WOHNUNGEN DER HAUPTSTADTREGION BLEIBEN SPITZE

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Berliner und Brandenburger Wohnungsunternehmen schneiden bei der Modernisierung von Großwohnsiedlungen besonders gut ab. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ausgelobten und mit insgesamt 2,2 Millionen Euro Preisgeldern dotierten Wettbewerbs "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen" konnten gleich mehrere Mitgliedsunternehmen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) überzeugen. "Ich gratuliere den fünf ausgezeichneten BBU-Mitgliedsunternehmen in Berlin und Brandenburg herzlich zu diesem besonderen Erfolg. Er steht für das große Potenzial und die Zukunftsfähigkeit von Großsiedlungen", so BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt. Die prämierten Beiträge zeigten, dass die Weiterentwicklung von Großsiedlungen am besten auf Grundlage integrierter Programme erfolge. Neben energetischen und ökologischen Zielsetzungen sollten diese auch soziale Aspekte wie die Stabilisierung von Nachbarschaften zum Ziel haben. Wichtig sei außerdem die Einbeziehung aller Akteure in Modernisierungsprozesse.Wirtschaftlicher Klimaschutz durch FreiwilligkeitDie ausgezeichneten Projekte machten außerdem deutlich, dass die Vorgabe realistischer Ziele und die Schaffung von Anreizen der beste Weg zu einem wirtschaftlich tragbaren und damit nachhaltigen Klimaschutz seien. Nur wenn die Wohnungsunternehmen frei entscheiden könnten, mit welchen Mitteln sie CO2-Einsparungsziele erreichen wollten, würden Investitionen ihren maximalen Nutzen entfalten. Mit Blick auf den Entwurf eines Berliner Klimaschutzgesetzes sagte Burkardt: "Die Erfahrungen zeigen, dass die besten Klimaschutzerfolge nicht mit Klimabürokratie, sondern durch eine Balance zwischen Fordern und Fördern erreicht werden."Fünf BBU-Mitgliedsunternehmen ausgezeichnetMit der GESOBAU AG (Konzeptgebiet Märkisches Viertel) konnte ein BBU-Mitgliedsunternehmen sogar eine von bundesweit nur fünf vergebenen Goldplaketten erringen. Außerdem ausgezeichnet wurden die PRO Potsdam GmbH (Konzeptgebiet Drewitz), die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH (Konzeptgebiet Buch), die Hilfswerksiedlung (Konzeptgebiet Gropiusstadt) sowie die Gebäudewirtschaft Cottbus (Konzeptgebiet Cottbus-Ströbitz). Damit hat fast ein Fünftel der ausgezeichneten Wohnungsunternehmen ihren Sitz in der Hauptstadtregion.Unter dem Dach des BBU sind 362 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg vereint. Die BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften gut 1,1 Millionen Wohnungen. Das sind über 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und fast 50 Prozent der Mietwohnungen im Land Brandenburg.Insgesamt wurden fünf Goldmedaillen, zehn Silbermedaillen und 19 Bronzemedaillen vergeben.Goldmedaille:GESOBAU AG für das Konzeptgebiet Märkisches Viertel in Berlin (15.138 Wohneinheiten)Das von der GESOBAU für das Gebiet Märkisches Viertel in Berlin vorgelegte Konzept überzeugte die Jury durch schlüssige Lösungsvorschläge für alle sechs Teilkonzepte. Besonders bemerkenswert ist das überzeugende Energiekonzept, das beispielsweise die Installation von intelligenten Stromzählern in rund 10.000 Wohnungen im Märkischen Viertel vorsieht. Das Konzept der GESOBAU besticht darüber hinaus besonders durch seinen umfassenden Beteiligungsansatz, der mit der energetischen Sanierung um einezukunftsfähige Komponente erweitert wird. Der Beteiligungsansatz wird geprägt durch Integrationsprojekte wie die Nachbarschaftsetage, die ein breites soziales Angebot zur Verfügung stellt, die Infobox im Märkischen Viertel, die Bewohner und Bewohnerinnen über geplante Sanierungsmaßnahmen informiert, sowie durch vielfältige Netzwerke der sozialen und bürgerschaftlichen Akteure im Viertel. Der Wettbewerbsbeitrag der GESOBAU dokumentiert, wie in einer Großwohnsiedlung mit einer großen Bandbreite wohnungswirtschaftlicher Herausforderungen Klimaschutz und zukunftsfähige Quartiersentwicklung effizient und innovativ betrieben werden können.Silbermedaille:PRO Potsdam GmbH für das Konzeptgebiet Drewitz in Potsdam (2.906 Wohneinheiten)Das Konzept für diese Plattenbausiedlung der späten 1980er Jahre besticht durch ein Leitbild, welches den Ort neu interpretiert und an der Konzeptidee der Gartenstadt orientiert ist Gartenstadt und Plattenbausiedlung in Kombination. Der Standort wird durch Neubau und Bestandssanierung nachverdichtet. Es erfolgt eine sehr gute Erfassung gegenwärtiger und potenzieller Zielgruppen. Das Energiekonzept ist ganzheitlich hinsichtlich Energieeinsparung, Neubau und Quartiersversorgung. Das Finanzierungskonzept ist übersichtlich und schlüssig.Bronzemedaille:HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH für das Konzeptgebiet Buch in Berlin-Pankow (6.300 Wohneinheiten)Für dieses Plattenbaugebiet am landschaftlich attraktiven Stadtrand wird ein kreatives Stadtteilentwicklungskonzept im Hinblick auf die Aufwertung durch Einrichtungen aus dem Gesundheits- und Forschungsbereich vorgelegt. Das Energiekonzept konzentriert sich auf die Geothermie-Versorgung der Großwohnsiedlung. Angedacht ist auch die Überdachung der Autobahn mit einem so genannten Solartunnel. Das Finanzierungskonzept wird schlüssig dargestellt.Bronzemedaille:Hilfswerk-Siedlung GmbH für das Konzeptgebiet Gropiusstadt 2 in Berlin-Neukölln (1.553 Wohneinheiten)Das Konzept für eine klassische Großwohnsiedlung der 1970er Jahre konzentriert sich auf die Bereiche Energie, Wohnungswirtschaft, Stadtteilentwicklung und Partizipation. Überzeugend ist insbesondere das freiraumplanerische Aufwertungskonzept. Die Fernwärme wurde bereits 2003 auf eine Versorgung durch ein Holzheizkraftwerk umgestellt. Bemerkenswert ist das Konzept zur Bewohnerinformation.Bronzemedaille:Gebäudewirtschaft Cottbus GmbH für das Konzeptgebiet Clara-Zetkin-Straße in Cottbus- Ströbitz (1.818 Wohneinheiten)Bei diesen in ein Einfamilienhaus-Gebiet eingebetteten Plattenbauten ist das energetische Konzept hinsichtlich Darstellung, Umfang, Maßnahmenpaket und Methodik sehr überzeugend. Auch das Stadtteilentwicklungskonzept überzeugt durch eine sehr gute Analyse, ein prägnantes städtebauliches Leitbild und aufeinander abgestimmte Maßnahmen. Im Zusammenhang mit Um- und Rückbaumaßnahmen wird ein Umzugsmanagement entwickelt. Das schlüssige Finanzierungskonzept berücksichtigt mehrere Varianten. Liste aller Preisträger