Wie lang ist das Jetzt? Diese Frage war auch nach dem Ende des Kunsthauses Tacheles auf der Oranienburger Straße noch jahrelang präsent durch das mittlerweile legendäre Wandgemälde HOW LONG IS NOW der Künstlergruppe Globalodromia aus dem FILOART Movement. Der Schriftzug wurde erstmals 1997 bei der Tacheles-Werkschau gezeigt und prägt seit 2006 als haushohes Gemälde die östliche Brandmauer des Tacheles. Wegen der Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück lief aber auch für das letzte Wahrzeichen des Kunsthauses die Uhr ab.
WBM und Globalodromia suchten daher einen neuen Ort für HOW LONG IS NOW und fanden die Brandwand des Neubaus an der Friedenstraße 90. Auf dem Gelände des ehemaligen Böhmischen Brauhauses, zwischen Frieden-, Pufendorf- und Matthiasstraße, entsteht ein neues Stadtquartier. Dort baut die WBM 192 Mietwohnungen und beteiligt sich unter anderem an einer Kindertagesstätte und Erweiterung der Spartacus-Grundschule. Die Wohnungen sollen Anfang kommenden Jahres fertig werden. Jetzt nutzten die Künstler*innen den Moment, um vor Abbau des Gerüsts ihr Wandgemälde an der frisch verputzten Wand anzubringen.
Berlins Senator für Kultur und Europa Klaus Lederer freut sich über das Engagement der WBM: „HOW LONG IS NOW – dieser Schriftzug ist auch deshalb weltbekannt geworden, weil er die ständige Veränderung Berlins und die damit einhergehenden Aufbrüche und Spannungen, Verluste und Chancen so prägnant zusammenfasst. Die WBM hat das gut verstanden – gerade weil sie als kommunale Wohnungsbaugesellschaft diesen Wandel Berlins mitgestaltet. Ich danke dem Unternehmen, dass es die Gunst der Stunde genutzt und einem zentralen Werk Berliner Street Art einen neuen Ort gegeben hat.“
Christina Geib und Jan Robert Kowalewski, Geschäftsführer der WBM: „Wir als WBM gestalten lebendige, durchmischte Quartiere mit Wohnen, Arbeiten und Leben. Als Partner bei der Entwicklung der Berliner Innenstadt hören wir aufmerksam zu und schauen genau hin. Dazu gehört auch, einmal kurz inne zu halten und sich einem Moment der Irritation auszusetzen, wie ihn HOW LONG IS NOW mit seiner schillernden Frage schafft.“
Im Bestand der WBM finden sich bereits einige bekannte Wandbilder, so zum Beispiel der denkmalgeschützte Mosaikfries „Unser Leben“ am „Haus des Lehrers“ und das Wandbild „Der Mensch, das Maß aller Dinge“ an der Friedrichsgracht von Walter Womacka, aber auch Grafitti wie die bekannten Strauße am Neubauprojekt Strausberger Straße 37.
(C) WBM, Foto: Ines Meier
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