Unter diesem Titel haben 150 Teilnehmer auf der BBU-Veranstaltung im Rahmen der Berliner Energietage am 23.05.2012 heiß diskutiert: Was ist der Mehrwert von Smart Metern für die Wohnungswirtschaft? Wie geht die Politik mit dem Thema Wirtschaftlichkeit um? Wie positionieren sich die Datenschützer und welche Praxiserfahrungen liegen vor?
"Die hohe Teilnehmerzahl steht für das große Interesse, das die Wohnungswirtschaft diesem Thema entgegenbringt", unterstrich BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern. Unter der Moderation von BBU-Technikexpertin Ingrid Vogler berichteten in den Vorträgen hochkarätige Referenten zu diesen Punkten. Dr. Claus Wedemeier vom BBU erläuterte den sinnvollen Zusammenhang von Smart Metering mit weiteren Diensten insbesondere im Bereich des vernetzten Wohnens. Besondere Bedeutung könnte hier ein zentrales Service-Gateway erhalten. Die größten Schwierigkeiten von entsprechenden Modellprojekten liegen aber nicht in der Technik, sondern in der Vielzahl der Beteiligten mit unterschiedlichen Interessen. Alexander Kleemann, Mitarbeiter im Referat für Energierecht, Aufsicht Bundesnetzagentur – Energie im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erläuterte, dass nach derzeitigem Energiewirtschaftsrecht ca. 3,5 Millionen Stromabnahmestellen zum Einsatz von Smart Metern verpflichtet seien: Jene Stellen mit einer Abnahme von größer als 6.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr. Für alle anderen werde derzeit die Ausschreibung einer Studie zur Wirtschaftlichkeit vorbereitet. Die EU-Kommission hat bereits Empfehlungen gegeben, wie Kosten-Nutzen-Analysen zu gestalten sind. Laut Kleemann konnte die Studie aber nicht eher ausgeschrieben werden, da bislang zu wenig Daten zu den Kosten der Herstellung und der Implementierung von Smart Metern vorlagen. Datenschutz? Ja, bitte!Hans-Wilhelm Heibey, Stellvertreter des Berliner Datenschutzbeauftragen, erläuterte Forderungen und Empfehlungen zum Datenschutz. Die Datenschützer aller Bundesländer arbeiteten an einer gemeinsamen Empfehlung zum Smart Metering, die im Herbst öffentlich verfügbar sein soll. Insgesamt sei das Thema Smart Metering aus Sicht des Datenschutzes "auf einem guten Weg". Beispiele aus der Praxis: empirica Technologiegesellschaft und VattenfallZwei Berichte aus der Praxis durften auch nicht fehlen: Gregor Heilmann von der empirica Technologiegesellschaft (nicht zu verwechseln mit der empirica AG) berichtete von der Umsetzung von Smart Submetering in Wohnungsunternehmen. Besonders interessant waren die durch Matthias Ridder, Vattenfall Europe Metering GmbH, vorgetragenen Zahlen zum doch begrenzten Mieterinteresse innerhalb eines Pilotprojektes. Im Märkischen Viertel wurden 10.000 intelligente Zähler unterschiedlicher Ausbaustufen installiert und ganze 14 Prozent der Mieter hatten Interesse am kostenlosen Test einer komfortablen Visualisierung. Die durchweg erfolgreiche Veranstaltung zeigte, dass noch vieles offen ist – das Schutzprofil für Gateways ist noch nicht fertig, Geräte, die das Schutzprofil erfüllen, sind noch nicht auf dem Markt und die Datenschutzanforderungen noch nicht formuliert – aber die Referenten ließen keine Zweifel daran, dass in Zukunft mit Smart Meter zu rechnen ist.Weitere Zahlen zur Befragung der Haushalte im Märkischen Viertel nach ihren Interessen finden Sie genauso wie die die Vorträge der Referenten hier zum Download: Rahmenbedingungen für Smart Metering in Deutschland (Alexander Kleemann, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) Datenschutz beim Smart Metering Eine Herausforderung für die Wohnungsunternehmen? (Diplom-Informatiker Hanns-Wilhelm Heibey, Leiter des Bereichs Informatik beim und Stellvertreter des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit) "Smart Submetering am Beispiel der EU-Projekte eSESH+BECA" (Gregor Heilmann, Empirica) Smart Meter Pilotprojekt Märkisches Viertel (Matthias Ridder, Vattenfall Europe Metering GmbH) Vom Smart Meter zum Service-Gateway – Was braucht die Wohnungswirtschaft? (Dr. Claus Wedemeier, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen Referat Wohnen für ein langes Leben, Multimedia und IT)
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