Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst: Ein stimmungsvolles Fest zum 100. Jubiläum

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Am Spätsommerabend des 14. September 2019 beging die Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst ihren großen Tag: Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Wohnungsgenossenschaften in Falkensee hatten Vorstand und Aufsichtsrat zur Festveranstaltung in den Kristallsaal der „Tanzschule allround“ nach Dallgow-Döberitz eingeladen und die Gäste kamen: verdienstvolle Genossenschafter, die Geschäftspartner der Genossenschaft, BBU, die Presse sowie prominente Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der Kirche.Vor 100 Jahren wurde die erste Falkenseer Wohnungsgenossenschaft gegründet, die vielerorts in der Stadt ihre Spuren hinterlassen hat. Die lange Tradition des Bauens und Wohnens in der Genossenschaft hat vor allem das heutige Wohngebiet Falkenhorst geprägt. Es ist das am dichtesten besiedelte Wohngebiet der Stadt, das in mehreren Bauetappen unter ganz unterschiedlichen historischen Bedingungen entstand und wo die Genossenschaft heute über einen Bestand von 670 Wohnungen verfügt.

Der Geschäftsführende Vorstand Ralf Zimmermann erinnerte daran, dass seit 1919 die erste Siedlung der Genossenschaft an der heutigen Hertzstraße entstand, gefolgt von einem Projekt an der Elster-straße. 1929 war es der Falkenseer Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Ernst Freimuth, der den ersten Mietwohnungsbau anregte. Damals entstanden 48 Wohnungen an der Finkenkruger Straße; später entstand daraus ein ganzer Stadtteil. In den 1950er Jahren baute die Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft 138 Wohnungen und drei Jahrzehnte später wurden 370 Wohnungen in Plattenbauweise errichtet. Erst in jüngster Zeit hat die Genossenschaft mit dem Bau von 46 seniorenfreundlichen Wohnungen neue Akzente im Falkenhorst gesetzt.

Ralf Zimmermann selbst hatte die Geschäftsführung in der schwierigen Wendezeit übernommen, als die Existenz der Genossenschaft auf dem Spiel stand. „Ich hatte die Funktion im Jahr 1990 ehrenamtlich für ein halbes Jahr übernommen“, erzählte Zimmermann mit bewegter Stimme, „und ich stehe heute noch hier“. Erst vor wenigen Tagen, so konnte der engagierte Genossenschafter unter Beifall berichten, hat der Aufsichtsrat seinen Vertrag über das Jahr 2020 hinaus verlängert. Bürgermeister Heiko Müller würdigte vor allem den Mut der Menschen, die sich für das Grundbedürfnis, sicher wohnen zu können, eingesetzt haben. Das war im Nachkriegsjahr 1919 so, das war 1990 so, als sich die Genossenschaft für die Fertigstellung der Plattenbauten entschied, und das war erst jüngst der Fall, als sich die Genossenschaft als erster Akteur wieder an den Mietwohnungsbau wagte. „In allen diesen Fällen ist dieser Mut belohnt worden“, so Müller. In den Reigen der Gratulanten reihten sich auch die Erste Beigeordnete des Landkreises Havelland, Elke Nermerich, Landtagsabgeordnete Barbara Richstein, und Dr. Wolfgang Schönfelder vom BBU ein. Ein besonderes Geschenk hatte der Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler im Gepäck - er lud 50 Mitglieder der Genossenschaft zu einer zweitägigen Reise durchs politische Berlin ein. „Vier politische Systeme hat die Genossenschaft erlebt“, sagte Feiler in seiner Laudatio. „Drei davon sind verschwunden, aber die Genossenschaft ist immer noch da.“
Doch der Abend hielt noch weitere Überraschungen bereit. Die Genossenschaft hatte aus Anlass des großen Jubiläums ihre Geschäftspartner um Spenden für das Gemeinschaftsprojekt „Familiencafé im Falkenhorst“ gebeten. Ralf Zimmermann konnte mit Stolz verkünden, dass Spendengelder in Höhe von 20.894,80 Euro eingegangen sind, die für Investitionen im Familiencafé verwendet werden sollen. Diese Resonanz des Spendenaufrufs zeige auch die Stellung der Genossenschaft im öffentlichen Leben, die mit vielen ihrer Partner schon auf eine 25-jährige Zusammenarbeit zurückblicken könne.
Vorgestellt wurde an diesem Abend auch die Festschrift „100 Jahre Wohnungsgenossenschaften in Falkensee“. Es ist ein 300-seitiges Buch, das die Geschichte der Genossenschaften in Wort, Bild und an Hand historischer Dokumente aufgezeichnet hat. Als Dank und Anerkennung überreichte Ralf Zimmermann das erste Exemplar der Festschrift an den Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geschichte, Lothar Lenski, die in mehrjähriger Arbeit die Recherche zu dieser umfangreichen Dokumentation geleistet hat.
Der festliche Abend war so lang wie kurzweilig. Die Chorgemeinschaft Babelsberg begeisterte mit Altberliner Melodien von „In Rixdorf ist Musike“ bis zum Bolle, der sich prächtig amüsiert, die Europameister der „Allround Dance Kader“ zeigten eine faszinierende Tanzshow, Berit Finke aus Erfurt präsentierte eine Helene Fischer Double Show und Axel Szigat & Band aus Falkensee sorgten den ganzen Abend für die Musik zu Tanz und Unterhaltung. Ein wunderbares Jubiläumsfest wird allen Gästen und Freunden der Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst in guter Erinnerung bleiben.

Fotos: WGF Falkenhorst eG 


 

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