"Die Versorgung der Mieter mit altersgerechtem Wohnraum wird eine zentrale Aufgabe für die Wohnungsunternehmen in der Zukunft sein", prognostizierte GdW-Präsident Lutz Freitag am 31. August auf einer Podiumsdiskussion zum Thema "Wohnen im Alter" beim Märkischen Presse- und Wirtschaftsclub in Berlin.
Daten des statistischen Bundesamtes zeigen: Die deutsche Bevölkerung wird immer älter. Schon im Jahr 2020 werden rund 25 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Im Jahr 2050 wird bereits ein Drittel aller Bundesbürger die 65 Jahre überschritten haben. In den kommenden Jahren wird das Aufeinandertreffen von sinkenden Alterseinkommen und steigendem Wohnbedarf älterer Menschen eine Herausforderung sowohl für die Mieter als auch für die Wohnungs- und Immobilienunternehmen in Deutschland sein. Hinzu kommt: Es müssen vielfältige und qualitativ hochwertige Angebote für zunehmend anspruchsvollere und kaufkräftige Kunden bereit gestellt werden."Seniorengerechte Wohnformen als Alternative zum Pflegeheim gewinnen dabei immer stärker an Bedeutung, denn die meisten älteren Menschen wollen so lange wie möglich unabhängig in der vertrauten Umgebung und den eigenen vier Wänden wohnen bleiben", so der GdW-Präsident. Zu den zahlreichen Wohn- und Betreuungsangeboten der in den GdW-Regionalverbänden organisierten Unternehmen gehören nicht nur barrierefreies und –armes Wohnen, sondern auch betreutes Wohnen und neue Wohnformen bis hin zu vollstationären Pflegeeinrichtungen. Freitag: "Der Bund hat zu Recht die Bereiche des Service-Wohnen und betreutes Wohnen von den Regelungen des Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz ausgenommen. Ich fordere nachdrücklich die Bundesländer auf, Wohnungsunternehmen nicht über die ordnungsrechtlichen Vorschriften bei der Umsetzung des betreuten Wohnens Steine in den Weg zu legen". Nach Erhebungen des GdW kooperieren bereits über 30 Prozent der von seinen Regionalverbänden vertretenen Wohnungsunternehmen mit den Betreuungseinrichtungen der Wohlfahrtsverbände, und rund 40 Prozent bieten Begegnungsstätten für ältere Menschen an. Zusätzlich halten mehr als 40 Prozent der Wohnungsunternehmen Notrufsysteme, Rufbereitschaft und Services des vernetzten Wohnens vor. Sie stellen sich damit aktiv den neuen Anforderungen der sich wandelnden Familien- und Altersstruktur in der Gesellschaft und bieten gutes und sicheres Wohnen für ein langes Leben. "Dadurch entsteht ein dreifacher Vorteil: Mehr Humanität und Selbstbestimmung für die älteren Menschen, Einsparungen für die sozialen Sicherungssysteme und damit Entlastung des öffentlichen Haushalts sowie kontinuierliche Vermietung für die Wohnungsunternehmen", so Freitag. Freitag begrüßte noch einmal die erfolgte Einführung des Förderprogramms "Altersgerecht Umbauen" der KfW. Bereits in den ersten vier Monaten hat die KfW insgesamt 585 Kredite über rd. 48 Mio. Euro zusagen können. Rund die Hälfte des Kreditvolumens wurde dabei an Wohnungsunternehmen vergeben. Gemessen an der Zahl der finanzierten Maßnahmen entfällt der größte Teil der Zusagen mit knapp 27 Prozent auf die Finanzierung von Maßnahmen zur barrierearmen Ausstattung der Sanitärräume. Gemessen am Kreditvolumen wird der größte Teil der Kredite bisher für Aufzugsanlagen und umfassende Maßnahmen zur barrierearmen Ausstattung von Wohnungen und Häusern verwendet.