Für die Wirtschaft der Hauptstadtregion ist der vom rot-roten Senat beschlossene Weiterbau der Berliner Stadtautobahn A 100 unverzichtbar. Deshalb machen sich rund 40 Berliner und Brandenburger Wirtschaftsverbände, -institutionen und -vereinigungen für das Projekt stark. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, übergaben Ende April Wirtschaftsvertreter den Koalitionsfraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus symbolträchtig auch eine Liste mit den Namen von rund 100 Unternehmen, die sich aktiv für das Infrastrukturvorhaben einsetzen. Zu den Unterstützern des Projektes zählt auch der BBU.
Mit der Aktion soll erreicht werden, dass die Fraktionen von SPD und Linkspartei ihre Ablehnung gegen den Weiterbau der A 100 aufgeben und im Hauptausschuss die gesperrten Planungsmittel wieder frei geben. "Eine verlängerte A 100 kann den West-Ost-Verkehr viel besser aufnehmen als die jetzigen Stadtstraßen", betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder. Bei der Übergabe der Liste an den Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD Fraktion, Christian Gäbler, und an die Vize-Fraktionschefin der Linkspartei, Jutta Matuschek, verwies Eder auch auf die wirtschaftspolitische Bedeutsamkeit des Projekts. "Wenn die täglichen Staus verschwinden und allein rund 3.000 Unternehmen im Umfeld der A 100 eine leistungsfähige Verkehrsanbindung erhalten, dann macht das den Standort für Investoren attraktiver", sagte er. Das sichere vorhandene und schaffe neue Arbeitsplätze an bisher benachteiligten Standorten, beispielsweise in Treptow und Neukölln. Hinzu kämen Investitionen von über 400 Millionen Euro während der Bauphase. Eder: "Das ist ein kleines Konjunkturprogramm". Das Projekt bedeute aber auch eine maßgeblich Entlastung vieler Anwohnerstraßen sowie der Berliner Innenstadt vom Straßenverkehr. Es gebe zahlreiche positive Effekte – von der Senkung des Lärmpegels, über eine geringere Schadstoffbelastung bis hin zur sinkenden Unfallgefahr in Wohngebieten.Ein weiteres Argument für den Autobahnausbau: Wird der Ost-West-Verkehr über die Autobahn kanalisiert, müssen die umliegenden Straßen, die den Verkehr bislang aufnehmen, nicht auf Kosten der Anlieger ausgebaut werden. "Das entlastet nicht nur die Wohnungsunternehmen in den betroffenen Gebieten, sondern auch die Anwohner", so BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern. Zudem mache eine verbesserte Verkehrsanbindung die südostlichen Stadtteile nicht nur als Investitions-, sondern auch als Wohnstandort attraktiver.An der Übergabe der Unterschriften nahmen unter anderem der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Jürgen Wittke, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg, Christian Amsinck, und der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg, Axel Wunschel, teil.Um an ihr Anliegen zu erinnern, brachten die Initiatoren auf den Gehwegen vor dem Roten Rathaus und nahe dem Abgeordnetenhaus "Gedächtnisstützen" für die Senatsmitglieder und Abgeordneten. Dank einer Schablone und eines Hochdruckreinigers ist dort der Schriftzug "Pro A 100" zu lesen. Zugleich wurde die Internetplattform www.Wirtschaft-pro-A100.de frei geschaltet. Dort sind unter anderem 100 Statements von Unternehmen aller Branchen zur A 100 zu finden.
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