ZU VIEL WASSER IM BLUMENVIERTEL?

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In Beantwortung einer mündlichen Anfrage des CDU-Abgeordneten Sascha Steuer setzte sich Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer kürzlich mit den Folgen des steigenden Grundwassers in einigen Gebieten in Berlin auseinander. "Frage 1: Welche Ursachen haben die steigenden Grundwasserstände in einigen Gebieten Berlins, insbesondere im Rudower Blumenviertel, und was wird seitens des Senats und der Berliner Wasserbetrieben unternommen, um den Grundwasserspiegel wieder abzusenken? In der ganzen Stadt - und so auch im Rudower Blumenviertel - steigen witterungsbedingt durch die Niederschläge die Grundwasserstände im Winter und Frühjahr natürlicherweise an und sinken dann wieder im Sommer und Herbst. Insbesonders in niederschlagsarmen bzw. -reichen Jahren fällt der Grundwasseranstieg entsprechend niedriger bzw. höher aus. Um den drastisch angestiegenen Grundwasserstand im Rudower Blumenviertel zu begrenzen, der nach der Wende durch den verringerten Trinkwassergebrauch mit der damit einhergehenden verringerten Grundwasserförderung des nahe gelegenen Wasserwerks Johannisthal eingetreten war, wurde im Rahmen des Grundwassermanagements eine Brunnenanlage im Glockenblumenweg in Rudow zur Grundwasserregulierung errichtet, die 1997 in Betrieb ging und seitdem permanent im Einsatz ist. 2001 wurde im Zuge der Wasserwirtschaftlichen Sofortmaßnahmen das Wasserwerk Johannisthal für eine nötig gewordene Sanierung vorübergehend stillgelegt. Um die Grundwasserstände gleichzeitig für die laufenden Altlastensanierungsmaßnahmen weiterhin stabil zu halten, wird seitdem von den Berliner Was-serbetrieben - durch den Senat im Rahmen der Wasserwirtschaftlichen Sofortmaßnahmen finanziert - eine Grundwasserhaltung betrieben, die den ursprünglich durch die Trinkwasserförderung hervorgerufenen, abgesenkten Grundwasserstand weiterhin aufrecht erhalten soll. Die dem Rudower Blumenviertel am nächsten gelegenen Brunnen des Wasserwerks, die neben der Brunenanlage im Glockenblumenweg die dortige Grundwasserabsenkung maßgeblich beeinflussen, mussten wegen Leistungsabfalls im Winter 2004/2005 regeneriert werden. Da die ursprüngliche Leistung trotz hohem technischen Aufwand jedoch nicht mehr erreicht werden konnte und dadurch ein Grundwasseranstieg im Blumenviertel hervorgerufen wurde, werden seitdem vier nahe gelegene Wasserwerksbrunnen ertüchtigt, die ersatzweise die gleiche grundwasserabsenkende Wirkung im Blumenviertel erzielen können. Geplante Inbetriebnahme der vier neuen Brunnen ist Juli 2006. Frage 2: Wird der Senat eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung für die Absenkung des Grundwasserstandes sicherstellen? Bis Ende 2009 ist die Grundwasserhaltung im Wasserwerk Johannisthal durch die Berliner Wasserbetriebe auf Kosten des Senats im Rahmen der Wasserwirtschaftlichen Sofortmaßnahmen gesichert. Für den Betrieb und die Wartung der grundwasserregulierenden Anlage im Rudower Glockenblumenweg sind die erforderlichen konsumtiven Mittel im Haushalt eingestellt. Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahmen für die nächsten Jahre Bestand haben. Eine generelle gesetzliche Verpflichtung, einen abgesenkten Grundwasserstand über das Maß einer Trinkwasserversorgung einzuhalten, gibt es jedoch nicht. Lediglich der neu erlassene § 36 a des Berliner Wassergesetzes (BWG) im Zusammenhang mit der Grundwassersteuerungsverordnung (GruWaSteuV) verpflichtet die Berliner Wasserbetriebe gewisse festgelegte Grundwasserstände nicht zu über- oder unterschreiten. Diese Grundwassersteuerungsverordnung wird zurzeit gerade im Rahmen eines Berichtsauftrags an das Abgeordnetenhaus überprüft."