Macht die neue Tarifstruktur der BSR Angebote von Dienstleistungsunternehmen im Abfallmanagement unwirtschaftlich?
Die BSR haben für noch mindestens zehn Jahre das Monopol im Bereich der Hausmüllentsorgung. Dies hat die Berliner Politik so entschieden. Eine teure Entscheidung, jedenfalls für Mieter und Vermieter. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen sich Gedanken darüber machen, wie in diesem Bereich Kosten gespart werden können. Die zur DEGEWO-Gruppe gehörende WBG Marzahn hat bisher in Zusammenarbeit mit der Alba Consulting GmbH an zwei Standorten mit über 2.000 WE den Hausmüll über zwei 18 m³ Presscontainer der BSR entsorgen lassen. Der Transport der Müllgroßbehälter (1,1 m³) von den Müllsammelräumen zu den beiden Standorten der Presscontainer wurde kostengünstig durch Alba organisiert. Die Müllsammlung wurde nicht nur leiser, sondern auch für die Mieter billiger. Zusammen mit der in den Pressen möglichen Verdichtung der Abfälle konnten in den Monaten August bis Dezember 2004 die Kosten um gut 30 % gesenkt werden. Dies war wohl nicht im Sinne der BSR, der auf diese Weise Umsatz entging. Mit der Änderung der Tarife und Leistungsbedingungen wurden zum 01.01.2005 die Kosten für die Bereitstellung, den Transport und die Leerung der 18 m³ Presscontainer von 567,10 Euro auf 984,30 Euro, also um ca. 75 %, erhöht (Zur Erinnerung: Die allgemeine Preiserhöhung betrug 14,4 %). Um ganz sicher zu sein, dass die WBG nicht trotzdem bei dem Modell bleibt, wurde in die ebenfalls zum 01.01.2005 neugefassten Leistungsbedingungen hineingeschrieben, dass Container, also auch die verwendeten Presscontainer, zukünftig im Hausmüllbereich nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Es soll die WBG daher zu der alten teureren Entsorgung über 1,1 m³ Müllgroßbehälter zurückkehren. Der BBU wird dieses Verfahren der BSR nicht widerspruchslos hinnehmen und hat erst einmal um Aufklärung gebeten. Unter einem „leidenschaftlichen Dienstleister“, der die BSR nach eigenem Bekunden gerne sein möchte, stellt sich die Wohnungswirtschaft eigentlich etwas anderes vor.