Der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung Brandenburgs steigt kontinuierlich an. War im Jahr 1990 noch jeder Achte älter als 65 Jahre, so ist es jetzt jeder fünfte Brandenburger. Bis 2020 werden in Brandenburg ca. 170.000 Menschen weniger leben als heute. Dabei verdoppelt sich der Anteil der über 65-Jährigen auf mehr als 25 Prozent. Die am stärksten zunehmende Altersgruppe ist die der über 80-jährigen Menschen. Damit wird die Zahl der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen um etwa 100.000 steigen.
Anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen forderte Brandenburgs Sozialministerin Dagmar Ziegler dazu auf, auf diese demografische Entwicklung, die eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts darstelle, offensiv zu reagieren. Man müsse auf die Realität verstärkt mit der Schaffung zukunftsfähiger Strukturen reagieren. So müsse verhindert werden, dass der wachsende Betreuungs- und Pflegebedarf vor allem durch mehr Pflegeheime abgedeckt werde. Die älteren Generation wolle auch bei Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden, selbstbestimmt und sozial integriert wohnen. Die Politik sei gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit dieser Wunsch für möglicht viele Wirklichkeit werde. Formen des betreuten Wohnens, Wohngemeinschaften oder ambulant betreute Wohngruppen könnten die Selbsthilfekräfte alter Menschen erhalten. Dabei seien die Lebensstile und Wohnbedürfnisse alter Menschen nicht einheitlich. Nötig seien kleinteilige, individuelle Lösungen sowie die Öffnung von Heimen und Anlagen des betreuten Wohnens in das Wohnquartier hinein.Wichtige Akteure seien die Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften, die bereits über neue Ansätze nachdenken, so Ziegler weiter. Dabei gehe es um Dienstleistungen, die es auch Hochbetagten ermöglichen, in ihrer Wohnung zu bleiben. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung stehe das Sozial- und Familienministerium in regelmäßigem Dialog mit Vertretern von Unternehmen der Wohnungswirtschaft sowie der Kommunen. Ein landesweiter Arbeitskreis zum Thema „Wohnen im Alter", in dem sich auch der BBU engagiert, ermögliche den schnellen Informations- und Erfahrungsaustausch und die Veröffentlichung von best-practice- Beispielen im Rahmen jährlicher Workshops.