Im dritten Jahr seines Bestehens stand der Brandenburger Innenstadtpreis unter dem Motto "Lücken nutzen – eine Chance für die Innenstadt". Gesucht wurden beispielhafte private und öffentliche Konzepte für leerstehende Gebäude, nicht genutzte Grundstücke oder sonstige Flächen. Am 8. Juli übergab Infrastrukturstaatssekretär Rainer Bretschneider in Potsdam die Preise, die mit insgesamt 25.000 Euro dotiert waren. Einer der Preisträger: Die WGH Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH Eberswalde.
"Wir setzen in Brandenburg auf die Strategie, die Städte von außen nach innen zu entwickeln. Gezielte Förderung in den Innenstädten einerseits und Stadtumbau mit Rückbau an den Stadträndern andererseits. Die Innenstädte sind vielerorts wieder Räume für Leben, Arbeiten, Handel und Gewerbe. Dennoch gibt es noch leerstehende Gebäude und brachliegende Grundstücke. Mit dem dritten Innenstadtwettbewerb wollen wir gut gelungene Beispiele für deren "Urbanisierung" auszeichnen und bekannt machen", sagte Bretschneider.In der Ausschreibung des Wettbewerbs im November 2008 waren alle Brandenburger Städte, Unternehmen, Vereine, Initiativen oder Privatpersonen aufgefordert worden, beispielhafte private und öffentliche Konzepte für leerstehende Gebäude, Grundstücke oder sonstige Flächen einzureichen. Die Beiträge zeichneten sich durch Kreativität und Ideenreichtum aus, so Bretschneider. Der Wettbewerb habe unterstrichen, dass ein Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure auf allen Ebenen – öffentliche Hand, Wirtschaft sowie Bürger – für die Stärkung der Stadtzentren erforderlich sei. Von der Jury wurden folgende Kriterien bewertet: Ist das Projekt neuartig und zukunftsfähig? Wie ist das Projekt finanziert und ist es wirtschaftlich realisiert? Ist das Projekt städtebaulich bedeutsam und auch auf andere Städte übertragbar?Es wurden drei erste Preise vergeben an Projekte in den Städten Fürstenberg, Brandenburg und Cottbus. In Wittstock, Luckau und Eberswalde wurden zweite Preise vergeben. In Perleberg wurde ein Projekt mit einem Sonderpreis ausgezeichnet und für Vorhaben in Wittenberge, Seelow und Falkensee wurden Würdigungen ausgesprochen.Kurzdarstellung der Preisträger des Innenstadtwettbewerbs 2008 / 20091. Preis: Stadt Fürstenberg/Havel – "Mit dem Kanu an den Marktplatz"Mit drei Infrastrukturprojekten, dem Fisch-Kanu-Pass, dem Wasserwanderrastplatz in der Innenstadt und der Neugestaltung der Amtsstraße mit Ufersicherung sowie Promenade wurden gezielt Brachflächen und Funktionslücken zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur und zur Steigerung der Lebensqualität in der Innenstadt genutzt. 1. Preis: Promnitz – Therapie im Zentrum, Brandenburg a.d. Havel "Promnitz – Therapie im Zentrum"Durch die Sanierung eines städtebaulichen Missstandes in privater Initiative zur Errichtung eines physiotherapeutischen Zentrums wurde ein Frequenzbringer für die Altstadt geschaffen. In Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing erfolgte im Rahmen einer Leerstandsbeseitigung die Bildung eines Gesundheitsclusters.1. Preis: BTU Cottbus, Lehrstuhl Landschaftsplanung - "Hier-ist-der-Garten!"Im Rahmen dieses Zwischennutzungsprojektes wurden zehn Brachflächen in der Cottbuser Innenstadt mit geringen Mitteln und unter Mitwirkung vieler Akteure in Form gestalteter Gärten in die Wahrnehmung der Bevölkerung sowie potentieller Investoren und Nutzer zurück gebracht. 2. Preis: Stadt Wittstock/Dosse "Frischer Geist in alten Mauern"Die Stadt Wittstock verfolgt die Strategie, dem Leerstand und den Lücken in der historischen Altstadt dadurch zu begegnen, Nutzungen von außerhalb in das Zentrum zu verlagern. Zu den bereits erfolgten bzw. noch umzusetzenden Nutzungsverlagerungen gehört das Rathaus, die Bibliothek , eine Integrationskita, ein Familienzentrum sowie der Verwaltungssitz der AWO, verbunden mit der Schaffung von Angeboten des Betreuten Wohnens. 2. Preis: Stadt Luckau – "Neue Chancen für ein verbotenes Quartier"Auf dem Gelände des ehemaligen Dominikanerklosters und der späteren Justizvollzugsanstalt wird ein multikultureller, regionaler Anziehungspunkt geschaffen. In die Planungen werden frühzeitig die späteren Nutzer und Bürger beispielhaft eingebunden. Mit dem Aufbau des Daches des Klosters und der Schaffung von Verbindungen zum Markt sind wichtige städtebauliche Elemente wieder hergestellt worden. 2. Preis: WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH Eberswalde – "Lücken nutzen – Eine Chance für die Innenstadt"Bei diesem Beitrag handelt es sich um die beispielhafte Entwicklung eines leerstehenden Kaufhauses in Verbindung mit einem Neubau. Durch die Neuordnung der Flächen und eine Vermietung bereits in der Planungsphase konnte eine urbane Mischung aus Einzelhandel, Dienstleistungen und Hotellerie erreicht werden, die über 10-jährige Mietverträge gesichert ist. Sonderpreis: Kulturverein Perleberg im Kulturbund e.V. – "Der Judenhof in Perleber"Der Perleberger Judenhof rückt die Geschichte des ehemaligen jüdischen Zentrums an diesem Ort ins öffentlich Bewusstsein. Die ehemalige Synagoge mit rituellem Reinigungsbad wurde erst vor wenigen Jahren gefunden. Mit der Installation einer Informationsstele und vielen weiteren Teilprojekten wird ein neues Selbstverständnis für die Deutsch-Jüdische Geschichte gestiftet. Würdigung: Lebenshilfe Kreisvereinigung Prignitz e.V. – "Wir sind vom selben Stern!"Zur Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft will die Lebenshilfe Vereinigung Prignitz e.V. am Kreisverkehr "Am Stern" ein Dienstleistungs- und Begegnungshaus in Wittenberge errichten, in der die Nutzungen Arbeiten, Wohnen und Freizeit verknüpft werden sollen. Würdigung: Stadt Seelow – "Seelow – Wir Kids sind mittendrin"Im Zentrum der Stadt Seelow wurde ein unsaniertes Wohnhaus zu dem Kinder- und Freizeitzentrum FRIZZ entwickelt. Ziel war es, den letzten städtebaulichen Missstand zu beseitigen und die wichtige Zielgruppe der Kinder und Jungendlichen in die Innenstadt zu integrieren. Würdigung: Sabine Ostermann, Paul Bell – "Heizhaus-Areal"In privater Initiative wurde eine ehemalige Gewerbebrache in Falkensee erworben. Diese wird nicht nur als Wohn- und Arbeitsstätte umgenutzt, sondern soll mit Einrichtungen einer Galerie, eines Veranstaltungsraums und einer Freifläche zu einem kulturellen, öffentlichen Anziehungspunkt werden. Der BBU gratuliert seinem Mitgliedsunternehmen, der WHG Eberwalde, sehr herzlich zu diesem Erfolg. Wir werden in Kürze ausführlicher über das prämierte Projekt berichten!