VOLKSSOLIDARITÄT: WACHSENDE ZUKUNFTSANGST UNTER OSTDEUTSCHEN RENTNERN

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Die über 50-Jährigen in den ostdeutschen Bundesländern sind mehrheitlich mit ihrem Leben zufrieden. Allerdings ist der Anteil der Zufriedenen unter ihnen in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken. Das zeigt der kürzlich vom Sozialverband Volkssolidarität vorgestellte "Sozialreport 50+", der die soziale Lage der Bürger ab 50 Jahren in Ostdeutschland untersucht. Erarbeitet wurde die Studie vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg (SFZ) e.V.. Für die Studie wurden 1.240 Bürger ab 50. Lebensjahr befragt. Waren 1999 noch mehr 55 Prozent der Ostdeutschen zwischen 50 und 59 Jahren "alles in allem zufrieden" mit ihrem Leben, so sind es zehn Jahre später nur noch 36 Prozent. Bei den ab 60-Jährigen ist der Anteil von 67 auf 53 gesunken. Zu den Ursachen dafür zählte Verbandspräsident Prof. Gunnar Winkler die für viele in Ostdeutschland "stagnierenden und rückläufigen Lebensverhältnisse". "Die 'neuen' Rentner- und Vorrentnergenerationen haben inzwischen langjährige Erfahrung mit Arbeitslosigkeit. Damit sind einmalige Einschnitte in die Lebenslage in der Erwerbsphase als auch in der Alterssicherung verbunden." Die ab 50-Jährigen in den neuen Bundesländern schauen auch immer pessimistischer in die Zukunft, so der Report. Nur zwei Prozent gehen davon aus, dass sich ihre Zukunftsaussichten verbessern. 40 Prozent sehen eher Verschlechterungen, während 42 Prozent keine Änderungen in den nächsten fünf Jahren erwarten. Die immer noch relativ hohe Zufriedenheit bezieht sich vor allem auf private Bereiche wie Wohnen, Partnerschaft und Freizeit. Dagegen speisen laut der Studie die Einkommensentwicklung und der sozialen Gerechtigkeit sowie die wirtschaftliche Lage das Potenzial an Unzufriedenheit ebenso wie die Befürchtungen für die Zukunft. Über die Hälfte der Befragten erwarten Verschlechterungen bei Arbeit, Altersabsicherung, Einkommen und sozialer Sicherheit.Die Bürger der ostdeutschen Bundesländer würden anerkennen, was sich für sie seit 1990 verbessert habe, sagte Verbandspräsident Winkler. Dennoch sei die vollständige Integration noch nicht erreicht. "Nur 13 Prozent der ab 50-Jährigen sehen keine bzw. geringe Unterschiede zwischen Ost und West, 52 Prozent sehen noch große Unterschiede und für elf Prozent werden sie größer bzw. auch in 50 Jahren noch nicht überwunden sein (17 Prozent)." Nach zwanzig Jahren sieht der Studie zufolge nur mehr als ein Drittel der befragten Ostdeutschen (37 Prozent) die Einheit als Gewinn für sich. Ein Viertel verbindet mit der Einheit vorrangig Verluste. Immer noch gibt eine Mehrheit von 68 Prozent an, sich noch nicht als richtiger Bundesbürger zu fühlen, aber ohne die DDR wiederhaben zu wollen. Nur elf Prozent der über 50-Jährigen bezeichneten sich als "richtige Bundesbürger", während neun Prozent am liebsten wieder die DDR hätten.Verbandspräsident Winkler machte darauf aufmerksam, dass die heutigen und künftigen Rentner in Ostdeutschland nicht mehr pauschal zu "Gewinnern der Einheit" erklärt werden könnten. "2009 verfügten 61 Prozent der 50- bis 60-Jährigen und 68 Prozent der 60- bis 65-Jährigen über eigene Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit von 42 bzw. 38 Monaten." Winkler warnte in dem Zusammenhang, dass für einen "hohen Anteil" der ostdeutschen Generation 50+ Altersarmut drohe. Zu den Ursachen gehöre die hohe Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne ebenso wie stagnierende und rückläufige Leistungen der gesetzlichen Rente. "Das ist im Osten besonders bedeutsam, da andere Formen der Alterssicherung nach wie vor weitgehend fehlen." Download des "Sozialreport 50+"www.volkssolidaritaet.de | Presse