WIS Lübbenau ist (Vor-)Macher: „Gepflegt Wohnen“ und geborgen bis ins hohe Alter

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Unter dem Begriff „gepflegt Wohnen“ baut die WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH derzeit an einem Wohnkonzept der Zukunft: 41 barrierefreie Wohnungen stehen Personen mit besonderen Bedarfen ab 1. Juni 2015 zur Verfügung. Als Alternative zum Pflegeheim oder zum Betreuten Wohnen, leben die Mieter solange wie möglich selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden. Eine direkt an das Wohnhaus angeschlossene Tagespflege inklusive Pflegeberatung und Gemeinschaftsraum bietet auf Wunsch jegliche Unterstützung. Am 22.5.2015 fand die feierliche Eröffnung des Projektes statt.

Die Brandenburger Infrastrukturministerin Kathrin Schneider würdigte die integrierten Stadtentwicklungskonzepte in der Spreewaldstadt: „In Lübbenau ist es in den letzten 25 Jahren gut gelungen Gelder sinnvoll einzusetzen, was durch einige Auszeichnungen bestätigt wurde.“ Dass sich die Stadt in Zusammenarbeit mit den beiden Wohnungsbaugesellschaften dem Thema „altersgerechtes Wohnen der Zukunft“ widmet, freut sie besonders.

BBU-Vorstandsvorsitzende Maren Kern bestätigte WIS und AWO beim Gemeinschaftsprojekt an alles gedacht zu haben, um das selbstbestimmte Leben im Alter zu ermöglichen. „Ohne die Bewohner zu bevormunden, erleben diese in ihren eigenen Wohnungen Sicherheit. Sie ist Grundlage für Geborgenheit und gute Nachbarschaft“, so Kern im Rahmen der Feierlichkeiten. Sie unterstrich abermals die Symbiose zwischen Stadt und Wohnungsbaugesellschaften, die andernorts nicht selbstverständlich sei. Insbesondere in Berlin könne man sich von der Spreewaldstadt oft „eine Scheibe abschneiden“, so Kern. „Lübbenau ist für mich Sinnbild dafür, was man Hand in Hand erreichen kann“, sagt Maren Kern.

Im Objekt „gepflegt Wohnen“ entstehen 41 barrierefreie Wohnungen auf 2400 Quadratmetern. Alle Einheiten sind mittels Aufzug erreichbar. Die Grundrisse der Wohnungen sind speziell auf Senioren und Personen mit besonderen Bedarfen angepasst.  Im Hinblick auf das Zittern der Hände im Alter und auch auf die nachlassende Sehkraft werden die Schlüssel durch ein spezielles Chip-Schließsystem ersetzt. Im ebenerdigen Fahrradhaus ermöglichen implementierte Elektro-Steckdosen das Aufladen von Rollstühlen, Elektro-Rädern und Scootern.

Die Mieter haben bei Bedarf die Möglichkeit, umfangreiche Serviceleistungen in Anspruch zu nehmen: Empfangsservice, Sicherheits-Kontrollen, Postdienst, Büroarbeiten, Einkaufs- und Reinigungsservice, Haustierbetreuung, Fahr- und Begleitdienste oder der mobile Friseur und Fußpflege gehören unter anderem zum Angebotspaket.

Ein direkt an das Wohnobjekt angrenzender Neubau (mit 410 Quadratmetern) beinhaltet eine Tagespflege und Betreuungseinrichtung. Mitarbeiter der AWO helfen den Mietern auch bei der Beantragung von „Sozialleistungen“. Diese können sich unter anderem zu folgenden Themen beraten lassen: Kostenübernahme durch Kranken- und Pflegeversicherung, Hilfsmittelversorgung, Kurzzeit- und Verhinderungspflege.

Ambulante Pflegeleistungen können je nach Bedarf in Anspruch genommen werden – auch kurzzeitig, beispielsweise während der Rehabilitationsphase nach einem Unfall. Im Hausgemeinschaftsraum kann das Mittagsangebot der AWO genutzt werden. Des Weiteren können sie an Mieterfesten und anderen kulturellen Veranstaltungen teilnehmen oder einfach nette Gespräche mit den Nachbarn führen. „So wollen wir der Einsamkeit entgegenwirken, die oftmals vielen älteren Menschen zu schaffen macht“, erklärt Michael Jakobs. Das neue Wohnprojekt macht es auch Paaren einfach im Alter zusammenzubleiben. „Wenn einer von beiden schon etwas mehr beeinträchtigt ist, kann er entsprechende Hilfeleistungen der AWO in Anspruch nehmen, ohne in ein Heim gehen zu müssen. Der andere Partner wird damit oft auch entlastet“, versichert Claudia Miersch, Quartierskoordinatorin bei der AWO.

Neben den individuellen Wohnungen gibt es auch eine Wohneinheit für eine Senioren-Wohngemeinschaft. Fünf Personen können darin zusammenleben. Jeder hat seinen eigenen Wohnraum. Von Allen genutzt werden die Küche mit angrenzendem Essbereich, das Wohnzimmer sowie die zwei Bäder. Das enge Zusammenleben knüpft an den Gemeinschafts- und Familiengedanken an. Jeder hat jedoch seine private Rückzugsmöglichkeit. Einziehen wird in das Wohnhaus auch eine siebenköpfige Jugend-WG. Die jungen Menschen mit Handicap werden direkt von der AWO betreut. „Sie leben bisher schon in unserem Wohnbestand, finden im neuen Objekt zukünftig aber noch bessere Wohn- und Lebensbedingungen“, erläutert Jakobs.

In das Gesamtvorhaben investiert die WIS 3,5 Millionen Euro. Der Einzug erfolgt am 1. Juni 2015. Die Eröffnung der Tagespflege ist zum 1. Juli 2015 geplant.

Ansprechpersonen

 Mieke Goldhahn
Mieke
Goldhahn
Referentin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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