Am 1. März 2007 stellte das Forschungsinstitut empirica die zentralen Ergebnisse der im Auftrag der LBS durchgeführten Studie "Wohnformen der Zukunft. Veränderungspotenziale und Motivationen der Generationen 50+ in Berlin" vor. Unter den Teilnehmern der Veranstaltung waren auch zahlreiche Vertreter der Wohnungswirtschaft und der Politik. Offensichtlich bewegt das Thema derzeit die Gemüter und die Frage "Wie wollen wir im Alter wohnen?" erscheint angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland aktueller denn je.
Die Studie liefert einen Überblick über die Wohnungsnachfrage und Wohnsituation der Generationen 50+ in Berlin, verweist auf aktuelle Wohnangebote und informiert über bevorzugte Wohnformen älterer Menschen.Der Studie zufolge wird sich die Bevölkerung in Berlin langfristig rückläufig entwickeln. Allerdings sei aufgrund der Haushaltsverkleinerung bis zum Jahr 2020 trotzdem mit einer Zunahme der wohnungsnachfragenden Haushalte zu rechnen. Diese Zunahme spiele sich vor allem bei den Generationen 50+ ab. Angesichts des demografischen Wandels ist diese Entwicklung nicht überraschend, sind doch bereits heute mehr als 24 Prozent der Berliner über 60 Jahre alt - Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund ist es eine zentrale Aufgabe der Wohnungsunternehmen, sich mit den Wohnpräferenzen der älteren Haushalte zu befassen und ihre Wohnungsbestände und -angebote entsprechend anzupassen.Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass ältere Menschen in Berlin ein städtisches Wohnumfeld tendenziell eher ablehnen. Die Stadt verliere die Generationen 50+ an das Umland und insbesondere innerstädtische Stadtteile verzeichneten hohe Wanderungsverluste. Ursache für diesen Trend sei die Tatsache, dass bislang vielerorts altersgerechte Wohnaspekte in innerstädtischen Lagen nicht ausreichend berücksichtigt würden.Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen außerdem, dass Wohnen im Alter individuell ist und dass sich zukünftige Wohnangebote und die Umstrukturierung des Wohnungsbestands entsprechend stärker an den individuellen Stilen der Generationen 50+ ausrichten sollten. Beispielsweise würden die "alten Jungen" (50- bis 60-Jährige) und die "jungen Alten" (60- bis 70-Jährige) Wohnangebote ohne professionelle Hilfeleitungen vorziehen. Besonders Geschosswohnungen in überschaubaren Wohngebäuden mit Aufzug seien für diese Zielgruppen ansprechend. Demgegenüber orientiere sich die Gruppe der "mittelalten Alten" (70- bis 80-Jährige) an professionellen Wohnangeboten in Kombination mit Hilfs- oder Pflegeleistungen, während die "alten Alten" (80-Jährige und älter) institutionelle Einrichten der Altenhilfe suchten.Die vollständige Studie "Wohnformen der Zukunft. Veränderungspotenziale und Motivationen der Generationen 50+ in Berlin" steht nachfolgend im PDF-Format zum Download zur Verfügung. Studie
Downloads
1CC5E_LBS_Wohnformen%20der%20Zukunft_Berlin_2006
PDF
162