Nachhaltiges Bauen ist einfaches Bauen – ausgehend von dieser These entwarfen Architekturstudenten der TU Darmstadt Wohntürme für Berlin-Friedrichshain. Im Auftrag der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte entstanden Entwürfe für Punkthochhäuser mit monolithischen Mauerwerkswänden für verschiedene Standorte beiderseits der Karl-Marx-Allee. Die Entwürfe werden seit dem 17. März 2016 in der Architektur Galerie Berlin SATELLIT gezeigt. Eröffnet wurde die Ausstellung am 16. März in Anwesenheit der Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Am 14. April findet als Abschlussveranstaltung in der Galerie ein Architekturgespräch zu Trends in der Architektur statt.
Hintergrund des Studentenprojekts ist die Potentialanalyse der WBM für Friedrichshain-West: Das Unternehmen möchte seine Quartiere im westlichen Friedrichshain weiterentwickeln und hat eine Vielzahl von Flächen identifiziert, die sich besonders für den Bau von Punkthochhäusern eignen. Das Gebiet ist geprägt von großmaßstäblichen DDR-Wohnbauten der Stalinära und Plattenbauten aus drei Jahrzehnten. Für Wohnhochhäuser an diesem Standort sprechen der Zuschnitt der Grundstücke und die Proportion der Nachbarbebauung mit zumeist zehn Geschossen - zudem weist dieser Bautypus einen kleinen Fußabdruck auf. Wichtig war auch, welchen Beitrag die Wohntürme zur stadträumlichen Entwicklung des Gebietes leisten können.
Im Sinne einer positiven Bestandsergänzung setzen die Entwürfe der Studierenden bei den Qualitäten der jeweiligen Standorte an und verbinden sie mit zeitgemäßen Wohnformen und flexiblen Nutzungen. Sie zeigen, dass der Typus des punktförmigen Wohnhochhauses auch heute attraktiv und variabel ist. Er erlaubt eine Vielzahl von Wohnformen und deren Mischung – vom studentischen und Single- über das Familien- bis hin zum Seniorenwohnen.
Aufgrund der hohen Qualität der Arbeiten vergibt die WBM ihren „Award für experimentelle Raumgestaltung“ in diesem Jahr an die Studenten der TU Darmstadt. Den ersten Preis erhielten Lucas Bickert und Martin Koleda für den Entwurf ihres Doppel-Hochhauses „Karl & Koppen“.
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