsbau hat Ross und Reiter bei den Kostentreibern benannt: der Bund, die Länder und Kommunen sind neben den allgemein gestiegenen Baupreisen die Hauptverantwortlichen für die Teuerung.
Es kommt nun darauf an, die Debatte um die jeweils für sich genommen wünschenswerten und begründbaren Anforderungen in den Kontext einer systemischen Betrachtung zu stellen und von Anfang bis Ende zu denken. Die einseitige Durchsetzung von Maximalforderungen hilft nicht weiter, sondern beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems. Sinnvolle und gute Kompromisse müssen gefunden werden, um den Wohnungsbau nicht abzuwürgen.
Komplexes Denken und maßvolles Handeln muss die Devise sein, wenn auch in Zukunft noch bezahlbare Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung entstehen sollen.
Im Downloadbereich finden Sie die Studie "Kostentreiber für den Wohnungsbau" sowie die Präsentationen zur Studie.