Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 macht aus Leerstand "Heimathafen"

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Was tun, wenn 20 Wohnungen seit Jahren leer stehen? Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 befindet sich aktuell in einem Umbruchprozess. Die 125 Jahre alte Genossenschaft möchte wettbewerbsfähig bleiben, dazu gehört auch, die Leerstands-Quote zu senken, Wohnungen und ganze Quartiere aufzuwerten und für junge Mieter interessant zu machen. So geschehen bei 20 Wohnungen im Eberswalder Ortsteil Finow, die als "Wohnungskollektion" vermarktet werden. Die 20 Wohnungen lockten mit dem Slogan „Finde deinen Heimathafen“.

#AhoiEberswalde: Die erste maritime Wohnungskollektion ist da

Tatsächlich hat die 1893 den leerstehenden Wohnungen maritimes Flair eingehaucht. Für Bodenbeläge und Fliesen verwendeten die Innenarchitekten und Badausstatter Farbtöne, die an Sandstrand, leichten Wellengang und eine kühle Brise erinnern. Auch Sprache und Gestaltung der Werbekampagne zielten darauf ab: Matrosen und Meerjungfrauen sollten im Heimathafen ihren Anker werfen. Die zukünftigen Hafenbewohner konnten zwischen zwei, drei und vier Kajüten wählen. Beim Blick aus dem Fenster schauen sie nun nicht auf den Ortsteil Finow, sondern auf die Insel Finow. Die 1893 machte mit reizenden Comics auf ihre Wohnungskollektion aufmerksam und erhob den eher unauffälligen Ortsteil mit dem Claim „Love Finow“ gleich noch zum „place to be“.

U30 ist das erklärte Ziel

Für die Heimathafen-Kollektion wollte die Genossenschaft die unter 30-Jährigen gewinnen. Erstmals duzte sie deshalb in ihrer Kampagne die potenziellen Matrosen und Meerjungfrauen. Warum U30? Weil für sie das vierte oder fünfte Obergeschoss selten ein Problem darstellt. Und so junge Menschen in die Genossenschaft aufzunehmen, ist ebenfalls ganz im Sinne der 1893. Das ist gelungen. Die neuen Mieter in den Heimathäfen sind im Durchschnitt 31 Jahre alt. Vor der Kampagne lag das Durchschnittsalter der „Genossen“ bei 62 Jahren.

Die haben ihre Häuser meist noch selbst gebaut, tausende Aufbaustunden geleistet, als erste die neu entstandenen Wohnungen bezogen und nie den Wunsch gehabt, sie zu verlassen. So viel Kontinuität ist ein Pfund für eine Wohnungsgenossenschaft. Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch dieses System immer frischen Wind braucht. Der weht nun in den Heimathäfen. Alle Wohnungen waren innerhalb von acht Wochen vermietet. 

Jeder Hafen hat seinen eigenen Stil

Vier Häfen hat die 1893 entwickelt: den Sassnitzer Hafen mit zwei Zimmern, den Warnemünder und den Kieler Hafen mit jeweils drei Zimmern und den Hamburger Hafen mit vier Zimmern. In jedem Hafen gibt es mindestens ein Bullauge als Gestaltungselement. Ausstattung, Farbtöne und Fliesen sind je nach Wohnungstyp verschieden. Nicht nur die Anzahl der Zimmer sollte den Unterschied machen. Die 1893 möchte neue Maßstäbe in Sachen Vermietungsmarketing setzen. 

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 Silke Schendel
Silke
Schendel

Referentin

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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