WBG Brandenburg: Künstler-Kooperation für Ausstellung „Wir lieben die Platte“

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Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung im Herbst 2020 hat die Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg (WBG) eine Ausstellung namens „WOHNMASCHINE“ mit dem jungen Cottbusser Künstler, Fotografen und Architekten Martin Maleschka geplant. Unklar ist noch, ob diese Ausstellung tatsächlich im laufenden Jahr oder erst 2021 stattfinden kann. Die WBG konnte Martin Maleschka gewinnen, in der Brandenburger Brösestraße 16 in einer Erdgeschosswohnung seine Ausstellung mit DDR-Alltagsgegenständen nach Eisenhüttenstadt auch in Brandenburg an der Havel auszustellen.

Im Plattenbaubestand der WBG befinden sich aktuell 1.254 Wohnungen in einem weitestgehend äußeren Originalzustand der Wohnhäuser. Von diesem Wohnungsbestand wird die WBG als bekennende Plattenbauliebhaberin ab dem Jahr 2021 im Instandhaltungsprogramm #WirliebendiePlatte zunächst die Brösestraße 6-16, 2/4 und die Rosa-Luxemburg-Allee 36-42 und 44-50 verschönern. In den Plattenbauwohnungen der WBG liegt der Altersdurchschnitt bei ca. 60 Jahren. Viele Erstmieter des Neubauwohngebiets Hohenstücken wohnen immer noch im WBG-Bestand. Sie schätzen die Vorteile des Wohnungstyps und des Wohngebiets. Die Wohnungen waren zur Zeit ihrer Entstehung sehr begehrt, weil sie im Gegensatz zu Altbauwohnungen mit standardisiertem Komfort wie fließendem warmen und kalten Wasser, Zentralheizung, Toilette in der Wohnung (Innen-WC) und Badewanne aufwarten konnten. Die Mieten waren damals zwar etwas höher als die für eine Altbauwohnung, aber dennoch gering. Die Wohnungsmieten wurden bekannter Weise in der DDR staatlich auf einem niedrigen Niveau gehalten. Die preiswerte Miete ist heute noch ein Wohnargument bei Plattenbauwohnungen. Das Neubaugebiet Hohenstücken wurde in einer einheitlichen Bauweise mit einem oft uniformen Fassadenbild errichtet. Variationen z.B. in den Strukturelementen sind kaum für den Laien ersichtlich. Sie wurden wegen hoher Kosten nur im geringen Maße eingesetzt. Die WBG hat an der Fassade der Friedrich-Grasow-Straße 59 so ein Beispiel. Dort wurden Ornamente durch farbige Kiesel auf der Waschbetonfassade realisiert.
Die WBG möchte mit ihrer Kampagne auch jüngere Mieter für die Platte gewinnen. Für sie sind die Vermietungsargumente die bezahlbare Miete von 4 bis 4,60 Euro pro Quadratmeter, neue Grundrisse, gute Infrastruktur im Wohngebiet und moderne Ausstattung der Wohnung. Auf der Suche nach der passenden Ausstellungswohnung fanden Martin Maleschka und Katja Graßnick (Leiterin Marketing und Vermietung bei der WBG) auch in der Brandenburger Brösestraße 16 eine „RETRO-WOHNUNG“ im originalen Chic. Die Besucher der „WOHNMASCHINE“ können sich beim Betreten dieser Wohnung in die Zeit der DDR-Wohnkultur zurückversetzen lassen. Auf den Weg vom Erdgeschoss zum 4. Obergeschoss sollen weitere Fotos ausgestellt sowie neue Grundrissvarianten #WirliebendiePlatte vorgestellt werden.
Zudem ruft die WBG Mitglieder zum Mitmachen auf, sie sollen noch vorhandenen DDR-Alltagsgegenstände abgeben und damit die Ausstellung ergänzen. Zudem sollen sie im WBG-Mitglieder-Jahreskalender 2021 abgebildet werden. Eine Jury wird das am besten erhaltene oder skurrilste Stück küren und mit einem Gutschein im Wert von 300 Euro auszeichnen.


Fotos: Martin Maleschka

 

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