„Einer der Gründe sind die wenigen Investoren, die hier in Lübbenau solche Großprojekte angehen. Dennoch haben wir uns bewusst dafür entschieden“, sagt Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS. Die Wohnungsbaugesellschaft und ihre Töchter identifizieren sich stark mit der Region und ihrer Heimatstadt. Dass Lübbenau/Spreewald ein beliebtes Reiseziel sei, komme schließlich auch den Einwohnern zugute. Diese profitieren von dem Freizeit- und Kaufangebot, welches die Stadt böte. „Neben Wohnqualität in unseren Häusern und Quartieren schaffen wir auch Lebensqualität. Die Einwohner sollen sich in Lübbenau wohl fühlen und die Stadt bewusst als Heimat ansehen“, wünscht sich Michael Jakobs.
Eigentümerin des Bades und damit auch Geldgeberin für die über 12 Millionen Euro teure Investition ist die Stadt Lübbenau/Spreewald. „Um dem Konkurrenzdruck der Bäderlandschaft standzuhalten und in Lübbenau und der Spreewaldregion ein wichtiges touristisches Angebot zu sichern, sind solche Modernisierungsmaßnahmen zwingend erforderlich“, begründet Bürgermeister Helmut Wenzel. Zwischen der Stadt als Eigentümerin und der Spreewelten GmbH als Betreiberin des Bades herrscht eine verlässliche Zusammenarbeit. „Es ist für uns ein enormer Vertrauensbeweis, dass die Stadt bereit war, eine so große Summe zu investieren und dabei die Spreewelten für die Baubetreuung einsetzte“, weiß Michael Jakobs zu schätzen. Letztendlich trage die Stadt die Verantwortung für den diesbezüglichen Kapitaldienst. Dieser konnte in den vergangenen Jahren ordnungsgemäß bedient werden, indem das Spreewelten Bad eine fixe und variable Pacht in Höhe von jährlich rund 500.000 Euro an die Stadt zahlte. „Wir sind stolz wirtschaftlich zu arbeiten, gerade vor dem Hintergrund das andere Bäder größtenteils Zuschüsse in Höhe von durchschnittlich 1,7 Millionen Euro jährlich von ihren Kommunen erhalten“, verweist Michael Jakobs auf eine aktuelle Benchmark-Erhebung der European Waterpark Association (EWA).
Nach achtmonatiger Bauzeit hat das Freizeitbad seit Anfang Dezember 2018 wieder geöffnet. Wir haben viel Herzblut und Leidenschaft in die Weiterentwicklung gesteckt“, resümiert Geschäftsführer Michael Jakobs. „Schwimmen mit Pinguinen“ – damit hatte sich die Anlage bereits seit 2008 eine besondere Stellung in der Bäderlandschaft gesichert. Entstanden ist nunmehr eine echte „Pinguinerlebniswelt“, die es so nur in Lübbenau/Spreewald gibt. Auf emotionale Weise erzählt das Bad in seiner Gestaltung die „Reise der Pinguine“ in den Spreewald. Schon beim Eintritt in das Bad stößt man auf einen Logbucheintrag. Weitere Seiten aus dem Notizbuch des alten, weisen Pinguins Baldura, Hauptakteur in der Spreewelten-Pinguingeschichte, finden die Gäste im Bad, die zugehörige Weltkarte unter Wasser. Die niedlichen Frackträger der Geschichte sind visuell überall in der Badewelt zu sehen. Die 22 echten Humboldt-Pinguine haben in den Spreewelten ein optimales Zuhause: Eine Anlage mit insgesamt 600 m², davon 230 m² Wasserflächen mit einer Tiefe von 1,40 Metern, unterstützt das Toben der südamerikanischen Vögel durch das Wasser bestmöglich. 322.000 Liter Wasser sind in ihre Becken eingelassen. Zwei Tierpflegerinnen kümmern sich liebevoll um ihre Schützlinge. „Humboldt-Pinguine sind vom Aussterben bedroht. Wenn Besucher sie in zoologischen Anlagen sehen, sind sie eher animiert etwas für den Tierschutz zu tun, als wenn man die Vögel nur vom Foto her kennt“, weiß Laura Schäfer, Tierpflegerin bei den Spreewelten. Ein Zootierpfleger kümmert sich üblicherweise in solchen Anlagen um rund 1000 Vögel. Die Spreewelten-Pinguine leben mit viel Freiraum und der persönlichen Betreuung also wahrlich im Paradies.
Seine Gäste akquiriert das Spreewelten Bad größtenteils aus einer Entfernung von 100 Kilometern und mehr. „22 Prozent unserer Gäste kommen aus Berlin, 15 Prozent aus Dresden und 20 Prozent besuchen uns während eines Urlaubs in der Stadt oder Region“, verrät Steven Schwerdtner, Marketingleiter des Spreewelten Bades. „Mit der emotionalen Weiterentwicklung des Themas „Schwimmen mit Pinguinen“ ist unsere Anlage vollkommen unvergleichbar und nicht woanders reproduzierbar.“ EWA-Geschäftsführer Dr. Klaus Batz sprach von einem „Quantensprung“, den die Spreewelten gemacht haben. Er bescheinigte dem Spreewelten Bad bei dessen Eröffnungsfeier vor rund 400 geladenen Gästen in die „Spitze der europäischen Bäderlandschaft“ aufgestiegen zu sein.
Die Spreewelten GmbH selbst investiert zusätzlich elf Millionen Euro und errichtet derzeit ein eigenes Hotel. Das „Spreewelten-Hotel“ beherbergt ab Anfang März 2019 Übernachtungsgäste in 60 Zimmern mit insgesamt 220 Betten.
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