ZEHN JAHRE BILDUNGSVEREIN BAUTECHNIK - (K)EIN GRUND ZUR FREUDE?

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Fortunaportal und Stadtkanal in Potsdam, Bruno-Taut-Pavillon, Pendelstützen und nicht zuletzt das Kleinod in der Berliner Kupfergrabenlandschaft, die Musterfassade der Schinkelschen Bauakademie sind nur die bekanntesten Projekte des Bildungsvereins Bautechnik, der sich die Bewahrung unseres architektonischen Erbes auf die Fahnen geschrieben hat. Vor zehn Jahren wurde der Bildungsverein Bautechnik vom Bauindustrieverband, der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und der Fachgemeinschaft Bau ins Leben gerufen. Anlass war die denkmalgerechte Rekonstruktion zweier Fensterachsen der Schinkelschen Bauakademie, die auf die Idee von Horst Draheim zurückgeht. Die Arbeiten an der Bauakademie waren dank der Beteiligung von über 200 Azubis des Bauhauptgewerbes, zahlreichen Experten, Künstlern und großzügigen Spendern von überwältigendem Erfolg gekrönt. Mit diesem Projekt erbrachte der Bildungsverein den Beweis, dass gerade das bildkünstlerische Programm der Bauakademie in höchster Qualität rekonstruierbar ist. Bald nach der Gründung machte sich der Verein einen Namen in der Denkmalpflege und wendete diese Kompetenz auch international an. Bestes Beispiel dafür ist die bis heute gepflegte Städtepartnerschaft Berlin-Moskau. Jedes Jahr können Azubis verschiedener Gewerke im Herzen von Moskau am denkmalgeschützten Johannes-Frauenkloster arbeiten und prägende Erfahrungen in einer meist für sie völlig unbekannten Kultur sammeln.Diese erfolgreiche Arbeit ist auf Bundesebene nicht unbemerkt geblieben. Erst kürzlich wurde der Verein vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung für ein gemeinsam mit der Knobelsdorffschule und dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge durchgeführtes EU-Projekt ausgezeichnet. Das Projekt in der Gedenkstätte Mauthausen in Oberösterreich reiht sich ein in die im letzten Jahr begonnenen Sanierungsarbeiten in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Azubis fertigen momentan 40 Fenster für ein Archiv im ehemaligen Konzentrationslager. Auch hier verbinden sich Fachpraxis und die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Dies ist in Zeiten von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus unter Jugendlichen eine gesellschaftlich notwendige Aufgabe. Zeitgleich zum zehnjährigen Bestehen des Vereins ist nun jedoch sein "Grünungsprojekt", die von Berliner und Brandenburger Auszubildenden errichtete Musterfassade der Schinkelschen Bauakademie vom Abriss bedroht. Ein vom Verein Internationale Bauakademie Berlin gestellter Bauantrag für einen an Schinkel angelehnten Neubau wurde genehmigt, wobei eine denkmalgerechte Errichtung der Schinkelschen Fassaden nach derzeitigem Kenntnisstand nicht vorgesehen ist. Nur hier würde sich die Musterfassade einfügen können. "Dies ist für uns nach den öffentlichen Bekundungen des Berliner Senats und den vielfältigen fundierten Vorarbeiten verschiedener Akteure nicht verständlich." sagte  Angelika Thormann, die Geschäftsführerin des Bildungsvereins Bautechnik, gegenüber der Presse. "Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass, falls es zu einem Abriss der Musterfassade kommt, damit ein durch seine Qualität provozierendes Original vernichtet wird. Damit muss sich ein Neubau keinem Qualitätsvergleich stellen. Wir setzen uns ein für eine denkmalgerechte Errichtung der Schinkelschen Fassaden sowie für die Berücksichtigung der früheren Proportionen und Raster. Die dazu geleisteten Vorarbeiten gilt es durch die Erbauer zu nutzen!"